Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Durchsetzung des Umgangsrechts durch den Kindesvater


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Anette Führing
Stand: 11.09.2009

Frage:

Ich habe Zwillinge (2 Jahre alt). Ich habe nun erfolgreich das alleinige Sorgerecht erstritten. Der Kindesvater ist drogenabhängig und dealt. Desweiteren ist er gewaltätig mir und anderen Erwachsenen Menschen gegenüber und mit seinem Leben überfordert. Er möchte nun Umgang mit den Kindern. Dazu muss ich noch anführen, er sollte eine Verhaltens- und Drogentherapie machen. Beginn 07.09.2009. Er hat diese Therapien nicht angefangen mit fadenscheinigen Ausreden. Nun zu meiner Frage: wie ist der Umgang zu gestallten und ist er überhaupt sinnvoll. Ich sehe eine Gefahr für die Kinder.
Denn er hat auch schon 2 Selbstmordversuche hinter sich: einmal im Alter von 12 Jahren und mit 22. Heute ist er 25 Jahre alt. Sein Drogenkonsum begann mit 15 Jahren. Sein Alkohollismus mit 12 bis 13 Jahren hält bis heute an.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Grundsätzlich hat der Kindesvater einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Durchsetzung des Umgangsrechts.
Gemäß § 1684 BGB hat das Kind ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen. Neu ist hierbei auch, dass es sich nicht nur um ein Elternrecht, sondern auch um eine Elternpflicht handelt. Diese Elternpflicht ist zwar nicht einklagbar, aber stellt eine Aufforderung an den nicht betreuenden Elternteil dar, den Kontakt nicht zu dem Kind abbrechen zu lassen und sich der Bedeutung der Kontakte für die Entwicklung des Kindes bewusst zu sein.
Nach § 1684 Abs. 2 BGB gibt es die Loyalitätspflicht beider Elternteile. Diese verlangt von beiden Elternteilen, alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zu dem anderen Elternteil beeinträchtigen und die Erziehung sowie den Umgang erschweren könnte. Diese Wohlverhaltensklausel verlangt von dem sorgeberechtigten bzw. das Kind betreuenden Elternteil auch, aktiv in erzieherischer Weise auf das Kind einzuwirken.
Ihre Zwillinge sind ja noch sehr klein und können sich selbst nicht äußern. Da nun der Kontakt zu dem Vater gehalten werden muss, wäre es hier sinnvoll, das Jugendamt einzuschalten. Da der Kindesvater alkoholabhängig ist, bezüglich einer Therapie uneinsichtig ist, darüber hinaus latent immer die Suizidgefahr besteht, erscheint mir in Ihrem Fall tatsächlich nur der beschützende Umgang nach 1684 Abs. 3 und 4. BGB sinnvoll. Voraussetzung ist , dass ein Dritter, der die Umgangskontakte begleiten und beaufsichtigen soll, zu einer solchen Mitwirkung bereit ist. Dies ist auf alle Fälle beim Jugendamt zu erwarten. Gerade für Ihren Fall, dass hier die Gefahr besteht, dass der Vater eventuell alkoholisiert die Umgangskontakte wahrnehmen wird, wird das Jugendamt mit Sicherheit den Umgang begleiten.
Da die Kinder erst zwei Jahre alt sind, gehe ich davon aus, dass nur kurze Besuchskontakte in den Räumen von Jugendhilfeeinrichtungen oder Familientherapeutischen Stellen alle zwei Wochen für einen kurzen Zeitraum eingeräumt werden.
Sofern hier der Vater tatsächlich weiterhin alkohol- und drogenabhängig bleibt, wäre tatsächlich an einen vollständigen Entzug des Umgangsrechts zu denken. Der vollständige Ausschluss des Umgangs zwischen dem Vater und den Kindern muss allerdings mit den hervorragenden Interessen am Kindeswohl begründet werden. Es muss also aufgrund eines Sachverständigengutachtens dargestellt werden, dass ein Umgang mit dem Vater das Kindeswohl gefährdet und daher auf längere Zeit auszuschließen ist.
Sofern hier tatsächlich Anhaltspunkte bestehen, können Sie durch einen Arzt auch die Gefahr darstellen, dass durch die Abhängigkeit des Kindesvaters Gefahren für die Kinder bestehen.
Sie sollten sie ein Verfahren zum Ausschluss des Umgangsrechts dann anhängig machen beim Gericht. Für solche Verfahren besteht nach neben dem nunmehr geltenden § 155 FamFG ein so genanntes Beschleunigungsgebot. Danach soll spätestens einen Monat nach Beginn des Verfahrens ein Erörterungstermin stattfinden. Das ist eine grundsätzlich verpflichtende Vorgabe für das Gericht, die nur in Ausnahmefällen überschritten werden darf.
Grundsätzlich soll das Gericht nach dem neuen Verfahren in Familiensachen eine einvernehmliche Lösung zwischen den Eltern herbeiführen, die dem Kindeswohl entspricht. Sofern dies nicht möglich ist, hat das Gericht mit den Beteiligten und dem Jugendamt den Erlass einer einstweiligen Anordnung vorzuschlagen. Sie müssten wir allerdings diesen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung stellen. Sofern dieses Kindeswohl gefährdet ist, kann das Gericht auch die Anordnung eines Sachverständigengutachtens hinwirken.

