Navigationspunkt Hauptthema Unterthema Artikeltitel

Mietwucher: Alles über Mietpreisüberhöhung und Co.

Mietwucher und Mietpreisüberhöhung können Ihnen die Traumwohnung gehörig verderben. Lesen Sie hier, was Sie dagegen tun können.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 06.03.2019
Rechtsberatung per Telefon
zum Thema Wucher
schnellgünstig
rechtssicher
Anwalt für Mietrecht anrufen:
0900-1 875 010 876*
* 1,99 €/Min inkl. 19% MwSt. aus dem Festnetz der Deutschen Telekom (ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen)
Anwalt für Mietrecht anrufen:
0900-1 875 010 876*
Rechtsberatung per Telefon
schnell
rechtssicher
günstig

Bei einer Mietpreisüberhöhung handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die im Wirtschaftsstrafgesetz (WiStG) geregelt ist, bei Mietwucher hingegen um eine Straftat aus dem Strafgesetzbuch.

Mietwucher udn Mietpreisüberhöhung: Das Wichtigste in Kürze

Mietpreisüberhöhung: Bei einer Miete, die 20 Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete liegt, ist der Mietpreis überhöht Mietpreisüberhöhung.

Mietwucher: Bei einer Miete, die mehr als 50 Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete liegt, ist die Rede von Mietwucher.

Zwangslage muss vorhanden sein: Damit Mietpreisüberhöhung und Mietwucher bestraft werden können, muss der Vermieter eine Zwangslage ausgenutzt haben.

Gerade im städtischen Umfeld können Mietpreise schnell steigen. Wer sich dann auch noch in einer Gegend mit gutem Ruf oder mit wenig verfügbaren Wohnungen umsieht oder umsehen muss, ist oft ratlos, wie er die Preise bezahlen soll, die Vermieter für eine Wohnung aufrufen. Jedoch sind eine Erhöhung oder ein festgelegter Mietpreis nicht immer auch rechtmäßig. In unserem Artikel erklären wir Ihnen, wann Sie es mit Mietwucher zu tun haben und wie Sie dagegen vorgehen können.

Mietpreisüberhöhung: Die kleine Freundin des Mietwuchers

Liegt Ihre Miete 20 Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete, so handelt es sich um eine Mietpreisüberhöhung. Damit diese aber rechtliche Wirkung entfaltet, müssen Sie zudem nachweisen, dass Ihr Vermieter eine Zwangslage ausgenutzt hat. Benötigen Sie also für Ihre Familie unbedingt eine Vierzimmerwohnung und es mangelt in Ihrer Stadt daran und Ihr Vermieter weiß davon, dann nutzt er Ihre Zwangslage aus. Daraus folgt dann, dass der im Mietvertrag festgelegte Mietpreis nichtig ist.

Gut zu wissen: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die „Ausnutzung eines geringen Angebots” (§ 5 Abs. 2 WiStG) nur dann erfüllt ist, wenn die Mangellage auf dem Wohnungsmarkt für die Vereinbarung der Miete im Einzelfall ursächlich war.“

Das bedeutet: Ihr Vermieter muss zunächst einmal den Wohnungsmarkt kennen. Dann muss er sich dafür entscheiden, eine überhöhte Miete zu verlangen, weil er weiß, dass Sie keine andere Wohnalternative haben.

Können Sie ihm das nachweisen und verlangt der Vermieter eben jene 20 Prozent zu viel oder gar noch mehr, droht ihm eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro. Es handelt sich dabei also keinesfalls um ein Kavaliersdelikt, über das Sie so einfach hinwegsehen sollten.

Mietwucher: Wie viel Miete ist zu viel?

Erscheinen Ihnen 20 Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete schon viel? Manche Vermieter treiben den Preis sogar noch weiter nach oben. Dann ist die Rede von Mietwucher. Damit es sich um Mietwucher handelt, muss ein sogenanntes auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung bestehen.

Wann sprechen wir von einem auffälligen Missverhältnis? Verlangt der Vermieter von seinem Mieter Mietzahlungen, die mehr als 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, ist ein auffälliges Missverhältnis gegeben. Das gilt aber nur bei privaten Wohnungsvermietungen. Beim Gewerberaum muss die Miete 100 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen – also das Doppelte betragen.

Zusätzlich zu den 50 Prozent, die der Mietpreis über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen muss, muss eine Zwangslage des Mieters ausgenutzt werden, damit Mietwucher strafbar ist. Etwa dann, wenn ein geringes Angebot an vergleichbaren Wohnungen herrscht.

Was bedeutet das für Sie?

Wichtig ist zu wissen, dass Sie als Mieter in der Beweispflicht sind. Das bedeutet, Sie müssen nachweisen, dass Ihr Vermieter eine überhöhte Miete verlangt. Dafür sollten Sie folgendes beachten:

Können Sie nachweisen, dass sich Ihr Vermieter tatsächlich im Bereich des Mietwuchers bewegt, drohen ihm eine hohe Geld- oder gar Haftstrafe. Ihr Mietvertrag ist dann wegen eines Verstoßes gegen die guten Sitten nach § 138 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) nichtig. Sie müssen keine Miete bezahlen, solange Ihr Vermieter die Miete nicht nach unten korrigiert hat und dürfen weiterhin in der Wohnung wohnen.

Wichtig: Ziehen Sie gegen Ihren Vermieter vor Gericht, ohne den Mietwucher beweisen zu können, haben Sie ein Problem. Das Gericht wird Ihnen dann kaum recht geben und Ihr Vermieter darf das Mietverhältnis wegen des zerrütteten Vertrauensverhältnisses sogar außerordentlich kündigen. Seien Sie also vorsichtig mit überstürzten Schritten.

Der Deutsche Mieterbund empfiehlt vielmehr, dass Wohnungssuchende alle Unterlagen bei der Wohnungssuche sammeln und dokumentieren. Das bedeutet im Klartext: Halten Sie alle Informationen zu allen Wohnungen fest, die Sie bei Ihrer Suche besichtigen, um auf diese Weise später nachweisen zu können, dass Ihr Vermieter Mietwucher betreibt.

Mietwucher: Beratung durch einen Anwalt

Betroffene von Mietwucher haben es oft schwer, diesen auch nachzuweisen. Denn die Beweisführung in einem solchen Fall ist kompliziert, da Sie dafür die ortsübliche Vergleichsmiete kennen müssen und zudem ein mangelndes Angebot nachweisen müssen. Das ist für juristische Laien häufig kaum zu stemmen. Die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline stehen Ihnen dafür mit Rat und Tat zur Seite. Egal ob am Telefon unter der Nummer 0900-1 875 010-876* oder per E-Mail: Wir kümmern uns um Ihr Problem.

Rechtsbeiträge über Mietrecht:

Gefahr des Zahlungsverzugs bei unberechtigter Mietminderung Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung bei CYNK Wenn die Wohnfläche von der des Mietvertrags abweicht Streit um den Pflichtteil Gütergemeinschaft - Infos und Rechtsberatung Top 10: Unwirksame Klauseln im Mietvertrag Internetabzocke: Infos und telefonische Rechtsberatung
E-Mail Beratung
Fragen zum Thema
Wucher?
Anwalt anfragen
Anwalt für Mietrecht anrufen:
0900-1 875 010 876*
Rechtsberatung per Telefon
schnell
rechtssicher
günstig