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Morddrohung

Stand: 03.07.2014

Der Begriff der Morddrohung ist ein juristisch untechnischer Begriff.

Einen Tatbestand der Morddrohung kennt das deutsche Strafrecht nämlich nicht. Es ist vielmehr die laienhafte Bezeichnung einer Bedrohung nach § 241 StGB (Strafgesetzbuch), die eine bestimmte Zielrichtung hat. Wenn also jemand zur Polizei geht und um Schutz bittet, weil er eine Morddrohung bekommen hat, so wird die Ermittlungsbehörde lediglich wegen Bedrohung ermitteln. Auch ist fraglich, ob eine vermeintliche Morddrohung nicht vielfach eine bloße Einschüchterung ist oder auch nur aus einer Emotion, einem Affekt, heraus gesagt oder in sonstiger Art und Weise geäußert wurde. Eine Bedrohung ist das Inaussichtstellen eines zukünftigen Übels, dessen Realisierung der Täter beeinflussen kann, oder bei der der Täter vorgibt, dieses verwirklichen zu können (BGHSt 16, 386). Es reicht aus, wenn der Bedrohte die Drohung als ernsthaft aufnehmen soll; es kommt nicht darauf an, ob der Täter sie ausführen will oder kann. Dagegen genügt die Mitteilung einer bloßen Möglichkeit noch nicht (OLG Koblenz NJW 2006, 3015). Auch im sozialen Kreis der Beteiligten übliche und dort als Großspurigkeiten verstandene Äußerungen, die nicht als objektiv ernst zu nehmende Verbrechensandrohung verstanden werden können, reichen nicht aus (Fischer, Strafgesetzbuch § 241 Rz. 3a). In einem bloßen "Ich bring Dich um!" kann streng genommen noch keine Morddrohung bestehen, weil die Konkretisierung für die besondere mordmerkmalsspezifische Begehungsweise fehlt. Für eine "echte" Morddrohung müsste der Täter dem Adressaten der Bedrohung beispielsweise in Aussicht stellen, auf besonders grausame Art getötet zu werden.

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