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Welche Unterhaltspflichten und in welcher Höhe treffen den Ehemann bei einer Trennung?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Irina Beer
Stand: 28.09.2009

Frage:

Mein Mann möchte die Trennung (nicht Scheidung). Wir haben eine Doppelhaushälfte, deren Eigentümer wir hälftig sind. Wir haben zwei Kinder (6 und 11). Mein Mann hat einen Weinladen, Einkünfte ca. 1.600 €/ Monat. Ich bin nicht berufstätig (Hausfrauenehe). Wir sind seit 13. 6. 1996 verheiratet. Wir haben uns entschlossen, die Trennung per Mediation zu regeln. Dabei wurde ein monatlicher Bedarf von 625 € plus Kindergeld ermittelt.

Davon will er 400 € abziehen, da ich ja einen 400 € Job annehme könnte. Ich habe keine Berufsausbildung und habe nie gearbeitet. Mein Mann bietet an: ich darf mit den Kindern mietfrei im Haus wohnen bleiben, muss ihn nicht auszahlen. Ich darf eines der zwei von ihm gekauften Autos nutzen (Betriebskosten zu meinen Lasten). Wir sind weiterhin bei ihm mit familienversichert (gesetzliche Krankenversicherung).

Alle laufenden Kosten (Grundabgaben, Strom, Wasser und derglichen) habe ich in Zukunft allein zu tragen. Kindergeld wird in Zukunft auf mein Konto überwiesen. Im Zuge der Mediation hat mir mein Mann 225 €/Monat Unterhalt angeboten. Ich arbeite im Betrieb gering mit und bekomme dafür 80€/Monat.

Meine Frage : Ist das ein guter Deal? Mein Mann hat zwar wenig Einkommen. Kapitalvermögen (wenn auch z. T. aus Erbschaft, kommt hier wohl nicht zum tragen, auch wenn es ursprünglich unsrer Altersversorgung gedient hätte) ist vorhanden.

Wenn ich sagte, ich würde das Ganze anwaltlich geregelt haben wollen, würde er dann mehr zahlen müssen unter der Voraussetzung, ich bleibe mit den Kindern im Hause wohnen?

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

wenn Sie während der Ehe nicht berufstätig waren, können Sie im Trennungsjahr in der Regel nicht auf die Möglichkeit einer Beschäftigung verwiesen werden. Von Ihnen kann in der Regel nicht verlangt werden, dass Sie einen 400,00 € Job annehmen, wenn Sie das während der Ehe nicht ausgeübt haben (nach einer Scheidung ist es anders). Allerdings kann Ihr Mann von Ihnen den Betrag für das mietfreie Wohnen und Nutzung des Fahrzeugs verlangen. Der Betrag für mietfreies Wohnen beläuft sich auf die Hälfte der fiktiven Kaltmiete. Falls dieser Wert plus Nutzungsentschädigung für das Fahrzeug insgesamt den Betrag von 400,00 € übersteigen, dann kann das Angebot Ihres Mannes für Sie gut sein. Wenn nicht, dann lohnt sich anwaltliche Hilfe.
Ich empfehle Ihnen, das Einkommen Ihres Mannes zu überprüfen. Dazu gehören alle Einkünfte, auch die aus dem Kapitalvermögen.
Nach Ihrer Auskunft wurde ein monatlicher Bedarf von 625,00 € plus Kindergeld ermittelt. Kindesunterhalt beträgt derzeit mindestens 240,00 € pro Kind, also insgesamt 480,00 €. Dann wurde Ihr Trennungsunterhalt in Höhe von 145,00 € ermittelt.
Beachten Sie bitte, dass der Unterhalt ab dem 12. Lebensjahr steigt. Da Ihr Mann ein selbständiger Unternehmer ist, lohnt es sich, Auskunft über sein Einkommen jährlich zu verlangen.



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