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Im gebuchten Zimmer auf Mallorca warten schon die Kakerlaken - Ist der Reiseveranstalter zur Verantwortung zu ziehen?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Turowski
Stand: 01.11.2009

Frage:

Habe vom 01.08 - 07.08 in einem Reisebüro online ein Hotel (3 Sterne) in Mallorca gebucht. Nach drei Zimmerangeboten nahmen wir dann das letztere. Die ersten waren zu klein oder schon belegt.

Leider mussten wir feststellen, dass wir dort nicht alleine wohnten. Einige große Kakerlaken liefen durch unser Zimmer und im Bad befand sich Schimmel (Bilder vorhanden). Nachdem wir die ersten töteten waren auch schon die nächsten da. Nach einer Beschwerde an der unfreundlichen und arroganten Rezeption wollte man uns aber kein neues Zimmer bereitstellen, statt dessen stellte man uns ein Insektenspray auf den Tisch, womit wir unser Zimmer selbst desinfizieren sollten. Es blieb uns nichts anderes übrig, als dieses Hotel mitten in der Nacht zu verlassen.

Nach dem Urlaub sendete ich sofort eine E-Mail an die zuständige Servicestelle des Reiseunternehmens und forderte mein Geld zurück. Da nach drei Wochen keine Reaktion oder Bestätigung erfolgte, sendete ich meine Forderungen fristgemäß per Einschreiben am 02.09.09 an das Reiseunternehmen. Der Rückschein wurde unterschrieben an mich zurückgesendet. Meine Forderung über 592€ ist bis heute nicht eingegangen. Kann ich mit rechtlicher Unterstützung meine Forderung erfolgreich durchsetzen?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Gemäß § 651c Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ist der Reiseveranstalter verpflichtet, die Reise so zu erbringen, dass sie die zugesicherten Eigenschaften hat und nicht mit Fehlern behaftet ist, die den Wert oder die Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen oder nach dem Vertrag vorausgesetzten Nutzen aufheben oder mindern.

Eine Eigenschaft ist zugesichert, wenn sich der Reiseveranstalter ausdrücklich oder durch schlüssiges Verhalten bereiterklärt, für ein bestimmtes Merkmal der Reiseleistung einstehen zu wollen. Dabei ist es ? anders als bei einem Fehler ? für die Haftung des Reiseveranstalters ohne Belang, ob sich das Fehlen der zugesicherten Eigenschaft auf die Qualität der Reise auswirkt.

Ein Fehler im Sinne des § 651c Abs. 1 BGB liegt vor, wenn die Ist-Beschaffenheit der Reise von der - sich etwa aus der Leistungsbeschreibung im Reiseprospekt oder in der Reisebestätigung ergebenden ? Soll-Beschaffenheit abweicht. Ob eine solche Abweichung die Reise als Ganzes in ihrem Nutzen beeinträchtigt ? nur in diesem Falle ist ein Mangel gegeben ? oder ob es sich dabei lediglich um eine Verwirklichung des allgemeinen Lebensrisikos oder eine bloße Unannehmlichkeit handelt, die im Zeitalter des Massentourismus hinzunehmen ist, bestimmt sich im Einzelfall nach Art und Zuschnitt der Reise. Insoweit kommt bei Auslandsreisen auch den gewöhnlichen Verhältnissen vor Ort eine gewisse Bedeutung zu. Darüber hinaus können sich die Qualitätsanforderungen am Niveau des Reisepreises orientieren.

Welche Reisemängel kann ich beim Veranstalter reklamieren?

Mängel sind ganz besonders bei Ferienreisen eine subjektive Angelegenheit. Wir stellen sehr unterschiedliche, oft überhöhte Erwartungen an die schönsten Wochen des Jahres. Schließlich haben wir bezahlt und uns die Erholung redlich verdient. Doch nicht alles, was als Mangel empfunden wird, kann beim Reiseveranstalter reklamiert werden. Deshalb nachfolgend einige Beispiele aus der Rechtsprechung:

- defekter Reisebus am Urlaubsort;
- Entfallen eines interessanten Zielpunktes während einer Kreuzfahrt;
- schlechtere Hotelkategorie als vereinbart;
- Ungeziefer im Hotelzimmer (der Ihrige Fall);
- dauerhafte Unbenutzbarkeit des zugesicherten Swimmingpools;
- nächtlicher Diskothekenlärm bei versprochener ruhiger Lage;
- nicht hinreichend qualifizierte Reiseleitung;
- Fehlen der geschuldeten Kinderbetreuung;
- verspätete Anlieferung des Reisegepäcks am Urlaubsort.

