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Chancen des Kindesvaters auf das alleinige Sorgerecht


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Florian Wehner
Stand: 17.01.2010

Frage:

Ich bin Deutscher, lebe derzeit in der Schweiz und habe ein Kind mit meiner amerikanischen Partnerin, mit der ich nicht verheiratet bin. Ich habe die Vaterschaft des Kindes anerkannt und bei meinem letzten Telefonat mit der Botschaft bezüglich der Beantragung eines Reisepasses hatte man mir dort auch gesagt, ich hätte wohl ein gemeinsames Sorgerecht, obwohl ich mich nicht dran erinnere, das beantragt zu haben. Vielleicht war das ein Irrtum. Ich wüsste aber gerne, wie meine Chancen stehenn das Sorgerecht für das Kind zu bekommen, falls wir uns trennen. Abgesehen vom rechtlichen Sorgerecht, was müsste ich tun/wie stehen meine Chancen das Kind zu "bekommen"?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

solange Sie in der Schweiz Ihren ständigen Wohnsitz haben, dürfte schweizer Recht für Sie zur Anwendung kommen, das aber in Bezug auf das Kindschaftsrecht sehr große Ähnlichkeit mit den Regelungen in Deutschland aufweist. Insofern gilt auch hier das Muster des gemeinsamen Sorgerechts für das leibliche Kind zweier Partner.

Bezüglich der Chancen für das alleinige Sorgerecht stehen die Chancen allerdings eher schlecht: nur dann, wenn Ihre Partnerin (oder Ex-Partnerin) Handlungen vornimmt, die gegen das Kindeswohl gerichtet sind oder Sie eine wesentliche Gewähr dafür bieten, für das Kindeswohl besser sorgen zu können, als Ihre Partnerin, kann ein dann anzurufendes Gericht eine Entscheidung zu Ihren Gunsten treffen. Beispiele hierfür sind
- bessere finanzielle Versorgung des Kindes bzw. etwaige Mittellosigkeit der Mutter
- die Mutter bietet aufgrund ihres Umfelds nicht die Gewähr einer angemessenen Erziehung und Pflege des Kindes, etwa Straftaten in der Vergangenheit, Trunkenheit oder Drogenkonsum.
- Umzug in ein Land zum Zwecke der Verhinderung des Umgangsrechts des Vaters.
Dies ist keine abschließende Aufzählung - letztlich entscheidend sind freilich die Umstände des Einzelfalles.

Sollte es hier zu einer Auseinandersetzung zwischen Mutter und Vater kommen, würde ich immer zur Konsultation eines Anwalts raten und - sollte die Mutter das Kind dem Einfluss des Vaters entziehen wollen - rechtzeitige Anrufung des Familiengerichts.



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