Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Sorge- und Umgangsrechte der Eltern nach der Trennung


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 17.12.2009

Frage:

Wer hat mehr Rechte bei der Erziehung eines Kindes bei gleichem Sorgerecht?
Das Kind lebt bei der Mutter. Wenn er das Kind holt, beleidigt und beschimpft er die Mutter immer wieder aufs neue. Jegliche Telefonate führen immer dazu, dass er schreit und wieder mal die Mutter beschimpft. Was kann man machen damit das endlich aufhört?
Die Kleine weint auch immer wenn er sie holt. Weil er ja immer so launisch ist .
Besteht die Möglichkeit, dass die Mutter das Sorgerecht von ihm zurück holen kann?
Wenn das Kind nicht zu ihm will, muss man es dann zwingen? Die Kleine ist zwar erst zwei Jahre, aber sie weint immer wenn sie geholt wird.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Zunächst sind zwei Dinge streng zu unterscheiden; nämlich das Sorgerecht und das Umgangsrecht. Das Sorgerecht umfasst neben der Vermögenssorge vor allem die Personensorge.

Gem. § 1631 Abs.1 BGB umfasst die Personensorge insbesondere die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen. Inhaber des Aufenthaltsbestimmungsrechts sind bei gemeinsamer Sorge beide sorgeberechtigten Eltern. Leben sie nicht nur vorübergehend getrennt, so müssen sie ein gegenseitiges Einvernehmen über den gewöhnlichen Aufenthalt des Kindes erzielen, da es sich hierbei um eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung für das Kind handelt. Dagegen entscheidet über den täglichen Aufenthalt des Kindes der Elternteil allein, bei dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung aufhält, vgl. § 1687 BGB. Dieses Recht steht während der Ausübung des Umgangsrechts dem anderen Elternteil zu, vgl. § 1684 BGB.

Daraus folgt, dass bei gemeinsamem Sorgerecht keiner der beiden Eltern berechtigt ist, das Kind ohne Zustimmung des anderen Elternteils dauerhaft an einen neuen Wohnort zu verbringen. Nicht wenige Elternteile missachten dies jedoch und betrachten das Kind als eine Art Eigentum und nehmen es an einen neuen Wohnort mit. Ich gehe davon aus, dass in Ihrem Fall der bisherige Lebensmittelpunkt und dauernde Aufenthalt des Kindes bei der Kindesmutter war.

Grundsätzlich sind die Kindeseltern gehalten, den Umgang mit dem Kind außergerichtlich und einvernehmlich zu regeln. Gem. § 1684 Abs.1 BGB hat das Kind das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.
Beide Elternteile werden durch § 1684 Abs. 2 BGB zu wechselseitig loyalem Verhalten verpflichtet. Ein Kind wird durch die Trennung der Eltern stark beeinträchtigt. Es ist Aufgabe der Eltern, weitere Schädigungen zu verhindern. Konflikte müssen Sie vom dem Kind fernhalten. Sie haben insbesondere alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt.

Was die Häufigkeit des Umgangs betrifft, verbietet sich jede Schematisierung. Es sind die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Dabei spielt das Alter des Kindes, die Intensität seiner Beziehung zu dem Umgangsbegehrenden, der Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern und Interessenbindungen des Kindes eine Rolle. Ist eine außergerichtliche Regelung nicht möglich, wird das Gericht in aller Regel das Umgangsrecht alle 14 Tage das gesamte Wochenende sowie die Hälfte der Schulferien und gesetzlichen Feiertage durch Beschluss festlegen.

Im Regelfall spielen sich solche Vereinbarungen nach gewisser Zeit ein. Häufig kommt es jedoch zu Streitigkeiten, die vornehmlich zwischen den Eltern ausgetragen werden und, wie in Ihrem Fall, in Beschimpfungen oder in Extremfällen zu Tätlichkeiten führen. In diesen Fällen kann das Gericht den begleiteten Umgang anordnen. Der Begleitete Umgang ist ein unterstützendes Angebot für Familien, die nicht mehr zusammen leben, aber weiterhin den Kontakt und die persönliche Beziehung von beiden Elternteilen zu den Kindern aufrecht erhalten wollen, dies aber nicht alleine verwirklichen können. Umgangskontakte zwischen Kindern und dem getrennt lebenden Elternteil können mit der Möglichkeit des Begleiteten Umgangs geplant, durchgeführt und nachbereitet werden. Im allgemeinen findet zuerst ein Elterngespräch mit beiden Elternteilen gemeinsam, oder auf Wunsch auch jeweils in Einzelgesprächen statt, um die Vorstellungen der Beteiligten zu erfahren und die Rahmenbedingungen fest zu legen. Danach wird ein Kennenlerntermin mit dem Kind durchgeführt. Bei diesem Treffen lernt das Kind die umgangsbegleitende Fachkraft kennen, die das Kind auf den Umgang mit dem getrennt lebenden Elternteil vorbereitet. Das Kind darf Vorschläge und Wünsche für den Umgangstermin einbringen.

