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Anrechnung einer vorgezogenen Altersrente an die Rentenversicherung des Bundes

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 29.01.2010

Frage:

Ich bin am 13.07.1947 geboren und langjähriger Versicherter der Deutschen Rentenversicherung. Ich habe die Voraussetzungen um vorgezogene Altersrente ab 63 in Anspruch zu nehmen erfüllt. Rentenauskunft liegt vor. Ich beabsichtige zum 1.1.2011 vorgezogene Altersrente zu beantragen.

Abschlag von ca 7% ist bekannt.
Nun meine Frage:

In meiner Steuererklärung werde ich auch nach Renteneintritt folgende Einnahmen ausweisen. Einkommen aus Vermietung und Verpachtung, Einkommen aus Kapitalvermögen, mögl. Einkommen aus Gesellschaftersituation in einer GmbH
Tantieme als Aufsichtsratstätigkeit in einer AG Einkünfte aus einer privaten Einmalversicherung

Werden diese Einkünfte möglicherweise auf die Rentenversicherung des Bundes angerechnet?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen, das während des Bezuges einer vorgezogenen Altersrente bezogen wird, wird nie unmittelbar auf die Rente angerechnet. Übersteigt es jedoch die Hinzuverdienstgrenzen, kann es zu einer Kürzung der Rente führen.

Nach § 34 Abs.2 SGB VI besteht ein Anspruch auf eine Rente vor Erreichen der Regelaltersgrenze nur dann, wenn die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Ihre persönliche Hinzuverdienstgrenze ergibt sich aus Ihrem Rentenbescheid (hintere Seiten). Sie wird überschritten, wenn das Einkommen aus Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen diese Grenzwerte übersteigt.

Die Bezeichnung des Einkommens aus Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen schließt damit alle anderen Einkommensarten (insbesondere Vermietung und Verpachtung sowie Kapitalvermögen)aus. Aus diesen Quellen kann beliebig hinzuverdient werden. Damit sind Ihre Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Kapitalvermögen und private Einmalversicherung schon außen vor.

Einkommen aus Arbeitsentgelt, also für eine angestellte Tätigkeit, fällt bei Ihnen nicht an.

Es könnte jedoch bei Ihnen Arbeitseinkommen vorliegen. Das ist der in selbständiger Tätigkeit erzielte Gewinn. Zum Arbeitseinkommen zählt all das, was in der Einkommensteuererklärung in dem Bereich Einkommen aus gewerblicher Tätigkeit erfasst wird. Zur Beantwortung ihrer Frage genügt daher ein Blick in die zurückliegenden Einkommensteuererklärungen.

Einnahmen aus der reinen Teilhaberschaft an einer Gesellschaft (GmbH oder AG) sind dem Einkommen aus Kapitalvermögen zuzurechnen und bleiben damit unberücksichtigt. Zahlungen, die jedoch auf einer Aufsichtsratstätigkeit oder einer ähnlichen Funktion bei einer Gesellschaft beruhen, werden wohl als Einkommen aus gewerblicher Tätigkeit erfasst. Bei diesen Einkünften müssten Sie also prüfen, ob sie unter der Hinzuverdienstgrenze bleiben.

Da diese Einkünfte nicht kontinuierlich anfallen, ist der Monatsbetrag der Hinzuverdienstgrenze mal 12 zu nehmen und dem Jahreseinkommen gegenüber zu stellen.



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