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Kauf von Spielfiguren für ein Onlinespiel mit anschließender Account-Sperre


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Tobias Kraft
Stand: 18.08.2009

Frage:

Ich nehme aktuell an einem Onlinegame teil. Bisher habe ich 150,- Euro für Ausrüstung (Spielfigur) investiert. Ich wurde nun für 1 Jahr gesperrt, weil ich nicht gemeldet habe, dass meine Figur von einem anderen User während meines Urlaub betreut wird.

Ich will nun mein Geld wieder haben, weil 1 Jahr Untätigkeit gleichbedeutend mit dem Löschen des Accounts ist und es keinen Sinn macht bei diesem Spiel weiter mitzuwirken. Zudem sind auf meinem Spielkonto noch gekaufte Kredite, die noch einzulösen wären.

Habe ich hier eine Chance mein Geld zurück zu erhalten?

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Antwort:

Da der user account nach Ziffer 2.7 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (kurz: AGB) nicht ohne ausdrückliche Zustimmung übertragbar ist und Sie nach Ziffer 4.2.3 der AGB verpflichtet sind, die Log-in-Daten und alle Kenn- sowie Passwörter streng geheim zu halten, liegt tatsächlich rein formal betrachtet ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen vor. Die genannten Klauseln dürften auch einer rechtlichen Überprüfung standhalten. Wie Ihnen sicher bekannt ist, findet sich in den Regelungen die Möglichkeit eines so genannten "Accountsittings" für einen durchgehenden Zeitraum von maximal 14 Tagen, der aber vorher angezeigt werden muss. Dieser Obliegenheit sind Sie nicht nachgekommen, da Sie die vorherige Anzeige unterlassen haben.

Die Frage ist hier allerdings, ob dieser einmalige Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen eine solch drastische Maßnahme wie eine einjährige Sperre für das Online-Spiel rechtfertigen kann. Nach Ziffer 7.2 der AGB behält sich Gameforge vor, nach eigenem Ermessen bestimmte Maßnahmen ergreifen, sofern ein Nutzer gegen die Nutzungsbedingungen oder die jeweils anwendbaren ergänzenden Bedingungen und Spielregeln schuldhaft verstößt. Ein schuldhafter Verstoß dürfte nicht zu entkräften sein, denn jedenfalls darf der Spielanbieter von Ihnen als Teilnehmer erwarten, die Nutzungsbedingungen zu kennen, so dass zumindest ein fahrlässiger und damit schuldhafter Verstoß gegeben ist.

In einer Reihenfolge mit steigender Eingriffsintensität werden in Ziffer 7.2. der AGB die möglichen Maßnahmen wie folgt angekündigt:

a) Ändern oder Löschen von Inhalten,

b) Verwarnung eines Nutzers,

c) Veröffentlichung des Fehlverhaltens im betroffenen Online-Spiel unter Nennung des Nutzernamens,

d) Vorübergehende oder dauerhafte Sperrung eines Nutzers für einzelne oder alle Online-Spiele und Inhalte der Gameforge-Internetseiten,

e) Ausschluss eines Nutzers,

f) Ausspruch eines vorübergehenden oder dauerhaften virtuellen Hausverbots in den Fällen eines Verstoßes gegen Abschnitt 6, oder

g) fristlose Kündigung des Nutzungsvertrages

Damit wird dem Bestimmtheitsgrundsatz und dem Transparenzgebot Genüge getan. Die Frage ist nur, ob der Betreiber sich bei diesem einmaligen Verstoß hier nicht zunächst mit einer milderen Maßnahme (z.B. mit einer Verwarnung) hätte begnügen müssen. Sie können hier argumentieren, dass die Verhängung dieser einem Spielausschluss gleich kommenden Strafe für einen einmaligen Verstoß als zu drastisch erscheint. Dies erscheine willkürlich und sei daher nicht mehr von dem pflichtgemäß auszuübenden Ermessen gedeckt. Im Übrigen hätten Sie ja nur die Anzeige versäumt, jedoch tatsächlich einen Anspruch auf das Accountssitting für 14 Tage gehabt, der Ihnen nicht zu nehmen gewesen sei. Der Aufbau des Maßnahmenkataloges in Ziffer 7.2 der AGB lege insofern nahe, dass zunächst mit milderen Maßnahmen zu rechnen ist und nicht direkt mit einer solchen Strafe. Darüber hinaus wollen Sie außerordentlich kündigen, weil Sie das Vertrauensverhältnis aufgrund der Vorkommnisse als zerrüttet betrachten. Das von Ihnen bereits Geleistete fordern Sie umgehend unter Setzung einer kurzen Frist (z.B. 2 Wochen) zurück.

Von einem Einklagen würde ich indes abraten, da das Vorgehen der Spielbetreiber rechtlich im wohl gerade noch zulässigen Bereich liegt und die Aussichten der gerichtlichen Geltendmachung jedenfalls nicht zu Ihren Gunsten überwiegen und ein solches Vorgehen zunächst weitere Kosten (Gerichtskosten und ggf. Anwalt) produzieren würde.



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