Die Kindeseltern oder einer von ihnen sollten sich daher zunächst an das Jugendamt wenden und ggf. eine Familienberatung in Anspruch nehmen.

Hinweis: Eltern sind stets gut beraten, nach Möglichkeit eine eigene und nicht fremdbestimmte Regelung zu treffen und sich hieran zu halten.



Rechtsbeiträge über Familienrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Aufenthaltsbestimmung

Nachteil bei Kommunikationsverzicht gegenüber Ex-Mann in puncto Aufenthaltsbestimmungsrecht | Stand: 17.10.2014

FRAGE: Ich bin seit vielen Jahren geschieden und habe zwei Kinder aus erster Ehe. Seit dem Zeitpunkt der Trennung (vor 9 Jahren) kam es immer wieder zu lautstarken Agressionsausbrüchen seitens des Vaters...

ANTWORT: Frage: Meine Frage, bin ich verpflichtet, jeden Kanal für den Vater meiner Kinder zu öffnen oder reicht die Kommunikation per Telefon und Brief?Antwort Rechtsanwalt: Um eine direkte Antwort z ...weiter lesen

Gemeinsames Sorgerecht nicht miteinander verheirateter Kindeseltern | Stand: 29.01.2010

FRAGE: Mein Sohn ist Vater geworden. Leider sind sie getrennt. Die Ex will alles über Ämter klären. Nun ist es aber so, dass er noch zur Schule geht (10.Klasse) und danach eine Ausbildung mache...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,Fragestellung:1. Gemeinsames Sorgerecht nicht miteinander verheirateter Kindeseltern2. KindesunterhaltZu 1.:§ 1626 a BGB regelt die elterliche Sorge nicht miteinander verheiratete ...weiter lesen

Recht der elterlichen Sorge - Wer darf nach der Trennung an der Erziehung mitwirken? | Stand: 23.12.2009

FRAGE: Mein Sohn (26) ist im August Vater geworden. Vor der Geburt meines Enkelshat er eine Vaterschaftsanerkennung unterschrieben und es wurde dasgemeinsame Sorgerecht sowie der Familienname meines Sohnes eingetragen...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,Das Recht der elterlichen Sorge über gemeinsame Kinder ist geprägt vom Grundsatz des gemeinsamen Sorgerechts. Ausnahmen von diesem Grundsatz gibt es gem. § 1626 ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.209 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 17.10.2017
Vielen Dank für die Ausführliche Kompetente Beratung. Bei weiteren Unklarheiten gerne wieder.

   | Stand: 17.10.2017
Ich werde anwaltshotline weiterempfehlen und bei Bedarf auch nutzen

   | Stand: 16.10.2017
Nach einer Kündigung wollte mein Arbeitgeber ein Paragraphen wissen, in dem etwas sehr explizites stand. Nach langer Suche im Internet etc. habe ich nun die Anwaltshotline genutzt. Super Beratung mit verständlichen Erklärungen. Innerhalb von 10 Sekunden wurde ich an einen Anwalt geleitet. Vielen Dank für die super tolle und schnelle Hilfe!! Nur zu Empfehlen, immer wieder gern!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Familienrecht | Allgemeine Rechtsfragen | Arbeitsrecht | Familienrecht | alleiniges Sorgerecht | Fürsorgerecht | gemeinsames Sorgerecht | Kindschaftsrecht | Kindschaftsrechtsreform | Personensorge | Sorgeerklärung | Sorgepflicht | Sorgerecht | Sorgerechtsentzug | Sorgerechtserklärung | Sorgerechtsstreit | Sorgerechtsübertragung | Sorgerechtsverfahren | Vertrauensverhältnis | widerruf für eltern | Alleinerziehende

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen