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Verkauf von Aktien und anschließender Ausschluss vom Handel - Ist das Aktienrecht verletzt?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Florian Wehner
Stand: 29.01.2010

Frage:

Am 09.12.2009 und am 10.12.2009 hatte ich an den Börsenplatz Frankfurt am Main insgesamt 250.000 Stückaktien ( Investiert wurden von mir € 9222,50) erworben. Verwahrungsart: Wertpapierabrechnung USA/Kanada. Mit der Annahme das eine Umstrukturierung bevorsteht, ging ich davon aus das dieses Investment für die Zukunft Wertzuwächse zu erwarten waren, kurzfristig auch Kursverluste.
Am 28.12.2009 teilte mir meine Bank mit, dass die Aktien wertlos verfallen sind und hat diese aus meinem Bestand gelöscht.
Nach meinen Nachforschungen bei der Homepage der Group wurden Altaktien mit Börsenbeginn am 10.12.2009 storniert und gelöscht und neue Aktien unter dem Namen xy ausgeben. Da der Plan der Reorganisation vom 08.12.2009 bekanntgegeben wurde, hätte der Handel dieser Aktien am 09.12.2009 und 10.12.2009 nicht ausgesetzt werden müssen, wenn diese wertlos verfallen würden.
Meiner Meinung nach ist eine Wissentliche Täuschung der Group an die Aktionäre, die diese Aktien am 09.12.2009 und 10.12.2009 auf den internationalen Börsen gekauft hatten.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

so, wie Sie die Sache schildern, erscheint das Manöver, hier die Aktien erst verkaufen zu lassen, um sie dann vom Handel aussetzen zu lassen, in der Tat als Verstoß gegen die Pflichten des Aktienrechts, insbesondere die zur rechtzeitigen und umfassenden Information. Die zeitliche Nähe spricht in der Tat dafür, daß man versucht hat, noch möglichst zahlreiche Erlöse für Aktien zu kassieren, die dann entweder verfallen sind, oder ohne Not vom Handel ausgesetzt wurden. Insbesondere ist hier die im Gesetz normierte Verpflichtung der rechtzeitigen Abgabe und Veröffentlichung sogenannter Ad-Hoc-Informationen verletzt.
So gesehen lohnt sich sicher die nähere Überprüfung, ggf. in Haftnahme der xy.

Problematisch erscheint eher die Gerichtszuständigkeit. Als ausländisches Unternehmen müssten sie dieses mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dort verklagen, wo es seinen Sitz hat, was bedeutet, dass Sie sich der Hilfe eines dortigen Anwalts bedienen müssten. Das löst in der Regel Kosten aus, die oftmals auch die Höhe der von Ihnen getätigten Investition erreichen können, insbesondere, falls Sie über keinen Rechtsschutz verfügen.
Ich würde Ihnen empfehlen, zu recherchieren, ob sich hier möglicherweise eine Anleger-Schutzgemeinschaft gebildet hat, die sich ggf. in einer konzertierten Aktion - ggf. im Wege einer Sammelklage - gegen die emittierende Gesellschaft wendet.
Solche Dinge werden in der Regel sehr schnell im Internet veröffentlicht.



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