Navigationspunkt Hauptthema Unterthema Artikeltitel
Soforthilfe vom Anwalt
Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
21.08.2009

Ein Mitarbeiter hat wiederholt "blau" gemacht - Welche Konsequenzen dürfen folgen?

Ein Mitarbeiter hat wiederholt "blau" gemacht. Diese Woche haben wir ihn darauf angesprochen und ihm eine letzte Chance gegeben. Für eine Wiedergutmachung haben wir verlangt, dass er die 12 Tage als Urlaub nimmt. Dürfen wir das? Bzw. dürfen wir von seinem Jahresurlaub (30 Tage) 12 Tage abziehen?

Digitaler Assistent
Digitalen Assistenten starten
Antwort Rechtsanwalt Tobias Kraft
Welche Frage haben Sie? E-mail senden

Die Erbringung der Arbeitsleistung eines Arbeitsnehmers ist rechtlich gesehen eine so genannte Fixschuld. Das bedeutet, dass die Arbeitsleistung grundsätzlich nur zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort erbracht werden kann. Wenn das nicht der Fall ist, weil der Arbeitnehmer z.B. unentschuldigt fehlt oder "blau" macht, ist er nicht zur Nachholung der versäumten Arbeitszeit verpflichtet. Demnach ist es rechtlich auch nicht möglich, arbeitsvertraglich zustehende Urlaubstage wegen des "Blaumachens" abzuziehen. Selbstverständlich verliert aber der betreffende Arbeitnehmer für die Zeit des unentschuldigten Fehlens seinen Anspruch auf Zahlung der entsprechenden Vergütung.

Sie können daher für die Tage des unentschuldigten Fehlens den Lohn z.B. bei der nächsten Lohnabrechnung einbehalten. Das Abziehen von Urlaubstagen können Sie rechtlich nicht gegen den Willen des Blaumachers durchsetzen. Allerdings können Sie ihn vor die Wahl stellen und ihm mitteilen, dass er, wenn er Lohneinbußen für die unentschuldigten Fehltage verhindern will, er Ihrem Vorschlag nachkommen müsste, Urlaubstage in dem entsprechenden Umfang zu reduzieren. Wenn er dem dann zustimmt, wäre das Abziehen der Urlaubstage möglich.

Ansonsten wäre hier selbstverständlich eine am besten schriftlich so genau wie möglich auf den jeweiligen konkreten Vorwurf bezogene Abmahnung möglich und auch anzuraten, in der schon auf weitergehende rechtliche Folgen (Kündigung) hinzuweisen ist. Aber womöglich haben Sie diesen Schritt schon unternommen, da Sie ja von der "letzten Chance" für den besagten Arbeitnehmer sprechen.

E-Mail Beratung
Fragen zum Thema
Arbeit und Beruf?
Anwalt kostenlos anfragen
Anwalt für Arbeit und Beruf anrufen:
0900-1 875 000 908*
Rechtsberatung per Telefon
schnell
rechtssicher
günstig