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Türschloss wechseln: Darf der Mieter einfach das Schloss austauschen?

Der Vermieter ist grundsätzlich nicht berechtigt, die Schlösser einer vermieteten Wohnung auszutauschen und dem Mieter hiermit die Nutzungsmöglichkeit der Wohnung zu entziehen. Mieter hingegen dürfen jederzeit ihr Türschloss wechseln.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 21.02.2019
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Die eigenen vier Wände bieten Sicherheit und Geborgenheit. Aber damit ist es ganz schnell vorbei, wenn sich Dritte Zugang zur Wohnung verschaffen können – womöglich noch mit einem passenden Schlüssel. Das kann der Ex-Partner sein, der einen nachgemachten Schlüssel aufgehoben hat oder der Vermieter, der für angebliche Notfälle darauf bestanden hat, einen Schlüssel zu behalten. Dürfen Sie in solchen Fällen einfach das Türschloss austauschen? Diese und weitere Fragen zum Thema „Türschloss wechseln“ beantworten wir Ihnen hier.

Darf ich als Mieter eigenhändig das Türschloss wechseln?

Bei Wohnungsübergabe bekommen Sie von Ihrem Vermieter sämtliche Schlüssel für Ihre neue Wohnung ausgehändigt. Gleichzeitig erlangen Sie gemäß § 553 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) das alleinige Recht zur Nutzung der Wohnung. Das bedeutet, Sie und nur Sie bestimmen ab jetzt, wer die Wohnung betreten darf.

Ihr Vermieter darf keine Schlüssel ohne Ihr Einverständnis einbehalten. Sie können ihm zwar erlauben, einen Schlüssel zur Wohnung für Notfälle zu behalten, doch darf er sich nicht in Ihrer Abwesenheit Zutritt zur Wohnung verschaffen.

Sollten Sie dennoch den Verdacht haben, dass Ihr Vermieter einen Schlüssel behalten hat oder aus anderen Gründen das Schloss zu Ihrer Wohnung wechseln wollen, dann dürfen Sie das jederzeit – in der Regel auch ohne Absprache mit dem Vermieter.

Gut zu wissen: Klauseln im Mietvertrag oder in der Hausordnung, die untersagen, dass Sie Ihr Türschloss wechseln dürfen, sind in aller Regel unwirksam. Es ist dabei vollkommen egal, ob es sich bei Ihrem Wohnungsschloss um ein Einzelschloss oder eine Schließanlage handelt – austauschen dürfen Sie es definitiv. Allerdings müssen Sie die Kosten dafür auch selbst tragen und sollten das alte Schloss unbedingt aufbewahren. Ihr Vermieter kann nämlich von Ihnen verlangen, dass Sie das alte Schloss wieder einsetzen, wenn Sie aus der Wohnung ausziehen.

Handelt es sich bei Ihrem Türschloss um ein Sicherheitsschloss, lohnt sich die Rücksprache mit Ihrem Vermieter. Für den Austausch eines solchen Schlosses muss die Tür aufgebohrt werden. Sie haben dabei nicht nur mit höheren Kosten zu rechnen, sondern auch das Risiko zu verantworten, dass die Haustür dabei Schaden nehmen könnte. Und Sie müssen für sämtliche Kosten aufkommen, die durch den eigenhändigen Wechsel eines Schlosses entstehen.

Kaputtes Schloss: Wer trägt die Kosten?

Muss das Türschloss ausgewechselt werden, weil es kaputt ist, also nicht mehr schließt, entscheidet der Einzelfall, wer die Kosten übernehmen muss. Handelt es sich um ein altes Türschloss, das aufgrund von Verschleiß nicht mehr schließt, dann muss der Vermieter für den Wechsel aufkommen. Er trägt nämlich die Verantwortung dafür, dass Sie die Mietwohnung über die gesamte Mietdauer vertragsgemäß nutzen können.

Anders verhält es sich, wenn Sie für den Defekt des Türschlosses verantwortlich sind. Haben Sie beispielsweise den Schlüssel gewaltsam im Schloss abgebrochen, dann müssen Sie die Kosten für eine Nottüröffnung und den Einbau eines neuen Schlosses selbst übernehmen.

Die Kosten für einen Schlüsseldienst können vor allem am Wochenende oder nachts ziemlich hoch werden. Der Ausbau eines Sicherheitsschlosses kann dabei durchaus mehrere hundert Euro kosten. Bevor es also zum langwierigen Streit zwischen Ihnen und Ihrem Vermieter kommt, wer die Kosten für den Wechsel eines kaputten Türschlosses zu tragen hat, lohnt sich die schnelle Rücksprache mit einem Anwalt. Die erfahrenen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline erreichen Sie täglich von 7 bis 1 Uhr unter 0900-1 875 011 928* – auch am Wochenende und an Feiertagen.

Schlüssel verloren: Muss ich das Türschloss auswechseln lassen?

Wer kennt es nicht: Die Hosentasche hat ein Loch, der Schlüssel bleibt unbemerkt im Restaurant liegen oder fällt beim Kramen nach dem Zugticket aus der Tasche und taucht nie wieder auf. In solchen Fällen ist es gut, wenn man einen Ersatzschlüssel hat und trotzdem in die Wohnung kommt. Aber was, wenn nicht?