In welcher Größenordnung bewegt sich die Minderung des Reisepreises bei Mängeln?

Im Fall der Minderung wird der Reisepreis in dem Verhältnis herabgesetzt, in welchem zur Zeit des Vertragsschlusses der Wert der Reise in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden haben würde, wobei diese Werte erforderlichenfalls durch Schätzung zu ermitteln sind (§§ 651d Abs. 1, 638 Abs. 3 BGB). Lautete beispielsweise der vereinbarte Reisepreis auf 1.000 Euro und lag deren Wert in mangelfreiem Zustand bei 1.250 Euro, in mangelhaftem Zustand bei 1.000 Euro (= 80 % vom Wert der mangelfreien Reise), so beträgt der geminderte Reisepreis 800 Euro (= 80 % vom vereinbarten Kaufpreis). Da sich aber in der Regel der Wert der mangelfreien Reiseleistung und der vertragliche Preis decken, wird die Minderung in der Praxis durch einen prozentualen Abschlag von der vereinbarten Pauschalvergütung vorgenommen. Soweit der Mangel nicht während der gesamten Reise bestanden hat, fällt die Minderung zumeist zeitanteilig entsprechend der Zahl der beeinträchtigten Urlaubstage aus. Das Landgericht Frankfurt am Main hat bezüglich häufig anzutreffender Mängel eine Tabelle erstellt, in welcher diese mit Prozentsätzen vom Reisepreis bewertet sind. Die Tabelle ist nicht bindend, wird aber von vielen Gerichten bei der Bemessung der Minderung herangezogen und kann dem Reisenden als Orientierungshilfe dienen. Sie ist im Internet unter verschiedenen Homepages veröffentlicht.

Reisende sollten ihre Beschwerden unbedingt vor Ort der Reiseleitung mitteilen. Denn dem Veranstalter muss zumindest die Möglichkeit geboten werden, Abhilfe zu schaffen. Dies haben Sie getan. Das Ihnen zur Verfügung gestellt Insektenspray kommt als milderes Mittel in Betracht, wenn dies gegen Kakalaken wirksam eingesetzt werden kann. Falls nicht, hätte Ihnen ein Kammerjäger zur Verfügung gestellt werden müssen. Dem Veranstalter sowie dem Reiseleiter vor Ort sollten jedoch ein bis zwei Tage Zeit gegeben werden, um der Beschwerde nachzugehen und den Grund dafür zu beseitigen. Hin und wieder wird Urlaubern vor Ort eine teurere Unterkunft in einem anderen Hotel angeboten. Häufig mit dem Hinweis, daß der Urlauber die Mehrkosten zu tragen hat.Dies ist aber nicht rechtens, vielmehr hat der Veranstalter die höheren Kosten zu zahlen. Selbstverständlich hat auch der Urlauber - sofern die Beschwerden bei Reiseleitung und -veranstalter wirkungslos verpuffen - die Möglichkeit, eigenhändig die Initiative zu ergreifen und sich eine alternative Unterkunft zu suchen. Gemäß der Schadenminderungspflicht sollte diese jedoch nicht teurer sein als die gebuchte Unterkunft. Denn wer eigentlich in einem Vier-Sterne-Hotel nächtigt und sich eine alternative Unterkunft in einem Fünf-Sterne-Hotel sucht, muss nachweisen können, dass im eigentlich gebuchten Hotel sowie in allen anderen Vier-Sterne-Anlagen des Ortes kein Zimmer mehr frei war. Die Frage ist also, woraus sich die Höhe Ihres Anspruchs (592 €)ergibt.

Doch bei weitem nicht jedes Ärgernis ist auch ein Reisemangel. Viele Urlauber haben überzogene Erwartungen. So sind beispielsweise fünf Kakerlaken im Zimmer in südlichen Ländern durchaus kein Grund, einen Teil des Reisepreises erstattet zu bekommen. Sie haben die Anzahl nicht genau benannt, weshalb es für einen Reisemangel wegen Kakalaken sehr viele dieser Tiere hätte geben müssen. Wenn der Schimmel jedoch erheblich war, besteht der Anspruch auf ein neues Zimmer, wenn in dem Hotel Keines mehr frei, dann auch in einem anderen Hotel mit Kostenerstattungsanspruch.



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