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Piercing - Infos und Rechtsberatung

Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 02.05.2014

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Unter Piercing versteht man nach dem Duden das Durchstechen von Haut. So ist etwa das Durchstechen der Haut bei der Augenbraue, an der Nase, dem Mund oder dem Bauchnabel, vor allen Dingen bei jungen Menschen sehr beliebt.

Piercing ist strafrechtlich nicht unproblematisch. Bei dem Durchstechen von Haut handelt es sich rein tatbestandlich immer um eine Körperverletzung. Derjenige der also pierct, muss sich immer bewusst sein, möglicherweise im strafbaren Bereich zu handeln. Allerdings ist eine Bestrafung für diese Handlung ausgeschlossen, wenn der Kunde ausdrücklich um die Vornahme einer solchen Handlung bittet. Schwierig wird dies vor allen Dingen dann, wenn es sich bei den Kunden um Minderjährige handelt. Hier stellt sich die Frage, inwieweit ein Minderjähriger auf sein Recht auf körperliche Unversehrtheit freiwillig verzichtet und ob ein Verzicht überhaupt rechtlich relevant ist oder ob hier nicht viel mehr der Erziehungsberechtigte diesen Verzicht auf die körperliche Unversehrtheit in Form einer Einwilligung zum Piercing unterschreiben muss.
Die Rechtswidrigkeit der Körperverletzung kann durch eine rechtswirksame Einwilligung des Minderjährigen gemäß § 228 StGB (Strafgesetzbuch) ausgeschlossen sein. Für diese rechtfertigende Einwilligung ist kein bestimmtes Alter erforderlich. Man muss nicht voll geschäftsfähig sein. Es genügt, wenn man einwilligungsfähig ist. Der Jugendliche muss nach seiner geistigen und sittlichen Reife imstande sein, die Bedeutung und Tragweite seines Rechtsgutsverzichts zu erkennen.

Dies ist aber ohne genaue Kenntnis des Jugendlichen nicht möglich, so dass stets die Einwilligung der Erziehungsberechtigten vorliegen sollte.
Weitere Fragen hierzu beantworten gerne die erfahrenen Rechtsanwälte der Deutschen Anwaltshotline.

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