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Artikel im Internet bestellt und bezahlt doch nie wieder etwas vom Verkäufer gehört - Was kann man tun?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Thomas Lork
Stand: 13.09.2009

Frage:

Auf einer Onlineplattform habe ich vor rund einem Monat einen Artikel ersteigert. Die bei der Onlineplattform hinterlegte Bankverbindung lief seltsamerweise auf eine andere Person wie der auf der Onlineplattform hinterlegte Handelspartner. Mit wurde seitens des Handelspartners auf Nachfrage aber bestätigt, dass dies die Bankverbindung dessen Freundes wäre und die Zahlung auf dieses Konto so korrekt wäre. Ich habe dann bezahlt, aber danach nie wieder was gehört. Nun habe ich per Telefonbuch die Telefonnummer des Handelspartners recherchiert und mit ihm telefoniert. Dabei kam heraus, dass der Handelspartner laut seiner Aussage kein Konto hat, aber mit der als Zahlungsempfänger genannten Person in ein anderes Rechtsproblem hat. Auf dieselbe Zahlungsempfänger-Person wurde ein Überweisungsbeleg mit gefälschter Unterschrift meines Handelspartners ausgestelllt (dieses wurde dieser Tage angeblich zur Anzeige gegen Unbekannt gebracht und wird nun von der Kripo ermittelt). Nun möchte ich Anzeige erstatten. Soll ich diese gegen Unbekannt richten, gegen meinen Handeslpartner (der aber möglicherweise doch unschuldig ist, wenn der Account wirklich gefälscht ist) oder gegen den Zahlungsempfänger meiner Zahlung?
Oder wie sollte ich weiter vorgehen?

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Antwort:

Die von Ihnen geschilderte Problematik ist durchaus nicht unbekannt. In der Tat bietet das Internet, und hier gerade die Internetauktions- und Verkaufsplattform nach dessen überragenden Erfolg in den letzten Jahren, eine reichhaltige und große Spielwiese für ?Geschäftspartner?, die einzig und allein auf die Geschäftemacherei aus sind.

Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt ist dafür durchaus bekannt. Insbesondere das Verweisen des Geschäftspartners auf das Konto eines Dritten ist dabei durchaus üblich, um die Forderungen des Geschäftspartners möglichst schwierig gestalten zu lassen. Z. T. geht es hier auch um die Verheimlichung von Einkommen gegenüber Behörden und Sozialträgern.

Schwierig wird die Lage insbesondere für denjenigen, der sich das Geld zurückholen möchte oder aber das Liefern der Ware fordert. Sie fragen hier jedoch ausdrücklich, ob Sie strafrechtlich vorgehen können und wenn ja, gegen wen.

Sie können die Strafanzeigen grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten stellen, entweder per Post an die Staatsanwaltschaft oder aber per Post oder mündlich bei jeder Polizeidienststelle. In einigen Bundesländern ist es auch möglich, die Strafanzeige im Online-Verfahren zu stellen (sog. Onlinewachen).

Ich würde empfehlen, die Strafanzeige, verbunden mit dem Strafantrag gegen Unbekannt stellen, denn nach der Ihrigen Sachverhaltsdarstellung hat der Inhaber des Accounts wohl von den Vorgängen doch keine Ahnung gehabt, so dass es sich hier wohl eher um ein Hackerproblem oder Ähnliches handelt. Zwar könnte man zivilrechtlich auch gegen den Inhaber des Accounts vorgehen, im strafrechtlichen Sinne hat sich dieser zumindest nach Ihren Erkenntnissen nichts zu schulden kommen lassen, so dass der Antragsgegner der Unbekannt ist. Teilen Sie bitte jedoch der Staatsanwaltschaft bzw. der Polizeidienststelle sämtliche teilhabenden Personen mit und stellen Sie klar, in welcher Form sie teilgehabt haben. Sicherlich hat auch der Inhaber des Kontos, auf welches Sie überwiesen haben, keine schlechten Chancen, strafrechtlich verfolgt zu werden.



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