Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Defekter Messgerät: Muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Kosten der Reparatur erstatten?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Tobias Kraft
Stand: 22.09.2009

Frage:

Ich bin zur Installation einer Satanlage mit einem defekten Antennenmessgerät gefahren (wusste aber nicht, dass das Messgerät defekt war). Leider konnte ich die Antennenanlage mit dem defekten Messgerät nicht justieren.

Jetzt verlangt mein Arbeitgeber, das ich die Reparatur der Messgerätes in Höhe von 675,- Euro aus meiner Tasche bezahlen soll. Ist das rechtlich so richtig?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

vielen Dank für Ihre Rechtsfrage bei der E-Mail-Beratung der Deutschen Anwaltshotline, die ich auf der Grundlage des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts gern wie folgt beantworte.

Eine Haftung gegenüber Ihrem Arbeitgeber wäre nur dann möglich, wenn Sie gegen Ihre rechtlichen Pflichten verstoßen hätten, Sie dadurch einen Schaden verursacht und den Pflichtverstoß vorsätzlich oder zumindest fahrlässig begangen hätten. Dies ist natürlich immer eine Frage des genauen Einzelfalls.

Wenn ich Sie richtig verstehe, war das Messgerät schon vor Ihren vergeblichen Installationsbemühungen defekt. Daher dürfte hier schon gar kein Fehlverhalten in Form eines Pflichtenverstoßes von Ihnen vorliegen.

Selbst wenn man einen solchen Pflichtenverstoß annehmen würde (ich sehe allerdings keine Anhaltspunkte hierfür), müssten Sie für eine Haftung zudem schuldhaft gehandelt haben. Davon, dass Sie vorsätzlich das Gerät kaputt gemacht haben, kann natürlich überhaupt keine Rede sein. So bleibt nur die Frage, ob Sie sich einen Fahrlässigkeitsvorwurf gefallen lassen müssten. Fahrlässigkeit wird hierbei definiert als die Missachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Die Frage ist also hier, ob ein gedachter objektiver Arbeitnehmer mit vergleichbarer Qualifikation den Schaden vermieden hätte oder ob ihm dies auch hätte passieren können.

Für eine solche betrieblich veranlasste Tätigkeit gelten nach der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte die folgenden Haftungsgrundsätze: Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer in der Regel voll, d.h. er haftet auf Ersatz des gesamten Schadens. Bei mittlerer Fahrlässigkeit wird der Schaden unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalls zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Bei leichtester Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer gar nicht.

Grobe Fahrlässigkeit (= in der Regel volle Haftung des Arbeitnehmers) ist gegeben, wenn sich aufdrängende Sorgfaltsregeln, die in der gegebenen Situation jedermann befolgt hätte, nicht beachtet. Der Verstoß gegen die "im Verkehr erforderliche Sorgfalt" ist in einem solchen Fall also sehr krass. Hierfür gibt es keine Anhaltspunkte.

Die leichteste Fahrlässigkeit (= keine Haftung des Arbeitnehmers) kann man als das Gegenstück zur soeben geschilderten groben Fahrlässigkeit sehen, d.h. hierbei kann man dem Arbeitnehmer von vornherein nur ein ganz geringes Verschulden vorwerfen. Leichteste Fahrlässigkeit liegt z.B. in der Regel bei starker Überforderung vor, also z.B. dann, wenn der Arbeitnehmer in eine Situation gebracht wird, der er nach seiner bisherigen Erfahrung von auf sich allein gestellt nicht gewachsen ist. Liegt ein solcher Fall vor, würden Sie nicht haften.

Für die Fälle zwischen diesen beiden Polen ist eine Schadensaufteilung, d.h. eine anteilige Haftung die Regel, wobei im Zweifel von einer hälftigen Haftung auszugehen wäre.

Zu dieser Frage des Verschuldens dürfte man in Ihrem Fall aber gar nicht kommen, denn - wie bereits geschrieben - bestehen keine Anhaltspunkte für einen Pflichtenverstoß. Der Arbeitgeber müsste Ihnen nachweisen, dass aufgrund eines Fehlverhaltens von Ihnen das Messgerät kaputt gegangen ist. Dies wird ihm ohne Beweise hierfür nicht gelingen.

