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Niederländische Krankenversicherungen - Wie gestaltet sich eine Kündigung oder ein Wechsel des Versicherungspakets?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Petra Nieweg
Stand: 03.09.2009

Frage:

Mein Problem: Ich bin seit dem 25.07.2005 wieder verheiratet (meine erste Frau ist 1992 verstorben).
Meine Frau war seit ihrem 20ten Lebensjahr in Holland mit einem Holländer verheiratet und somit hat sie seit dem einen holländischen Pass, sie hat aber ein Dokument von der damaligen deutschen Botschaft in Holland, dass sie Deutsche geblieben ist. Auch ihr Mann ist 1993 verstorben. Sie ist bisher in Holland privat versichert, doch die Kosten können wir nicht mehr aufbringen (7000? im Jahr). Durch private Schicksalsschläge, auch im Zusammenhang mit der Wirtschaftskriese bleibt ihr eine bescheidene holländische Staatsrente von z. Z. 420? also 20? zu viel für meine Familienversicherung bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Die 7000? betragen ein Drittel meiner Rente! Wir müssen die Versicherung aus den genannten Gründen kündigen, dann ist sie aber nicht mehr versichert. Doch nach den neuesten Gesetzesbestimmungen muss jeder Deutscher doch versichert sein! Doch die Krankenkasse lehnt weiter eine Aufnahme in die Familienversicherung ab.

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Antwort:

Grundsätzlich richtet sich die Krankenversicherung zunächst nach niederländischem Recht, da es sich um eine niederländische Rente handelt. Allerdings gibt es auch in den Niederlanden eine sogenannte Versicherungspflicht.
Zunächst müssen die Krankenversicherungen in den Niederlanden ein sogenanntes Mindestpaket bzw. eine Grundversicherung anbieten. Hier darf auch nicht ein Wechsel in ein solches Basispaket verweigert werden. D. h. als erstes wäre mit der jetzigen Versicherung abzuklären, ob schon ein solches Basispaket vorliegt, und wenn nicht, ob ein Wechsel gemacht werden kann und was das dann monatlich kosten würde.
Im Normalfall sollte bei der niederländischen Krankenversicherung der Beitrag nicht mehr als 4,8 % der Bezüge ausmachen.
Darüber hinaus bietet der niederländische Staat einen Gesundheitszuschuß für Menschen an, die die Beiträge für die Krankenversicherung nicht aufbringen können. Die Informationen hierzu sind auf der Website www.toeslagen.nl erhältlich. Leider spreche ich nicht genug niederländisch, um Ihnen dazu genauere Angaben zu machen. Dieser Zuschlag kommt von den Finanzämtern, so daß sich Ihre Frau auch an das Finanzamt Ihres letzten Wohnsitzes in den Niederlanden wenden kann.
Eine andere Variante wäre, einen Antrag auf Grundsicherung im Alter zu stellen, da die Kosten für die Krankenversicherung dazu führen, daß der Lebensunterhalt nicht mehr gewährleistet ist. Allerdings wird dann geprüft werden, ob nicht Ihre Rente ausreicht, damit beide, wenn auch knapp aber dennoch auf einem Minimum leben können.
Wird die Krankenversicherung gekündigt und eine neue nicht abgeschlossen, so muß im Fall der Fälle zunächst das Sozialamt die Kosten übernehmen, eine wirklich gute Lösung ist das allerdings auch nicht.
Weiterhin kann Ihre Frau versuchen, bei einer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland eine sogenannte freiwillige Mitgliedschaft zu beantragen. Dazu müßte dann ein ermäßigter Mindestsatz gezahlt werden, ca. 215,00 ?. Der Antrag auf die Ermäßigung muß ausdrücklich gestellt werden.
Leider gibt es mehr Möglichkeit nicht, obwohl der Staat die vertrackte Situation kennt und Ihre Frau kein Einzelfall ist.
Am wichtigsten ist, daß Sie sich zu aller erst an die niederländischen Krankenversicherungen wenden müssen und versuchen müssen, dort eine möglichst günstige zu bekommen. Soweit ich das niederländische Recht kenne, müßte das auch möglich sein. Vermutlich spricht Ihre Frau auch noch gut genug niederländisch, daß Sie keine größeren Verständigungsprobleme haben dürfte. Ggf. zusätzlich den Zuschuß vom niederländischen Staat beantragen, dieser kann maximal 403,00 ? betragen und muß jedes Jahr neu beantragt werden.



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   | Stand: 16.10.2017
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