Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Steuerbeträge und Ausschlagungen des Erbes bei gesetzlicher Erbfolge

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Bernd Beder
Stand: 14.12.2009

Frage:

Vorab Darlegung des S a c h v e r h a l t s:
---------------------------------------------------------
Erbfall: Gesetzliche Erbfolge
Lt. Notar/Nachlassgericht kommen als Erben in Betracht:
Drei Geschwister (zwei Brüder, eine Schwester) zu je 1/4,
Eine Nichte und ein Neffe(Kinder eines verstorbenen Bruders) zu je 1/8.
--------------------------------------------------------------------------------------------------
Die o.g. Erben werden ja nach Steuerklasse II besteuert (30%)
und haben jeweils einen persönlichen Freibetrag von € 20.000
--------------------------------------------------------------------------------------------------
Erbe: Geldvermögen: ca. € 100.000, Immobilien (Haus) ca. € 150.000
--------------------------------------------------------------------------------------------------
Fragen:
1) Gibt es für das Haus (Selbstnutzung der Schwester) eine besondere
Steuerbefreiung nach § 13 Abs.1 Nr. 2a mit 60% (Wertansatz 40%)
oder unterliegt die Immobilie ebenfalls voll dem Steuersatz 30%?
(In aktuellen Rechenbeispielen werden die Immobilien mit dem
vollen Verkehrswert(100%) angesetzt; nach § 13 Abs.1 Nr. 2a bliebe
Grundbesitz jedoch mit 60% seines Werts steuerfrei).

2) Die beiden Brüder wollen aus Altersgründen das Erbe ausschlagen;
wie wäre dann der Anteil für die Schwester, die Nichte, den Neffen?
(Annahme: Schwester 1/2, Nichte 1/4, Neffe 1/4).

3) Könnte der anfallende Steuerbetrag insgesamt günstiger gestaltet
werden, wenn die beiden Brüder das Erbe annehmen und später
an die Schwester, die Nichte, den Neffen schenken?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-21
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Bernd Beder   |Hier klicken

Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

1. Bei der von Ihnen angeführten Vorschrift des § 13 (1) Ziff. 2a ErbStG handelt es sich um eine Sondervorschrift, die sich auf sogenannte erhaltenswerte Kulturgüter bezieht. Es handelt sich dabei in der Regel um Schlösser oder Herrenhäuser, die einen Erhaltungsaufwand erfordern, der mit den gewöhnlichen Einnahmen nicht gedeckt werden kann und der zusätzlich der Forschung dient. Bei einem Haus im Wert von 150.000 € kann ich mir die Anwendung dieser Vorschrift nicht vorstellen.

In den übrigen Fällen sind Immobilien mit dem Verkehrswert anzusetzen. Steuerfreiheit besteht dann nur, wenn der überlebende Ehegatte oder die Abkömmlinge das Haus für weitere zehn Jahre bewohnen. Der Schwester kommt dieses Privileg nicht zu.

2. Schlagen die Brüder das Erbe aus, erben deren Abkömmlinge den auf den Ausschlagenden entfallenden Anteil (jeweils 1/4) zu gleichen Teilen. Haben die Brüder keine Kinder, wächst der Nachlass den übrigen Erben zu, so dass - wie Sie zu recht darstellen - die Schwester 1/2 und Neffe und Nichte jeweils 1/4 erben.

3. Nehmen die Brüder das Erbe an, ergibt sich - ausgehend von einem Gesamtnachlasswert in Höhe von 250.000 € - folgende Berechnung:

1/4 = 62.500 €
./. 20.000 € Freibetrag
________

42.500 € zu versteuern: 30% = 12.750 €

Weitergegeben werden von jedem Bruder 29.250 € (42.500 - 12.750). die an zwei Personen geschenkt werden, so dass für keine der Schenkungen Schenkungssteuer anfällt, da der Freibetrag unterschritten wird. Voraussetzung ist allerdings, dass sich aus dem zeitlichen Zusammenhang kein steuerrechtlich wirksamer Umgehungstatbestand ergibt.

Durch den Erbfall sind bei Neffe und Nichte aber bereits aus 1/8 31.250 € ./. 20.000 € Freibetrag = 11.250 € 3.315 € Steuern angefallen.

Ohne die Zwischenschaltung der Brüder erhalten der Neffe und die Nichte jeweils 1/4 = 62.500 €, so dass die Steuerlast jeweils 12.750 € beträgt. Die Schwester , die 1/2 = 125.000 € bekommt, muss jedoch aus 105.000 € (125.000 € ./. 20.000 € Freibetrag) 31.500 € Steuern bezahlen.

Danach ergibt sich rechnerisch folgendes Bild:

Schlagen die Brüder nicht aus, fallen insgesamt folgende Steuern an:

3 x Erbsachftsteuer aus 42.500 € = 38.250 €
2 x Erbschaftsteuer aus 11.250 € = 6.630 €
________

44.880 €

Schlagen die Brüder aus, fallen insgesamt folgende Steuern an:

1 x Erbschaftsteuer aus 105.000 € = 31.500 €
2 x Erbschaftsteuer aus 42.500 € = 25.500 €
________

57.000 €

Aus steuerlichen Gründen ist es daher sinnvoll, wenn die Brüder nicht ausschlagen.