Lange Rede - kurzer Sinn: Sie müssen die Rechnung für die Reparatur des Messgeräts nicht (auch nicht anteilig) zahlen. Eine Einbehaltung der Summe vom Lohn wäre rechtswidrig und könnte von Ihnen vor dem Arbeitsgericht eingeklagt werden.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Auflösungsvertrag

Per Internet unwissentlich einen Zweijahresvertrag abgeschlossen - Sind Forderungen der Firma gerechtfertigt? | Stand: 21.09.2009

FRAGE: Per Internet habe ich 13.04.2008 einen Vertrag geschlossen. Ich war mir nicht klar, dass es sich um einen Zweijahresvertrag handelt. Es hat sich gezeigt, dass ich nichts mit dem Gebotenen anfangen kann...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Sie sollten weder die Inkassokosten noch die Kosten für einen angeblichen Zweijahresvertrag begleichen. Ich empfehle Ihnen, den Forderungen des Internetanbieters am besten einma ...weiter lesen

Wie ist im Haus mit zwei Wohnungseigentümern eine Abstimmung zu gestalten und welche Vorschriften finden Anwendung? | Stand: 21.09.2009

FRAGE: In einem Wohnhaus gibt es zwei Eigentumswohnungen mit je einem Eigentümer. Wie wird hier abgestimmt, wenn zum Beispiel zur Energieeinsparung das Haus isoliert werden muss? ...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,Das Wahlverfahren richtet sich nach §§ 25, 22 (2) Wohnungseigentumsgesetz (WEG).Danach hat jeder Wohnungseigentümer eine Stimme.Grundsätzlich ist die Wohnungseigentümerversammlun ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Arbeitsrecht

Interessante Beiträge zu Auflösungsvertrag

Urlaubs-Unfall anerkannt - trotz verspäteter Meldung
Nürnberg (D-AH) - Wer sich während einer Pauschalreise verletzt, muss dies seinem Urlaubsveranstalter binnen eines Monats mitteilen - sonst verliert er endgültig jeglichen mögliche Anspruch auf Kostenersatz. Al ...weiter lesen

Eine Skulptur auf der Gartenterrasse gehört nicht zum Hausrat
Nürnberg (D-AH) - Eine zum Garten offene Terrasse gehört nicht zur Wohnung. Kommen darauf abgestellte Gegenstände zu Schaden, muss die Hausratsversicherung nicht zahlen. Das hat das Amtsgericht München en ...weiter lesen

Schwerer Geländewagen wird nicht nach Gewicht versteuert
Nürnberg (D-AH) - Klasse statt Masse: Ein schwerer Geländewagen wird nicht nach seinem Gewicht, sondern nach dem Hubraum des Motors versteuert. Das hat im Fall eines Toyota Landcruiser J8 das Finanzgericht Hamburg en ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.209 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 17.10.2017
Vielen Dank für die Ausführliche Kompetente Beratung. Bei weiteren Unklarheiten gerne wieder.

   | Stand: 17.10.2017
Ich werde anwaltshotline weiterempfehlen und bei Bedarf auch nutzen

   | Stand: 16.10.2017
Nach einer Kündigung wollte mein Arbeitgeber ein Paragraphen wissen, in dem etwas sehr explizites stand. Nach langer Suche im Internet etc. habe ich nun die Anwaltshotline genutzt. Super Beratung mit verständlichen Erklärungen. Innerhalb von 10 Sekunden wurde ich an einen Anwalt geleitet. Vielen Dank für die super tolle und schnelle Hilfe!! Nur zu Empfehlen, immer wieder gern!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Arbeitsrecht | Arbeitsrecht | Insolvenzrecht | Tarifrecht | § 613 a | Abwicklung | Arbeitsrecht fristlose Kündigung | Auffanggesellschaft | Aufhebungsvereinbarung | Aufhebungsvertrag | Auflösungsantrag | Auflösungsvereinbarung | Auflösungsverträge | Betriebsstilllegung | Massenentlassung | Massenentlassungsanzeige | Rüge | Umwandlungsvertrag

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen