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Verkehrsrecht

Vollkasko - Infos und Rechtsberatung

04.01.2016 /
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG

Eine Vollkaskoversicherung kann je nach Vertragsvereinbarung mit oder ohne Selbstbeteiligung abgeschlossen werden, um eventuell am Fahrzeug entstandene Schäden nicht selbst zahlen zu müssen.

Bei Leasingfahrzeugen wird grundsätzlich eine Vollkaskoversicherung vereinbart. Dies dient zum Schutz beider Vertragspartner. Während bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ein Kontrahierungszwang besteht, der Versicherer den Versicherungsnehmer beim Vertragsschluss also nicht ablehnen kann, ist dies bei einer Vollkaskoversicherung nicht der Fall. Die Vollkaskoversicherung tritt über die Teilkaskoversicherung (beispielsweise Brand, Diebstahl, Glasbruch) hinaus auch bei selbst verschuldeten Schadensfällen ein oder wenn der Unfallgegner Fahrerflucht begangen hat. Der Versicherungsschutz umfasst die Beschädigung oder Zerstörung des Fahrzeugs durch einen Unfall sowie durch mutwillige oder böswillige Handlungen. Nach § 12 Abs. 1 Nr. 2 lit. e AKB (Allgemeine Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung) wird unter einem Unfall ein Ereignis verstanden, das von außen unmittelbar oder plötzlich mit mechanischer Gewalt auf ein Fahrzeug einwirkt. Brems-, Betriebs- und Bruchschäden sind dabei keine Unfallschäden. Der Schaden darf weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verursacht worden sein. Vorsatz ist das Wissen und Wollen eines rechtswidrigen Erfolges (Soergel / Wolf § 276 Rz 41).
Ein Verhalten ist grob fahrlässig, wenn die im Straßenverkehr erforderliche Sorgfalt im besonderen Maße missachtet wird, wie beispielsweise das Überfahren eines Stoppschildes (OLG Hamm DAR 1999, 217) oder das Aufheben von Gegenständen vom Boden eines Kraftfahrzeugs während der Autofahrt (OLG Hamm zfs 1990, 166). Bei grober Fahrlässigkeit darf der Versicherer seine Leistung nur nach der Schwere des Verschuldens kürzen; eine 100%-Kürzung bei einer alkoholbedingten Fahruntauglichkeit.

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