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Zahlungsaufforderungen von Internetbetrügern - Sollte man reagieren?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Wolfgang Philipp
Stand: 10.12.2009

Frage:

Ich habe per e-mail eine Zahlungsaufforderung der Firma "Premium Content GmbH zur Zahlung von 96,- Euro erhalten. Ich kann mich nicht erinnern, mich dort jemals angemeldet zu haben! Meine eigene Recherche im Internet zu dieser Seite führt auch immer zu dem Begriff "Abzocke".
Wie kann ich mich dagegen wehren? Muß ich zahlen?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Die von der Firma Premium Content GmbH betriebene Seite ist eine sattsam bekannte sogenannte Internetabzockseite. Ich rate Ihnen deshalb dringend unter keinen Umständen die Forderung zu bezahlen. Soweit die gesetzliche Widerspruchsfrist von 14 Tagen noch nicht abgelaufen ist, empfehle ich ein Widerspruchsschreiben an die Firma Premium Content GmbH zu richten. Dieses Schreiben sollte zweckmäßigerweise als Einwurf/Einschreiben aufgegeben werden. Ein entsprechendes Musterschreiben finden Sie unter anderem auf meiner Homepage unter www.philipp-a.com. Auch finden Sie im Begleittext zu dem Musterschreiben sämtliche rechtlichen Grundlagen und einige der wenige Urteile, die zu der Problematik von Amtsgerichten bislang erlassen wurden. Grundsätzlich gilt, dass diese Internetabzockseiten im Ergebnis eine Nichtleistung zur Verfügung stellen, da die dort angebotene Software sogenannte Freeware ist, die kostenlos aus anderen Quellen heruntergeladen werden kann. Darüber hinaus sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht hinreichend transparent, insbesondere bezüglich der Zahlungspflicht.

Gleichwohl müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Widerspruchsschreiben unberücksichtigt bleibt, weil es sich hier um eine massenhaft betriebene Abzockerei handelt. Die Betreiber setzen sich mit den einzelnen Kunden im Grunde überhaupt nicht auseinander. Auch später zugehende Mahnschreiben von Inkassobüros und/oder Rechtsanwälten sollten sie unbedingt unbeachtet lassen und sich von den dort ausgesprochnen Drohungen auf keinen Fall beeindrucken lassen. Es bleibt dabei, dass Sie nicht bezahlen sollten. Die einzige Notwendigkeit zu reagieren ergibt sich nur dann, wenn tatsächlich ? was aber höchst unwahrscheinlich ist ? Sie auf gerichtlichem Wege in Anspruch genommen werden sollten, das heißt also durch gerichtlichen Mahnbescheid oder Klage. Die Zustellung eines gerichtlichen Mahnbescheids oder einer Klage erkennen Sie stets daran, dass die Zustellung in einem gelben Briefumschlag erfolgt. In diesem Fall rate ich Ihnen, unverzüglich einen Rechtsanwalt aufzusuchen, der eine sachgerechte Verteidigung gegen die im Grunde nicht bestehenden Forderung veranlasst. Üblicherweise geben sich die Seitenbetreiber jedoch mit der Zahlung durch diejenigen angeblichen Kunden zufrieden, welche sich durch die durch Inkassobüros und Rechtsanwälte aufgebaute Drohkulisse einschüchtern lassen.



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