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Totalschaden am Auto - Kann durch eine falsch formulierte Aussage die Versicherungsleistung verwehrt werden?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Turowski
Stand: 07.10.2009

Frage:

Ich bin auf der Autobahn (A3 zwischen Würzburg und Nürnberg) mit meinem 3 Monate alten Auto von der Fahrbahn abgekommen und auf den Grünstreifen geraten. Vermutlich durch einen dort befindlichen Stein wurde das rechte Vorderrad abgerissen und die vordere Spur hat sich verzogen. Von der herbeigerufenen Polizei wurde der Unfall nicht zu aktenkundig aufgezeichnet.

Bei meinem Fahrzeug besteht lt. Aussage des Abschleppunternehmens ein Totalschaden. Eine Untersuchung in einem Würzburger Krankenhaus (einschl. Röntgen HWS, EKG und Labor) ergab bei mir keine Auffälligkeiten. Andere Personen oder Fahrzeuge sind bei dem Ereignis nicht zu Schaden gekommen.

Bei meiner ersten telefonischen Aussage bei der Rechtsschutzversicherung, wo mein Auto Vollkasko versichert ist habe ich zum Schadenhergang angegeben, dass ich durch heftiges Niesen von der Fahrbahn abgekommen sei. Ein in Bonn tätiger Anwalt riet mir, ich solle in der schriftlichen Schadensanzeige angeben, dass ich durch eine kurze Unachtsamkeit von der Fahrbahn abgekommen sei.

Welche Aussage soll ich wählen, um meinen Versicherungsanspruch nicht zu gefährden?

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

Im Ihrem Fall des Vollkaskoschadens muss Ihre Vollkaskoversicherung den Schaden immer dann abwickeln, wenn kein grobes Verschulden Ihrerseits vorhanden ist. Dies können Sie sicherlich in den Ihnen zu Ihrer Vollkaskoversicherung vorliegenden Unterlagen nachlesen.
Eigenes Verschulden wird dabei immer erstmal kritisch durch die Vollkaskoversicherung untersucht und gewertet.
Die Aussage des Kollegen, schriftlich eine Unachtsamkeit einzuräumen halte ich deshalb gegenüber der Versicherung für gewagt.
Ihre Schilderung, die Sie zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin bereits abgegeben haben, auch wenn das nur mündlich war, halte ich für die Bessere. Ein Niesen ist menschlich und auch nicht vermeidbar. Ein grobes Verschulden Ihrerseits ist darin nicht zu erkennen.
Eine kurze Unachtsamkeit dagegen kann leicht als große Unachtsamkeit ausgelegt werden. Gerade in Ihrem Fall, da Ihr Fahrzeug noch neuwertig war, was immer einen großen Schaden für die Versicherung darstellt.

Wenn zu Ihrem Niesen dann auch noch der Stein auf der Fahrbahn gekommen ist, liegt dann eher höhere Gewalt vor, was bedeutet, das Sie darauf ab einem bestimmten Punkt sowieso keinen mehr Einfluss haben. Ein Fahrfehler ist darin aber nicht zu sehen.



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