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Lehrer lässt Schüler wegen Verspätung nicht am Unterricht teilnehmen - Liegt eine Aufsichtspflichtverletzung vor?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Andrea Fey
Stand: 10.10.2009

Frage:

Unser Sohn (14 Jahre) hatte sich zum Unterrichtsbeginn in der Schule um 5 Minuten verspätet, da sein Bus nicht rechtzeitig abgefahren ist. In der Schule angekommen, klopfte er an der Tür des Biologieraumes, der leider nur von innen zu öffnen ist. Ihm wurde aber nicht geöffnet. Er wartete also vor der Tür. Nach einiger Zeit wurde die Tür von einer Mitschülerin geöffnet und er hörte sie zur Unterrichtskraft sagen, dass er vor der Tür stand. Dennoch durfte er nicht am Unterricht teilnehmen. Selbst die Abteilungsleitung, die ihn nach 45 Minuten dort stehen sah konnte ihren Kollegen nicht dazu überreden, dass mein Sohn den Unterricht besuchen konnte.

Er stand also 90 Minuten ohne Aufsicht vor der Tür und hätte sich ohne weiteres entfernen können. Handelt es sich hierbei um eine Verletzung der Aufsichtspflicht?

Im Weiteren Verlauf bekamen wir einen Brief, in dem unserem Sohn das unentschuldigte Fehlen in diesen 2 Stunden vorgeworfen wurde. Dieses Schreiben erhielten wir aber nicht von der Schule, sondern von einem privaten Institut, mit dem die Schule zusammen arbeitet. Hieraus musste ich schließen, dass die Schule unseren Namen, den meines Sohnes sowie unsere Adresse, ohne unser Wissen an Dritte weiter gegeben hat. Handelt es sich hierbei nicht um einen Verstoß gegen das Datenschutzgesetz? Uns war dieses Vorgehen absolut unbekannt.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der Unterrichtsverweigerung gegenüber Ihrem Sohn Stellung:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass das Verhalten der verantwortlichen Lehrkraft, Ihren erst 14jährigen Sohn etwa 90 Minuten unbeaufsichtigt vor der Türe stehen zu lassen, selbstverständlich unverantwortlich war und zu beanstanden ist.

Des weiteren ist auch die Weitergabe der personenbezogenen Daten an das private Institut durch die Schule zu beanstanden, da eine derartige Weitergabe personenbezogener Daten ohne ausdrückliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten unzulässig ist.

Ich möchte Ihnen daher empfehlen, die Situation der zuständigen Landesschulbehörde mitzuteilen und die Einleitung von Disziplinarverfahren sowohl gegenüber der betreffenden Lehrkraft als auch gegenüber dem Rektor der Schule anzuregen.



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