Grundsätzlich gilt: Sie als Mieter haben eine vertragliche Obhutspflicht über die Wohnung und alles, was damit zusammen hängt. Also haben Sie auch die Pflicht, aufzupassen, dass keine Schlüssel verloren gehen. Passiert das trotzdem, müssen Sie dafür haften. Mit anderen Worten: Haben Sie den Hausschlüssel verloren und müssen deswegen das Schloss wechseln lassen, müssen Sie dafür bezahlen. Und das kann unter Umständen richtig teuer werden. Ist in Ihrem Mietswohnhaus nämlich eine Schließanlage verbaut und schließt Ihr Schlüssel nicht nur die Wohnungs-, sondern auch die Haustür und eventuell noch die Garage, dann kann der Austausch dieser Anlage mehrere tausend Euro kosten. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt sicherstellen, dass Ihre Haftpflichtversicherung auch Schlüsselverlust mit abdeckt.

Mehr zum Thema Nottüröffnung können Sie in unserem weiterführenden Artikel nachlesen: Nottüröffnung durch Schlüsseldienst: Wer übernimmt die Kosten?

Muss ich dem Vermieter den Schlüsselverlust mitteilen?

Wenn Sie Ihren Wohnungsschlüssel verlieren oder er Ihnen gestohlen wird, sollten Sie in jedem Fall Ihren Vermieter informieren. Ob Sie dann einfach einen Schlüssel nachmachen dürfen oder tatsächlich das Schloss oder die gesamte Schließanlage ausgetauscht werden muss, hängt von der Sicherheit ab. Wurde Ihre Handtasche inklusive Schlüssel und Ausweis gestohlen, kann der Dieb problemlos nachvollziehen, wo Sie wohnen. Er könnte sich also jederzeit mit dem Schlüssel Zutritt zu Ihrer Wohnung und dem Wohnhaus verschaffen. In einem solchen Fall muss das Schloss dringend ausgewechselt werden. Haben Sie den Schlüssel einfach nur verloren und gibt es keinen Hinweis darauf, wo er schließt, reicht es eventuell aus, einfach nur einen Ersatzschlüssel nachmachen zu lassen. Diese Entscheidung trifft aber Ihr Vermieter.

Achtung: Melden Sie den Verlust Ihres Schlüssels nicht, haften Sie unter Umständen für daraus entstehende Schäden. Ebenso kann Ihr Vermieter Entschädigung für den verlorenen Schlüssel verlangen, wenn Sie aus der Wohnung ausziehen und bei der Übergabe auffällt, dass ein Schlüssel fehlt.

Darf der Vermieter das Türschloss wechseln?

Sie kommen nach Hause, stehen vor verschlossener Tür und können diese nicht aufschließen? Dann sollten Sie schnell handeln. Ihr Vermieter darf nämlich keinesfalls das Schloss an Ihrer Tür eigenmächtig austauschen.

Die einzige Ausnahme davon ist, wenn er sich aufgrund einer Notsituation Zutritt zu Ihrer Wohnung verschaffen und das Schloss aufbrechen lassen musste. Eine solche Notsituation kann ein Brand oder ein Wasserschaden sein. In diesem Fall können Sie Ihrem Vermieter eine kurze Frist setzen, innerhalb der er Ihnen sämtliche Wohnungsschlüssel aushändigen soll. Eine angemessene Frist wäre beispielsweise: „heute bist zehn Uhr“.

Darüber hinaus hat Ihr Vermieter kein Recht, das Türschloss auszuwechseln und Ihnen eventuell sogar den Zutritt zu Ihrer Wohnung zu verweigern – nicht einmal nach einer rechtmäßigen fristlosen Kündigung. Das beschloss das Oberlandesgericht Zelle mit einem Urteil vom 16.7.2017. Der eigenmächtige Austausch des Türschlosses durch den Vermieter stellt eine verbotene Eigenmacht gemäß § 858 BGB dar und Sie als Mieter haben einen Anspruch darauf, dass er Ihnen Ihren Besitz wieder einräumt (Az. 2U 63/17).

Was so kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach: Sollte Ihr Vermieter Ihnen den Zugang zu Ihrer Wohnung verwehren, können Sie eine einstweilige Verfügung beantragen und so schnell wieder in Besitz der Wohnungsschlüssel kommen. Die Tür einfach aufbrechen sollten Sie aber keinesfalls. Denn das würde wiederum eine verbotene Eigenmacht darstellen. Gehen Sie in solchen Fällen also lieber den Weg über die Rechtsantragsstelle des Gerichts.

Türschloss wechseln: Beratung durch einen Anwalt

Ihr Vermieter hat Sie ausgesperrt und Sie wissen nicht weiter? Die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline geben Ihnen telefonisch Tipps für Ihr weiteres Vorgehen und klären Sie über Ihre individuelle Rechtslage auf. Unter 0900-1 875 011 928* erreichen Sie an 365 Tagen im Jahr einen Rechtanwalt für Mietrecht.

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