Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Durchsetzung von Pflichtteilsansprüchen der Kinder gegenüber ihren Eltern


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Andrea Fey
Stand: 12.10.2009

Frage:

Ermittlung des gesetzlichen Pflichtanteils unseres Vaters, verstorben am 22.01.2008.
Mein Bruder forderte von unserer Stiefmutter am 2.4.2008 Auskunft über den Bestand des Nachlasses. Darauf erhielt er am 8.4.2008 ein Schreiben ihres Anwalts, dass ein Testament unserer vor 24 Jahren verstorbene Mutter gefunden wurde in dem er enterbt wurde. Ich persönlich wurde mit dem Pflichtanteil bedacht. Mein Bruder verzichtete daraufhin auf die Offenlegung des Pflichtanteils. Da ich meinen Bruder eine Vollmacht gab, weigert sich meine Stiefmutter nun auf die Offenlegung des Pflichtanteils. Meine Vollmacht bezieht sich ausdrücklich auf die Offenlegung des Pflichtanteils.
Sehen Sie eine Möglichkeit zur nachträglichen Durchsetzung meinerseits?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit einer etwaigen Durchsetzung Ihrer Pflichtteilsansprüche Stellung:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass die Pflichtteilsansprüche, die Kinder gegenüber jedem Elternteil haben, grds. gesondert zu beurteilen sind.

Auch wenn daher der Erbfall nach Ihrer Mutter, also deren Tod, schon länger als 3 Jahre zurückliegt, und/oder wenn Ihre Mutter Ihren Bruder enterbt haben sollte, wirkt sich dies nicht auf etwaige Ansprüche gegenüber dem Vater aus. Vielmehr stellt der Tod Ihres Vaters erbrechtlich einen vollkommen neuen Erbfall dar.

Nun zunächst zum Erbfall und etwaigen Ansprüchen nach dem Tod Ihrer Mutter vor etwa 24 Jahren: Da Sie mitteilen, dass Ihr Bruder testamentarisch enterbt wurde und Sie auf den Pflichtteil gesetzt wurden, haben faktisch weder Sie noch Ihrer Bruder nach Ablauf der 3jährigen Verjährungsfrist für Pflichtteilsansprüche eine Möglichkeit, aus dem Erbfall nach Ihrer Mutter noch etwas zu erlangen.

Vollkommen unabhängig hiervon ist der Erbfall nach Ihrem Vater zu beurteilen, der erst im Januar 2008 lag, so dass eine Verjährung von Ansprüchen bei weitem noch nicht erreicht ist.

Hier liegt es so, dass Sie und Ihr Bruder in jedem Fall Anspruch auf den Pflichtteil bzgl. des Vermögens Ihres Vaters zum Todeszeitpunkt haben, und zwar auch dann, wenn Ihr Vater Sie und/oder Ihren Bruder enterbt haben sollte. Denn gerade in derartigen Fällen sind die Kinder ?auf den Pflichtteil gesetzt?.

Sofern allerdings eine testamentarische Enterbung durch Ihren Vater nicht erfolgt ist, sind Sie und Ihr Bruder nehmen der letzten Ehefrau Ihres Vaters Erben geworden, und zwar die Ehefrau grds. zu ½ und Sie und Ihr Bruder zu je ¼, sofern Ihr Vater keine weiteren Kinder hatte.

Die Pflichtteilsansprüche Ihrerseits und Ihres Bruders würden dann je 1/8 betragen, da der Pflichtteil die Hälfte des gesetzlichen Erbteils ist.

Da derzeit vollkommen fraglich ist, ob Sie und Ihr Bruder neben Ihrer Stiefmutter Erbe wurden oder wie hoch der Nachlasswert und damit Ihr Pflichtteilsanspruch ist, empfehle ich Ihnen, Ihrer Stiefmutter für die Offenlegung des Nachlasses per Auskunftserteilung eine Frist bspw. auf den 31.10.2009 zu setzen. Sollte diese Frist ergebnislos verstreichen, empfehle ich Ihnen weiter, beim Nachlassgericht einen Erbschein zu beantragen, da Sie mangels Kenntnis von einem Testament Ihres Vaters davon ausgehen können, dessen gesetzlicher Erbe geworden zu sein.

Sollte das Nachlassgericht der Stiefmutter bereits einen Erbschein erteilt haben, werden Sie dies zum einen erfahren und zum anderen wird von Amts wegen vom Nachlassgericht geprüft werden, ob Sie und Ihr Bruder evtl. ebenfalls Erben geworden sind. Des weiteren wird man Ihnen, sofern Sie Miterbe geworden sind, Auskunft über den mitgeteilten Nachlass erteilen.

Die Ihrem Bruder erteilte Vollmacht ist dabei vollkommen irrelevant, da Sie hierdurch keinerlei Rechte verlieren, sondern weiterhin - trotz Vollmacht - zur eigenen Rechtsverfolgung ermächtigt bleiben.



Rechtsbeiträge über Erbrecht / Erb- und Steuerrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Pflichtanteil

Österreichisches Erbrecht - fahrlässiges Handeln von Notar? | Stand: 10.09.2012

FRAGE: Ich bin Österreicher und lebe schon seit 1973 in Deutschland. Vor ca. 10 Monaten ist mein Vater verstorben. Meine Eltern trennten sich schon vor ca. 50 Jahren. Seine 2. Familie hatte mich weder bei...

ANTWORT: Das österreichische Recht sieht im Gegensatz zum deutschen Erbrecht, wo der Nachlass unmittelbar auf den oder die Erben als Rechtsnachfolger übergeht, die zwingende Abhaltung eines so genannte ...weiter lesen

Testament für ungültig erklären lassen | Stand: 16.02.2012

FRAGE: Mein Schwiegervater hat meine Frau enterbt. Zum Zeitpunkt der Errichtung des notariellen Testaments bezog er eine Rente wegen Schizophrenie und Demenz. Es liegen rund um den Zeitpunkt der Testamentserrichtun...

ANTWORT: Ihrer Schilderung zur Folge gehe ich davon aus, dass Sie aufgrund der testamentarischen Enterbung Ihrer Frau ein gerichtliches Verfahren vor dem Nachlassgericht angestrengt haben, um zu erreichen, das ...weiter lesen

Großvater verstorben - Besteht ein Anspruch auf den Pflichtanteil seines Nachlasses? | Stand: 22.12.2010

FRAGE: Todesfall Großvater am 21.11.2010. Ich möchte gerne Ihre Einschätzung ob ein Anwalt in diesen Fragen "Sinn macht": 1) muss ich eine Frist einhalten, um ggf. einen Pflichtanteil zu fordern?Ein...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,wie Sie zutreffend vermuten, ist eine Frist zu beachten. Pflichtteilsansprüche und Pflichtteilsergänzungsansprüche (auf die ich an anderer Stelle eingehe) unterliege ...weiter lesen

Einsicht in Unterlagen der Stiefmutter | Stand: 25.07.2010

FRAGE: Mein Vater ist letztes Jahr im Dezember verstorben. Hinterlassen hat er Sachgegenstände aber auch ein abbezahltes Einfamilienhaus (von der Raumaufteilung her nicht anders vermietbar/nutzbar), da...

ANTWORT: Sehr geehrte MandantinIhre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:Wie bekomme ich bei der Bank Einsicht in die Unterlagen da ich den Verdacht hege das meine Stiefmutter nicht aufrichtig ist bei de ...weiter lesen

Erb- oder Pflichtteilsansprüche nach dem Tode der Eltern | Stand: 08.05.2010

FRAGE: Unsere Mutter (Jahrgang 1923) hat sieben Kinder. Zu vererben hat sie ein Haus und einen ungewissen Kontobestand. Das Haus hat sie jetzt schon zu Lebzeiten auf eines der sieben Kinder im Jahr 2005 per Grundbucheintra...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,hinsichtlich Ihrer Erb- oder Pflichtteilsansprüche nach dem Tode Ihrer Mutter ist es entscheidend, wann Ihre Mutter stirbt. Innerhalb einer Frist von 10 Jahren wird das vom Erblasse ...weiter lesen

Ausschluss des Erben wegen einer Suchtkrankheit zulässig? | Stand: 16.12.2009

FRAGE: Mein Sohn (31 Jahre alt) ist Alkoholiker. Sein Vater droht ihm mit Enterbung, auch Entzug des Pflichtteiles. Ist diese Suchtkrankheit Grund genug, ihn vom Erbe auszuschließen? ...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,Fragestellung: Enterbung und Pflichtteilsentziehung wegen Alkoholkrankheit des Erben bzw. PflichtteilsberechtigtenWer Erbe wird, bestimmt sich nach der gesetzlichen Erbfolge ode ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.209 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 17.10.2017
Vielen Dank für die Ausführliche Kompetente Beratung. Bei weiteren Unklarheiten gerne wieder.

   | Stand: 17.10.2017
Ich werde anwaltshotline weiterempfehlen und bei Bedarf auch nutzen

   | Stand: 16.10.2017
Nach einer Kündigung wollte mein Arbeitgeber ein Paragraphen wissen, in dem etwas sehr explizites stand. Nach langer Suche im Internet etc. habe ich nun die Anwaltshotline genutzt. Super Beratung mit verständlichen Erklärungen. Innerhalb von 10 Sekunden wurde ich an einen Anwalt geleitet. Vielen Dank für die super tolle und schnelle Hilfe!! Nur zu Empfehlen, immer wieder gern!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Erbrecht | Erbrecht | Steuerrecht | Erb- und Steuerrecht | Alleinerbe | Enterbung | Erbschaft | Nachlass | Pflichterbe | Pflichterbteil | Pflichtteil | Pflichtteilanspruch | Pflichtteilsberechtigter | Pflichtteilsergänzung | Pflichtteilsergänzungsanspruch | Pflichtteilsrecht | Pflichtteilsverzicht | Plichtteil | Zusatzpflichtteil | Pflichtteilsentzug

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen