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Soforthilfe vom Anwalt

Die 5 wichtigsten Rechtstipps für Hundehalter

Hundehalter müssen dafür sorgen, dass ihr Tier andere nicht schädigt - sonst haften sie. Worauf Sie sonst noch achten müssen, wenn Sie einen Hund besitzen, lesen Sie hier:
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 20.03.2018
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Muss der Hund an der Leine gehen? Hafte ich, wenn mein Hund versehentlich fremdes Eigentum zerstört? Können Nachbarn und Vermieter mir wirklich die Hundehaltung verbieten? Die wichtigsten rechtlichen Fragen, die Sie als Hundehalter kennen müssen und die Antworten darauf, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Die wichtigsten Fakten zur Hundehaltung:

Hundehalter haften für Schäden, die ihr Hund anrichtet - auch dann, wenn Sie selbst keine Schuld an dem Vorfall trifft.

Wer von einem Hund verletzt wird, kann unter Umständen eine Mitschuld an dem Vorfall tragen. Das prüfen Gerichte aber in jedem Einzelfall separat.

Vermieter dürfen die Hundehaltung verbieten, allerdings nicht pauschal.

Hundehalter müssen für eine artgerechte Unterbringung und Versorgung des Hundes sorgen. Den Hund während der Arbeitszeit im Auto zu lassen, ist deshalb verboten.

In einem Fall, der jetzt vor dem Oberlandesgericht Oldenburg verhandelt wurde, hatte ein Mann einen Hund aus einem Tierheim in Rumänien geholt. Zu seiner Geburtstagsfeier nur wenige Wochen später ließ er das Tier frei in der Wohnung laufen, bat aber seine Gäste, es weder zu füttern noch zu streicheln. Doch schon, als eine Besucherin sich nur zu dem Hund hinabbeugte, griff dieser an und biss die Frau ins Gesicht.

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Sie musste mehrfach operiert werden und forderte vor Gericht Schadenersatz. Doch der Hundehalter wies die Schuld von sich: Weil seine Bekannte den Hund begrüßt und sich dabei zu ihm hinunter gebeugt hätte, sei sie selbst schuld an dem Vorfall.

Das sah das Gericht allerdings anders und verurteilte den Hundehalter. Das Tier habe sich frei in der Wohnung bewegt und die Besucherin habe den Hund weder gestreichelt noch gefüttert, sondern sich lediglich zu ihm gebeugt. Die Frau habe daher nicht mit einem Biss rechnen müssen und sei folglich auch nicht „selber schuld“. Der Hundehalter müsse den geforderten Schadenersatz zahlen, entschied das Gericht (Az. 9 U 48/17).

Hafte ich, wenn mein Hund einen Menschen verletzt?

Begründet werden Urteile wie dieses mit der sogenannten Tierhalterhaftung. Das bedeutet: Weil Tiere grundsätzlich unberechenbar sind, geht von ihnen eine Gefährdung aus. Aufgabe des Tierhalters ist es, diese Gefahr richtig einzuschätzen und sie zu kontrollieren beziehungsweise zu verhindern, dass jemand zu Schaden kommt. Passiert das doch, haftet der Hundehalter – und zwar auch dann, wenn statt Personen „nur“ Sachen beschädigt wurden und auch, wenn er selbst keine Schuld an dem Vorfall hat.

Ob der Geschädigte dann eine Mitschuld trägt oder nicht, müssen die Gerichte in jedem Fall einzeln beurteilen. Es hängt immer von der jeweiligen Situation und den konkreten Reaktionen von Hundehalter und Geschädigtem ab.

So wurde die Klage eines Reiters abgewiesen, der gegen eine Hundehalterin geklagt hatte. Deren Hund war Reitern nachgelaufen und um ihn zurückzurufen hatte die Frau mehrfach eine Hundepfeife benutzt, auf die allerdings auch die Pferde reagierten. Sie scheuten und warfen ihre Reiter ab. Einer von ihnen klagte auf Schmerzensgeld. Doch das Gericht argumentierte, die Hundehalterin habe angemessen reagiert und hätte auch nach dem ersten Pfiff keine Schreckreaktion der Pferde wahrgenommen. So habe sie mit dem Durchgehen der Tiere nicht rechnen müssen. Sie musste also nicht haften (OLG Karlsruhe, Az. 7 U 200/16).

