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Die Anerkennung einer Schwerbehinderung und die Feststellung des Grades einer Behinderung

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 22.08.2009

Frage:

Mit welchem Grad der Behinderung kann ich bei der Erkrankung "Morbus Osler" rechnen?

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Antwort:

Die Anerkennung einer Schwerbehinderung und die Feststellung des Grades einer Behinderung erfolgt heute auf der Grundlage der Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung vom 10.12.2008.

In dieser Verordnung sind zahlreiche Krankheitsbilder erfasst ohne dass jede einzelne Krankheit aufgelistet wäre. So ist auch die Erkrankung "Morbus Osler" nicht speziell erfasst. Sie ist also in eines der beschriebenen Krankheitsbílder einzuordnen.

Möglich wäre eine Einordnung unter Gefäßkrankheiten oder unter Blutungskrankheiten. Da Gefäßkrankheiten von ihrer Beschreibung nur Gefäßverengungen umfassen, ist eine Einordnung in der Gruppe 16.10 Hämophile und entsprechende plasmatische Blutungskrankheiten oder sonstige Blutungsleiden sachgerecht.

Danach sieht die Verordnung eine Spanne einee Grades der Behinderung von 10 bis 100 vor. Dabei liegt ein GdB von 10 vor, wenn keine wesentlichen Auswirkungen vorliegen.

Bei mäßigen Auswirkungen ist ein GdB von 20 - 40 , bei starken Auswirkungen (starke Blutungen bereits bei leichten Traumen)bis ständiger klinisch manifester Blutungsneigung (Sponatanblutungen, Gefahr lebensbedrohlicher Blutungen)von 80 bis 100.

Da es in jeder Krankheit unterschiedliche Krankheitsbilder gibt, kann es keinen pauschalen Grad der Behinderung geben. Es kommt entscheidend darauf an, welchen nachweisbaren Verlauf die Erkrankung in der Vergangenheit genommen hat. Grundsätzlich halte ich eine Einordnung in die höchste Gruppe von 80-100 für möglich, wenn es in der Vergangenheit z.b. schon zu Spontanblutungen gekommen ist. Kann für die Vergangenheit aber nur Nasenbluten nachgewiesen werden, liegen wohl nur mäßige Auswirkungen (20 -40) vor.

Die letzte Entscheidung hierzu treffen immer Ärzte in entsprechenden Gutachten unter Berücksichtigung des individuellen Krankheitsverlaufes. Das schließt auch aus, dass auf Ihre pauschale Krankheitsbeschreibung "Morbus Osler" ein konkreter GdB ausgewiesen werden kann.

Sollten Sie mit der Entscheidung des Versorgungsamtes nicht einverstanden sein, besteht die Möglichkeit des Widerspruches und des Klageverfahrens vor dem Sozialgericht. Hier wird vom Gericht ein neutraler Gutachter bestellt. Dieser Weg ist nicht selten erfolgreich, da die gerichtlich bestellten Gutachter gelegentlich nicht so kritisch urteilen wie die von den Ämtern beauftragten Gutachter.

Veröffentlichte Gerichtsentscheidungen zum Thema Schwerbehinderung bei "Morbus Osler" liegen im übrigen in den Rechtsdatenbanken nicht vor.



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