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Erwachsenenstrafrecht

Stand: 21.09.2015

Soweit nicht die besonderen Regelungen des Jugendstrafrechts Anwendung finden, gilt das Erwachsenenstrafrecht, wie es hauptsächlich im StGB (Strafgesetzbuch) geregelt ist.

Unter Erwachsenenstrafrecht wird das allgemeine Strafrecht verstanden. Im Gegensatz hierzu steht das Jugendstrafrecht. Dieses ist ein Sonderstrafrecht für junge Täter und ist im Jugendgerichtsgesetz (JGG) geregelt. Das Jugendgerichtsgesetz gilt, wenn ein Jugendlicher oder ein Heranwachsender eine Verfehlung begeht, die nach dem allgemeinen Strafrecht mit Strafe bedroht ist (§ 1 JGG), also ein Verbrechen oder Vergehen. Eine Ordnungswidrigkeit ist keine Verfehlung. Das JGG wird hier sinngemäß angewandt, soweit das JGG nichts anderes bestimmt.
Jemand gilt als Jugendlicher, wenn er zum Tatzeitpunkt bereits 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist (§ 1 Abs. 2 JGG). Ein Kind unter 14 Jahren ist nach § 19 StGB schuldunfähig und somit strafunmündig. Als Heranwachsender gilt, wer zum Tatzeitpunkt schon 18, aber noch nicht 21 Jahre alt ist (§ 1 Abs. 2 JGG). Ein Heranwachsender ist also absolut strafmündig, jedoch können die Regelungen des Jugendstrafrechts angewandt werden, wenn der Angeklagte zum Tatzeitpunkt nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung noch einem Jugendlichen gleichstand (§ 105 Abs. 1 Nr. 1 JGG) oder wenn es sich um eine typische Jugendverfehlung handelt (§ 105 Abs. 1 Nr. 2 JGG). Während das Erwachsenenstrafrecht bei der Art und dem Gewicht der Strafen den Schwerpunkt auf die schuldhafte Begehung einer Tat setzt, zielt das Jugendstrafrecht auf eine sog. Legalbewährung ab, indem die Erziehung zum gesetzmäßigen Verhalten im Vordergrund steht.

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