Bei einem Fall, der sich zwischen zwei Hundehaltern abspielte, ging die Sache aber anders aus: Die Männer hatten sich beim Spaziergang getroffen und beschlossen, die Hunde von der Leine zu lassen. Dabei war einer der Hundehalter schneller als der andere. Sein Hund lief auf den anderen zu, der aber noch angeleint war, und verfing sich in dessen Leine. Der Besitzer des noch angeleinten Hundes verletzte sich bei dem Manöver, forderte Schadenersatz und bekam Recht: Der Hundehalter, der sein Tier abgeleint hatte, haftet allein, entschied das Gericht. Der andere Mann trug demnach keine Mitschuld, auch wenn er grundsätzlich einverstanden war, die Hunde von der Leine zu lassen. Der Hundebesitzer hätte wissen müssen, wie sein Tier beim Ableinen reagiert. Entsprechend wäre es seine Pflicht gewesen, eine Gefährdung zu verhindern (LG Köln, Az.13 S 79/15).

Meine Nachbarn fühlen sich vom Bellen meines Hundes gestört. Was muss ich tun?

Dass ein Hund bellt, liegt in seiner Natur und ist grundsätzlich erst einmal nicht problematisch. Das kann es allerdings werden – wenn er sehr viel oder zu den falschen Zeiten bellt. So wurde ein Hundehalter verurteilt, seinen Hund abzugeben, weil dieser regelmäßig auch nachts so laut und oft bellte, dass die Nachbarn sich in ihrer Nachtruhe gestört fühlten. Allerdings: Die Tiere wegzunehmen ist in der Regel die letzte Maßnahme, die Gerichte anordnen. Auch in diesem Fall hatten die Behörden zunächst Auflagen verhängt. So war der Halter angewiesen worden, den Hund nachts nicht in den Garten zu lassen. Das hatte der Mann allerdings weitgehend ignoriert, so dass der Hund weiter auch nachts die halbe Nachbarschaft verbellte (Verwaltungsgericht Würzburg, Az. 5 K 12.659).

In einem anderen Fall musste eine Frau sieben ihrer neun Hunde abgeben. Hier war das Problem nicht die Uhrzeit, sondern die Tatsache, dass die Frau die Hunde in einem reinen Wohngebiet hielt. In einer solchen Gegend sei die Haltung so vieler Tiere aber nicht üblich, urteilte das Gericht. Außerdem betrieb die Frau mit den Schlittenhunden ein Gewerbe, wofür ihr Grundstück aber gar nicht behördlich freigegeben war. Weil sich die Nachbarn zudem von den neun Hunden gestört fühlten, entschied das Gericht schließlich, dass die Frau künftig nur noch zwei Hunde halten dürfe – wie es für eine Wohngegend üblich sei (Verwaltungsgericht Neustadt, Az. 3 K 890/15.NW).

Mein Hund hört gut – auch ohne Leine. Darf ich ihn frei laufen lassen?

Das kommt darauf an. Grundsätzlich gibt es keinen bundesweiten Leinenzwang in Deutschland. Vielmehr regeln die Städte und Gemeinden individuell, ob Hunde frei laufen dürfen oder an der Leine geführt werden müssen. Aber Vorsicht: Unwissenheit schützt auch hier vor Strafe nicht. Lassen Sie Ihren Hund dort frei laufen, wo es eigentlich verboten ist, können Sie dafür bestraft werden. Dies gilt auch dann, wenn es keine Schilder gibt, die auf die Leinenpflicht hinweisen oder wenn Sie nicht aus dem jeweiligen Ort kommen.

Besondere Regeln gelten übrigens für Wälder: In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen müssen Hunde im Wald immer an der Leine geführt werden. In Nordrhein-Westfalen gilt das auch, allerdings mit einer Ausnahme: Auf Waldwegen dürfen die Vierbeiner hier frei laufen. In Bremen, Niedersachsen, dem Saarland und Sachsen-Anhalt müssen Hunde nur während der Brut- und Setzzeiten an die Leine. In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Rheinland-Pfalz gibt es dagegen grundsätzlich keine Leinenpflicht im Wald. Aber Vorsicht: Frei dürfen Hunde nur dann im Wald laufen, wenn sie auf Kommandos hören, also abrufbar sind, und nicht wildern. Ein wildernder Hund darf unter Umständen von Jägern erschossen werden!

Darf mein Vermieter mir die Hundehaltung in der Wohnung verbieten?

Ja, der Vermieter darf die Hundehaltung verbieten – allerdings nicht pauschal. Konkret bedeutet das: Steht im Mietvertrag, dass die Haltung von Hunden in der Mietwohnung grundsätzlich verboten ist, ist diese Klausel unwirksam. Steht dort allerdings, dass Sie einen Hund nur mit Zustimmung des Vermieters halten dürfen, ist das zulässig. Ihr Vermieter muss dann im Einzelfall prüfen, ob er die Haltung erlaubt oder nicht. Er darf sie aber eben auch ablehnen – zum Beispiel, wenn einer Ihrer Nachbarn eine Hundehaarallergie hat oder die Wohnungsausstattung besonders teuer ist und der Vermieter befürchtet, dass ein Hund sie ruinieren würde.

Darf ich meinen Hund während der Arbeitszeiten im Auto lassen?

Nein! Schon klar: Wenn Sie acht oder neun Stunden außer Haus sind, brauchen Sie eine Lösung für Ihren Hund, denn so lange kann auch der besterzogenste Vierbeiner nicht allein bleiben. Was aber, wenn die Kollegen keinen Hund im Büro dulden oder Sie in einem Job arbeiten, der aus hygienischen Gründen das Mitbringen nicht erlaubt? In diesem Fall müssen Sie jemanden finden, der auf Ihren Hund aufpasst, eine Hundepension buchen oder zum Beispiel zu Hause für genug Auslauf im Freien sorgen, so dass der Hund den Tag allein artgerecht verbringen kann. Das Tier einfach mitzunehmen und bis zum Feierabend im Auto zu lassen, ist nicht erlaubt – auch dann nicht, wenn Sie jede Pause nutzen, um ihn ins Freie zu lassen und zu bewegen. Das verstößt gegen das Tierschutzrecht, weil sich der Hund im Auto und besonders dort in der Transportbox nicht uneingeschränkt und spontan bewegen kann, urteilte das Verwaltungsgericht Stuttgart (Az. 4 K 2755/14).

Tipp: Als Hundehalter haften Sie im Rahmen der Tierhalterhaftung für Schäden, die Ihr Hund anrichtet. Mit einer Tierhalterhaftpflichtversicherung lässt sich zumindest das finanzielle Risiko eindämmen. Deshalb empfiehlt es sich, eine solche abzuschließen. In einigen Bundesländern ist das inzwischen sogar Pflicht, wenn Sie dort einen Hund halten wollen (in Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen).

Ihr Hund wollte nur spielen, hat dabei aber versehentlich einen Radfahrer vom Rad gerissen oder einen Besucher umgeworfen und nun sollen Sie für die Behandlungskosten aufkommen? Oder Ihr Hund ist ausgerissen, hat auf seiner Tour fremde Gärten verwüstet und nun sehen Sie sich mit hohen Schadenersatzforderungen konfrontiert? In diesen Fällen helfen Ihnen die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline Ihre rechtlichen Möglichkeiten einzuschätzen und das weitere Vorgehen zu planen. Die Beratung erfolgt bequem am Telefon oder per E-Mail:

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