In einem solchen sozialpsychiatrischen Gutachten wird überprüft, ob der Vater zur Ausübung des Umgangsrechts tatsächlich in der Lage ist. Nach dem neuesten Gesetz ist das Gericht auch daran gehalten, auf die Möglichkeiten einer Mediation hinzuweisen. Dies ist eine außergerichtliche Streitbeilegung, in der sich beide Parteien jedoch freiwillig zu dem Verfahren einverstanden erklären müssen und an einer gemeinsamen Lösung mitwirken müssen.
Ein solches Verfahren müssen Sie doch nicht in "befürchten?, wenn ein totaler Ausschluss des Umgangsrechts beantragt wird, weil der Vater nicht zur Ausübung des Umgangsrechts geeignet ist.




Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu alleiniges Sorgerecht

Sohn nicht krankenversichert wegen fehlendem Nachweis | Stand: 15.05.2013

FRAGE: Ich bin seit 2002 geschieden und habe zwei Kinder. A (geb. 1988) und B (geb. 1990). Für B hatte meine Exgattin alleiniges Sorgerecht. B hat immer bei seiner Mutter gewohnt und ist auch heute noc...

ANTWORT: Die Ablehnung und Ignoranz seitens Ihres Sohnes und auch Ihrer geschiedenen Ehefrau, die aus dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt deutlich wird, ist tatsächlich außergewöhnlich. Die ...weiter lesen

Sorgerecht und Umgangsrecht des Kindesvaters nach dem Tod der Kindesmutter | Stand: 23.06.2010

FRAGE: Ich bin Arzt im Notdienst, 63 Jahre alt, berufstätig, in ordentlichen Verhältnissen lebend und nicht drogensüchtig, vorbestraft oder Ähnliches. Meine Freundin, mit der ich 15 Jahr...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,in der Beantwortung meiner Fragen möchte ich zwischen dem Sorgerecht und dem Umgangsrecht unterscheiden.1. Bei nicht-ehelichen Vätern gibt das geltende deutsche Sorgerech ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Familienrecht
Interessante Beiträge zu alleiniges Sorgerecht

Neues Sorgerecht stärkt Rechte lediger Väter
| Stand: 24.05.2013

Bereits 2009 kritisierte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass die Sorgerechtsregelung in Deutschland, ledige Väter gegenüber Müttern deutlich benachteiligt. Im Juli 2010 beschloss ...weiter lesen

Alleiniges Sorgerecht - Privileg der Kindsmutter?
| Stand: 04.09.2012

Alleiniges Sorgerecht - Privileg der Kindsmutter?Frage: Unser Sohn ist nicht verheiratet, hat aber eine 2-jährige Tochter. Die Mutter besteht auf ein alleiniges Sorgerecht für das gemeinsame Kind. Verstößt ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-903
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.144 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 24.09.2017
Im speziellen konnte verständlicherweise nicht beraten werden, jedoch war für mich erst einmal die grundsätzliche Rechtslage von Bedeutung und ob ich mit meinen laienhaften Vorstellungen richtig lag. Genau hier konnte mir bestens geholfen werden.

   | Stand: 22.09.2017
Schnell und kompetent. Danke

   | Stand: 20.09.2017
sehr freundliche und kompetente Beratung, vielen Dank!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Familienrecht | Adoptionsrecht | Familienrecht | Strafrecht | Aufenthaltsbestimmung | Fürsorgerecht | gemeinsames Sorgerecht | Kindschaftsrecht | Kindschaftsrechtsreform | Personensorge | Sorgeerklärung | Sorgepflicht | Sorgerecht | Sorgerechtsentzug | Sorgerechtserklärung | Sorgerechtsstreit | Sorgerechtsübertragung | Sorgerechtsverfahren | Vertrauensverhältnis | widerruf für eltern | Alleinerziehende

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-903
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen