Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Besteht ein Anspruch auf Trennungsunterhalt?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 18.01.2010

Frage:

Ich möchte mich von meinem Mann trennen. Ich habe nur ein Einkommen von 260,- im Monat. Ich gehe 2 mal die Woche arbeiten. Mein Mann ist noch bis zum 1.4. bei seiner alten Firma beschäftigt, erhält dort monatlich 2100,- netto und nach dem Austritt 84.000 Euro brutto als Abfindung. Wir sind hoch verschuldet ca. 50.000 Euro. Wir sind beide der Meinung, dass wir die Abfindung in den Schulden stecken werden. Mein Mann wird ab dem 1.5. eine neue Stelle antreten und wird dort 1800 ,- netto verdienen. Wir haben eine 15-jährige Tochter, die aber bei meinem Mann leben wird. Nun stellt sich für mich die Frage: habe ich überhaupt Anspruch auf Unterhalt?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

Fragestellung: Trennungsunterhalt

Nachstehend gehe ich davon aus, dass Sie die Abfindung Ihres Ehemannes für gemeinsame Schulden verwenden. Anderenfalls würde sich durch die monatlichen Kreditraten das für den Unterhalt zur Verfügung stehende Einkommen und damit der Unterhalt selbst vermindern.

Während der Trennungszeit hat der geringer verdienende Ehegatte einen Anspruch auf Trennungsunterhalt gem. § 1361 BGB gegen den anderen Ehegatten. Die Höhe des Unterhaltsanspruchs richtet sich nach den allgemeinen Grundsätzen für die Berechnung der Ehegattenunterhaltsansprüche, nämlich nach den ehelichen Lebensverhältnissen, vgl. BGH NJW 2000, 284. Der getrennt lebende, bedürftige Ehegatte hat dementsprechend einen Unterhaltsanspruch nach Maßgabe des vollen eheangemessenen Bedarfs, unter Einschluss von Elementarunterhalt. Der Unterhaltsbedarf nach den ehelichen Lebensverhältnissen bemisst sich grundsätzlich nach dem bereinigten Nettoeinkommen der Unterhaltsrechtsparteien. Von Ihrem Nettogehalt von 260,00 sind 5% Berufspauschale, mindestens jedoch 50,00 abzuziehen, so dass sich ein Betrag von 210,00 ergibt. Bei Ihrem Ehemann ergibt sich nach Abzug der Pauschale von 90,00 ein bereinigtes Nettoeinkommen von 1710,00. Der Trennungsunterhalt ergibt sich aus dem Differenzbetrag beider bereinigter Nettoeinkommen und beträgt 3/7. Es ergibt sich mithin ein Anspruch auf Trennungsunterhalt in Höhe von 642,85.

Allerdings sind folgende Besonderheiten, insbesondere im Hinblick auf die an sich gegebene Verpflichtung zur Zahlung von Kindesunterhalt, zu berücksichtigen. Derjenige Elternteil, bei dem das unterhaltsberechtigte Kind nicht lebt, ist stets zum Barunterhalt verpflichtet. Damit geht eine gesteigerte Erwerbsobliegenheit einher. Für den Trennungsunterhalt schränkt § 1361 Abs. 2 BGB die Erwerbsobliegenheit ein: Die Vorschrift schützt den bei Trennung nicht oder nur teilweise erwerbstätigen und haushaltsführenden Ehegatten vor einer unzumutbaren sofortigen Erwerbstätigkeit. Er darf die haushaltsführende Tätigkeit so lange beibehalten, bis endgültig geklärt ist, dass die Ehe gescheitert ist. Deshalb ist im Regelfall von dem zuvor haushaltsführenden getrennt lebenden Ehegatten vor Ablauf des Trennungsjahres noch keine Erwerbstätigkeit zu erwarten. Diese Regelung gilt auch nach der Unterhaltsrechtsreform 2008 fort, vgl. Eschenbruch/Klinkhammer Unterhaltsprozess 5. Auflage 2009 Kap. 1 Rn 126. Spätestens nach dem ersten Trennungsjahr obliegt es dem Unterhaltsberechtigten, konkretes vorzutragen und darzulegen, aus welchen Gründen er trotz nachhaltiger Bemühungen eine auskömmlichen Erwerbstätigkeit nicht gefunden hat oder sich sonst zu einer Erwerbstätigkeit außer Stande sieht. Im Rahmen des Trennungsunterhalts kann der nichterwerbstätige Ehegatte nur dann darauf verwiesen werden seinen Unterhalt durch eine Erwerbstätigkeit selbst zu verdienen, wenn dies von ihm nach seinen persönlichen Verhältnissen, insbesondere wegen seiner früheren Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung der Dauer der Ehe und nach den wirtschaftlichen Verhältnissen beider Ehegatten erwartet werden kann, vgl. § 1361 Abs. 2 BGB.

Mit der zunehmenden Verfestigung der Trennung, insbesondere wenn die Scheidung nur noch eine Frage der Zeit ist, nähern sich die Voraussetzungen, unter denen eine Erwerbstätigkeit erwartet werden kann, immer mehr den Maßstäben, die nach §§ 1569 ff BGB für den nachehelichen Unterhalt gelten, vgl. BGH FamRZ 2008, 963. Wird das gemeinsame Kind nur vom Unterhaltsverpflichteten betreut, so ist die sonst übliche Karenzzeit von 1 Jahr sogar auf 9 Monate zu verkürzen, vgl. OLG München, FamRZ 2007, 471.

Insofern ist auch in Ihrem Fall davon auszugehen, dass eine Erwerbsobliegenheit Ihrerseits bereits früher eintritt. Sollten Sie diese Erwerbsobliegenheit verletzen, wird ein fiktives Gehalt zugrunde gelegt. Da Sie keine Kinder zu betreuen haben, beinhaltet die Erwerbspflicht die Ausübung einer Vollzeittätigkeit.



Rechtsbeiträge über Familienrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Anspruch-Unterhaltsgeld

Unterhaltspflicht bei einem unehelichen Sohn | Stand: 21.02.2016

FRAGE: Ich habe einen unehelichen Sohn, der im Juli 2016, 18 Jahre alt wird, sich derzeit im ersten Jahr einer Berufsausbildung befindet und im Haushalt seiner Mutter wohnt. Ich zahle selbstverständlic...

ANTWORT: Ihr Informationsstand entspricht nicht der aktuellen Rechtslage. Grundsätzlich gilt für das Unterhaltsrecht von nichtehelichen Kindern nichts anderes als für eheliche Kinder. Dabeibestimm ...weiter lesen

Düsseldorfer Tabelle für Unterhalt als Maßstab | Stand: 20.02.2013

FRAGE: Das Kind hat am 27.12.2012 das 18. Lebensjahr vollendet und wohnt weiterhin bei der Mutter.Die Mutter hat bisher keinen Barunterhalt geleistet.Der Vater hat bisher seinen Unterhalt gemäß de...

ANTWORT: Ihre Information, daß dann, wenn das Kind nach Volljährigkeit noch bei der Mutter wohnt und es sich in der schulischen Ausbildung befindet, der Unterhalt wie bei einem minderjährigen Kin ...weiter lesen

Unterhaltszahlung kürzen? | Stand: 12.07.2012

FRAGE: Ich bin geschieden und habe eine 18 jährige Tochter (geb. am 20.04.1992). Meine Tochter lebt im Haushalt der Mutter. Ich bezahle seit Mai 2012 laut Düsseldorfer Tabelle 220,50 EURO Unterhalt...

ANTWORT: Mit Vollendung des 18. Lebensjahres erlischt das elterliche Sorgerecht, d.h. beide Eltern sind ab sofort barunterhaltspflichtig und zwar bis zum Ende eines ersten berufsqualifizierenden Abschlusses, vgl ...weiter lesen

Unterhalt für minderjährigen Sohn | Stand: 24.01.2012

FRAGE: Unser Sohn ist 17 Jahre alt, hat schon mehrere Straftaten begangen, nimmt keinerlei Hilfe an, bestiehlt uns, bzw. bricht in verschlossene Räume ein, zerstört Einrichtungsgegenstände un...

ANTWORT: Als Eltern sind Sie gegenüber Ihrem unverheiratetem minderjährigen Kind gesteigert unterhaltspflichtig. Das bedeutet, dass Sie die Pflicht trifft, alle verfügbaren Mittel einzusetzen und ...weiter lesen

Voraussetzungen für ein eheähnliches Verhältnis | Stand: 17.09.2010

FRAGE: Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit eine Beziehung als eheähnliches Verhältnis bezeichnet werden kann? ...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Ich verstehe Ihre Anfrage aus der Perspektive des Familienrechtes und gehe dabei davon aus, dass Sie oder Ihre getrennt lebende oder geschiedene Ehefrau ein neues eheähnliche ...weiter lesen

Sind 15 Wochenstunden angemessen oder besteht eine höhere Erwerbsobliegenheit? | Stand: 13.05.2010

FRAGE: Meine geschiedene Ehefrau macht im Rahmen ihrer Unterhaltsforderung einen Betreuungsbonus (Frankfurter Leitlinien 10.3) in Höhe von 200 EUR geltend. Unsere 3 gemeinsamen Kinder w-14 Jahre, m-12 Jahr...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Ihre gestellten Fragen sind den Antworten vorangestellt:1. Frage: Sind 15 Wochenstunden angemessen oder besteht eine höhere Erwerbsobliegenheit?Das früher geltende Altersphasenmodell ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.220 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 17.10.2017
Vielen Dank für die Ausführliche Kompetente Beratung. Bei weiteren Unklarheiten gerne wieder.

   | Stand: 17.10.2017
Ich werde anwaltshotline weiterempfehlen und bei Bedarf auch nutzen

   | Stand: 16.10.2017
Nach einer Kündigung wollte mein Arbeitgeber ein Paragraphen wissen, in dem etwas sehr explizites stand. Nach langer Suche im Internet etc. habe ich nun die Anwaltshotline genutzt. Super Beratung mit verständlichen Erklärungen. Innerhalb von 10 Sekunden wurde ich an einen Anwalt geleitet. Vielen Dank für die super tolle und schnelle Hilfe!! Nur zu Empfehlen, immer wieder gern!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Familienrecht | Familienrecht | Strafrecht | Verkehrsrecht | Behinderten-Unterhaltsgeld | Erwerbsobliegenheit | Unterhaltsanspruch | Unterhaltsberechtigt | Unterhaltsempfänger | Unterhaltsforderung | Unterhaltspflichtig | Unterhaltspflichtverletzung | Unterhaltsrecht | Unterhaltsrückforderung | Unterhaltsrückstand | Unterhaltsschulden | Anschlussunterhalt

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen