Navigationspunkt Hauptthema Unterthema Artikeltitel

Arbeitslosengeld: Darf ich einen Nebenjob annehmen?

Wer Arbeitslosengeld bezieht kommt häufig gerade so über die Runden. Deshalb entscheiden sich viele Sozialhilfeempfänger für einen Nebenjob. Grundsätzlich ist das auch problemlos möglich, solange Sie sich an bestimmte Einkommensgrenzen und Höchstarbeitszeiten halten. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Nebenverdienst bei Arbeitslosigkeit haben wir hier für Sie beantwortet.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 28.03.2019
Rechtsberatung per Telefon
zum Thema Arbeitslosengeld Nebenjob
schnellgünstig
rechtssicher
Anwalt für Sozialrecht anrufen:
0900-1 875 001 711*
* 1,99 €/Min inkl. 19% MwSt. aus dem Festnetz der Deutschen Telekom (ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen)
Anwalt für Sozialrecht anrufen:
0900-1 875 001 711*
Rechtsberatung per Telefon
schnell
rechtssicher
günstig

Muss ich der Agentur für Arbeit meinen Nebenverdienst melden?

Ja. Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind und sich gerne den einen oder anderen Euro dazuverdienen möchten, müssen Sie dies der Agentur für Arbeit melden. Dies können Sie bequem online erledigen, indem Sie das folgende Formular nutzen: Bescheinigung über Nebeneinkommen

Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Nebentätigkeit spätestens bis zu Ihrem ersten Arbeitstag gemeldet haben. Ist dies nicht geschehen, kann es sein, dass Sie Nachzahlungen leisten müssen. Die Agentur für Arbeit wird dann außerdem prüfen, ob Sie Ihren Zuverdienst bewusst nicht gemeldet haben und entsprechend eine Ordnungswidrigkeit vorliegt.

Gibt es eine Höchstarbeitszeit?

Ja, Sie müssen bei Ihrem Nebenjob darauf achten, dass Sie weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten. Ansonsten sind Sie nach den Vorschriften des dritten Sozialgesetzbuchs (SGB III) nicht mehr arbeitslos und erhalten dementsprechend keine Bezüge mehr.

Achtung: Arbeiten Sie genau 15 Stunden pro Woche, ist das schon zu viel. Sie müssen darauf achten, tatsächlich weniger als diese Maximalarbeitszeit zu leisten.

Wie viel darf ich während der Arbeitslosigkeit dazuverdienen?

Haben Sie einen passenden Nebenjob gefunden, sollten Sie darauf achten, die geltenden Freibeträge nicht zu überschreiten. Verdienen Sie nämlich zu viel, wird die Differenz auf Ihr Arbeitslosengeld angerechnet und Ihre Leistungen werden entsprechend gekürzt.

Freibeträge: Nebenjobs bei Arbeitslosigkeit

Ein Beispiel: Herr Schuster bezieht Arbeitslosengeld I und will sich als Minijobber in einem Call-Center ein wenig Geld dazuverdienen. Monatlich erhält er dafür 185 Euro netto. Sein Verdienst liegt damit über dem Freibetrag von 165 Euro, weshalb ihm das Arbeitslosengeld um 20 Euro gekürzt wird.

Gut zu wissen: Auch wenn Sie Sozialleistungen beziehen, können Sie sogenannte Werbungskosten geltend machen. Müssen Sie für Ihren Job beispielsweise Arbeitskleidung erwerben, die Reinigung dafür bezahlen oder entstehen Ihnen Kosten für den öffentlichen Nahverkehr, werden diese Werbungskosten von Ihrem Nettogehalt abgezogen. Verdienen Sie etwa 195 Euro bei Bezug von Arbeitslosengeld I, würde Ihr Arbeitslosengeld normalerweise um 30 Euro gekürzt. Geben Sie allerdings 30 Euro pro Monat für die Anfahrt zur Arbeit aus, können Sie diese Mehrkosten als Werbungskosten geltend machen und erhalten entsprechend Ihr Arbeitslosengeld in voller Höhe.

Ihre Freibeträge können übrigens angehoben werden, wenn Sie Ihren Nebenverdienst in den 18 Monaten vor Beginn Ihrer Arbeitslosigkeit mindestens schon für 12 Monate ausgeübt haben. Hatten Sie also bereits in der Vergangenheit einen Nebenjob, bei dem Sie monatlich 210 Euro verdient haben, erhöht sich Ihr Freibetrag um eben diese 210 Euro.

Ein Beispiel: Herr Meiers Arbeitgeber musste Insolvenz anmelden, woraufhin sich Herr Meier arbeitslos meldete. Er bezieht Arbeitslosengeld I und darf also 165 Euro pro Monat hinzuverdienen. Da Herr Meier sich sein Einkommen auch vor der Insolvenz schon durch einen Nebenjob aufgebessert hat, wird sein Freibetrag erhöht. In den letzten 12 Monaten vor der Arbeitslosigkeit jobbte er als Bürohilfe und verdiente dabei 230 Euro pro Monat. Sein Freibetrag beläuft sich also auf 395 Euro (165 Euro + 230 Euro).

Wie muss ich mein Einkommen nachweisen?

Damit die Agentur für Arbeit weiß, wie viel Sie sich dazuverdienen, muss Ihr Arbeitgeber dieser zum Ende des ersten Beschäftigungsmonats Meldung über Ihr Gehalt erstatten. Ein wenig komplizierter wird es, wenn Ihr Einkommen nicht immer gleichbleibend ist: In diesem Fall muss Ihr Arbeitgeber der Agentur für Arbeit entweder monatlich oder vierteljährlich Bericht darüber erstatten, wie viel Sie verdienen.

Was gilt bei Einkommen aus Weiterbildungen?

Wenn Sie während Ihrer Arbeitslosigkeit an einer Weiterbildung teilnehmen und diese auch noch vergütet ist, steigt der Freibetrag auf 400 Euro an. Alles was darüber liegt, wird wiederum von Ihren Bezügen abgezogen.

Nebenerwerb bei Arbeitslosigkeit: Beratung durch einen Anwalt

Was einfach klingt, ist in der Realität oft verzwickt: Setzt das Jobcenter einen viel zu niedrigen Freibetrag an? Haben Sie aufgrund angeordneter Überstunden ausnahmsweise einmal die wöchentliche Höchstarbeitszeit überschritten? Oder haben Sie in all der Euphorie über den Zuverdienst vergessen, diesen der Agentur für Arbeit zu melden? In diesen und vielen weiteren Fällen sollten Sie sich dringend professionelle Hilfe holen: Ein Anruf bei der telefonischen Rechtsberatung über die Deutsche Anwaltshotline kann hier schnell und kostengünstig für Klarheit sorgen. Wählen Sie einfach die 0900-1 875 001 711* und schon werden Sie mit einem Experten für Sozialrecht verbunden. Klären Sie noch heute Ihre Fragen und sichern Sie sich so Ihre rechtmäßigen Bezüge.

Rechtsbeiträge über Sozialrecht:

Renteneinkommen und Hinzuverdienst Gefälligkeit unter Nachbarn oder Schwarzarbeit? Arbeitslosengeld-Sperre bei Eigenkündigung Meldepflicht - Infos und Rechtsberatung Regelsatz - Infos und Rechtsberatung Sozialbetrug: Welche Strafen drohen mir? Sperrfrist - Infos und Rechtsberatung anrechenbares Einkommen - Infos und Rechtsberatung
E-Mail Beratung
Fragen zum Thema
Arbeitslosengeld Nebenjob?
Anwalt anfragen
Anwalt für Sozialrecht anrufen:
0900-1 875 001 711*
Rechtsberatung per Telefon
schnell
rechtssicher
günstig