Rechtsbeiträge über Steuerrecht / Steuerstrafrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Schenkungssteuer

Erben von der Stiefmutter ohne Testament? | Stand: 21.10.2013

FRAGE: Ich bin eine Stieftochter mit zwei Brüder unsere Mutter (Stief) ist verstorben ohne Testament. Sie hat drei Neffen die von der rechtlichen Seite die Erben sind. Da unsere Mutter die letzten 7 Jahr...

ANTWORT: Da Ihre Stiefmutter kein Testament errichtet hat, trifft es leider zu, dass nur ihre Blutsverwandten Erben sein können. Die Tatsache, dass Sie die Stiefmutter lange Jahre gepflegt haben, änder ...weiter lesen

Grundbuchgesichertes Vorverkaufsrecht - Erhaltung nach Vererbung bzw. Verschenkung? | Stand: 03.11.2011

FRAGE: Ich habe auf mehreren Grundstücken meines Vaters ein grundbuchgesichertes Vorkaufsrecht für den ersten Verkaufsfall.Bleibt dies erhalten, wenn die Grundstücke durch den Eigentümer vererb...

ANTWORT: Nachdem das Vorkaufsrecht im Grundbuch besichert ist, gehe ich davon aus, dass es sich um ein sogenanntes dingliches Vorkaufsrecht handelt. Wie andere dinglich (grundbuchmäßig) besicherte Recht ...weiter lesen

Fällt eine Schenkung aus der Erbmasse heraus? | Stand: 15.06.2010

FRAGE: Meine Schwiegermutter (SM) möchte ihrer Tochter (meiner Frau) ihre Eigentumswohnung (EW) über eine Schenkung vermachen. Es gibt eine erbberechtigte Enkelin der zweiten Tochter meiner SM. Di...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,zunächst ist festzustellen, dass die Eigentumswohnung, die zu Lebzeiten schenkungsweise an jemanden abgegeben wird, nicht in den Nachlaß fällt, denn im Zeitpunkt de ...weiter lesen

Rückforderung von Zuwendungen des Schwiegervaters bei Scheidung der Kinder | Stand: 06.06.2010

FRAGE: Im Jahr 2004 / 2005 habe ich mit meiner Frau ein Haus gebaut; mein Schwiegervater hat uns während dessen unterstützt. Circa 5 Geldüberweisungen auf mein Privatkonto, welche soweit ich erinnere...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Fragestellung: Rückforderung von Zuwendungen des Schwiegervaters bei Scheidung der Kinder (Zuwendungsempfänger)Festzustellen ist zunächst, dass sämtliche Zuwendunge ...weiter lesen

Widerspruch zu einem Erbfall nach neuer Rechtslage durch die Erbschaftsteuerreform | Stand: 01.12.2009

FRAGE: Kann zu einem Erbfall aus 2009 die Erbin (Schwester) aktuell oder nach nächster Steuerreform, einen erfolgreichen Widerspruch bzw. Klageführung zur (unter Vorbehalt) gezahlten, exorbitanten 30%-ige...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Die Erbschaftsteuerreform gilt ab dem 01.01.2009 für Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer. Für Erbfälle, die bis zum 31.12.2008 eingetreten sind, gibt es ein Wahlrech ...weiter lesen

Wie schnell kann das Finanzamt mich als Steuerschuldner in Betracht ziehen? | Stand: 13.08.2009

FRAGE: Ich habe einer Bekannten vom September 2003 bis zum Oktober 2007 insgesmt ca. 26.000 Euro geschenkt. Es ist mir bekannt, daß beide, Schenker und Beschenkte, letztendlich als Gesamtschuldner fü...

ANTWORT: 1.Wie schnell kann das Finanzamt mich als Steuerschuldner in Betracht ziehen? Da hierzu keine gesetzliche Vorgabe besteht und auch die Erbschaftssteuerdurchführungsverordnung und die Erbschaftssteuerrichtlinie ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-21
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Bernd Beder   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.220 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 17.10.2017
Vielen Dank für die Ausführliche Kompetente Beratung. Bei weiteren Unklarheiten gerne wieder.

   | Stand: 17.10.2017
Ich werde anwaltshotline weiterempfehlen und bei Bedarf auch nutzen

   | Stand: 16.10.2017
Nach einer Kündigung wollte mein Arbeitgeber ein Paragraphen wissen, in dem etwas sehr explizites stand. Nach langer Suche im Internet etc. habe ich nun die Anwaltshotline genutzt. Super Beratung mit verständlichen Erklärungen. Innerhalb von 10 Sekunden wurde ich an einen Anwalt geleitet. Vielen Dank für die super tolle und schnelle Hilfe!! Nur zu Empfehlen, immer wieder gern!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-21
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Steuerrecht | Mietrecht | Steuerrecht | Steuerstrafrecht | Erbschaft Schenkung | Erbschaftsmeldung | Erbschaftsrechner | Erbschaftssteuer | Erbschaftssteuer Freibetrag | Erbschaftssteuermeldung | Erbschaftssteuersätze | Grundstücksschenkung | Hausschenkung | Schenkung | Schenkungsfreibetrag | Schenkungsrecht | Schenkungssteuersatz | erben steuerfrei

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-21
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen