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Schreiben vom Anwalt - Internetbetrüger beauftragen Anwälte Ihre Forderungen einzutreiben


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Wolfgang Philipp
Stand: 07.02.2010

Frage:

Ich wurde von ihrem "Kollegen", einem Rechtsanwalt gemahnt, weil ich auf einer Internetseite angeblich einen Vertrag geschlossen haben soll. Eine Rechnung habe ich nie erhalten. Ich habe dem Rechtsanwalt den Musterwiderruf der Verbraucherzentrale geschickt. Bislang habe ich noch keine weitere Post von ihm bekommen. Ich habe auch nicht vor zu bezahlen. Habe ich noch mehr zu befürchten bzw. was kann ich noch tun?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Alle Beteiligten, die von Ihnen hier genannt werden, also Rechtsanwalt aus Osnabrück, und die Seite xy.de sind mir im Zusammenhang mit der sogenannten Internetabzocke bekannt. Es handelt sich dabei um ein Geschäftsmodell, welches auch häufig auch als sogenannte Nutzlosbranche bezeichnet wird, weil die Downloads Freeware sind. Das wichtigste ist, dass ich ihn ganz dringend raten muss, unter keinen Umständen die geforderte Rechnung beziehungsweise gemahnte Rechnung zu bezahlen. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Bezahlung dieser Rechnung. Derartiges ist von verschiedenen Gerichten auch festgestellt worden, insbesondere auch im Zusammenhang mit ähnlichen Seiten. Sie müssen davon aus-gehen, dass sie auch künftig Mahnungen erhalten werden, wobei sich die Drohkulisse steigert. Davon sollten Sie sich auf gar keinen Fall beeindrucken lassen. Ich rate, die Mahnungen auszusitzen. Bisher habe ich noch nicht erlebt, dass die oben genannten ihre angebliche Forderung gerichtlich geltend gemacht hätten. Rein vorsorglich weise ich daraufhin, dass sie die gerichtliche Geltendmachung einer solchen Forderung stets daran erkennen, dass gerichtliche Schreiben wie Mahnbescheid oder Klage förmlich gegen Unterschrift zugestellt werden und dies in einem gelben Briefumschlag erfolgt. Sollten Sie eine derartige Sendung erhalten, empfiehlt sich dringend, unverzüglich einen Anwalt aufzusuchen, um sich gegen die Forderung zu verteidigen. Es ist jedoch ausgesprochen unwahrscheinlich, dass eine gerichtliche Geltendmachung erfolgt, schon deswegen, weil der finanzielle und personelle Aufwand für eine gerichtliche Verfolgung der angeblichen Forderungen viel zu hoch ist. Entscheidend ist, dass sie schlicht einfach nicht bezahlen und die Mahnungen des Rechtsanwalts Tank ignorieren.

Übrigens wäre das Musterschreiben der Verbraucherzentrale an den Seitenbetreiber zu richten gewesen.



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