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Namensrecht: Welche Vornamen Sie Ihrem Baby geben und wie Sie Namen ändern lassen können

Nicht jeder klangvolle Name ist in Deutschland als Vorname erlaubt. Worauf Sie bei der Namensgebung achten sollten und unter welchen Umständen Sie Ihren Vor- oder Familiennamen ändern lassen können, lesen Sie bei uns.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 31.10.2018

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Individuell sollte er sein, nicht alltäglich, klangvoll und eine besondere Bedeutung darf er auch mitbringen – der perfekte Vorname für Ihren Nachwuchs. Monatelang haben Sie Namensbücher gewälzt und Internetseiten durchstöbert, mit dem Partner gestritten und ausprobiert, wie die Vorschläge zusammen mit Ihrem Nachnamen klingen. Endlich haben Sie sich geeinigt. Doch damit ist die Sache noch nicht erledigt, denn vor allem bei exotischen, ungewöhnlichen Namen verweigert unter Umständen das Standesamt die Eintragung des Namens.

Wer entscheidet über den Namen des Babys?

Im besten Fall entscheiden Vater und Mutter natürlich gemeinsam, wie der Nachwuchs heißen soll. Doch was, wenn Sie sich nicht einigen können? Oder wenn die Beziehung schon vor der Geburt in die Brüche ging? Rein rechtlich ist in diesen Fällen maßgeblich, wer sorgeberechtigt ist.

Liegt ein gemeinsames Sorgerecht für das Kind vor, dürfen Sie auch gemeinsam über Vor- und Nachnamen entscheiden. Sie sollten sich also einigen. Haben Sie das alleinige Sorgerecht für das Baby, dürfen Sie auch allein über Vor- und Nachnamen des Kindes entscheiden.

Bis wann muss ich mich für einen Vornamen entschieden haben?

Innerhalb von sieben Tagen muss die Geburt eines Kindes beim zuständigen Standesamt angezeigt werden. Das können Sie als sorgeberechtigter Elternteil erledigen. In den meisten Fällen übernehmen das aber auch die Kranken- oder Geburtshäuser, in denen die Entbindung stattfand. Die Geburtsanzeige muss aber noch nicht unbedingt den Namen enthalten. Wenn Sie darauf erstmal verzichten, erhalten Sie zunächst nur eine Geburtsbescheinigung. Die Geburtsurkunde wird erst ausgestellt, wenn auch der Name des Kindes feststeht.

Einen ganzen Monat können Sie sich nach der Geburt Zeit nehmen, um sich zu entscheiden, wie Ihr Kind heißen soll. Das regelt das Personenstandsgesetz. Innerhalb dieser Frist müssen Sie den Namen an das Standesamt melden. Schaffen Sie das nicht, wird das Standesamt das Familiengericht informieren. Das fordert schließlich einen Elternteil auf, einen Namen zu bestimmen.

Welche Babynamen sind verboten?

Es gibt in Deutschland kein Gesetz, das explizit regelt, welche Vornamen Sie Ihrem Kind geben dürfen und welche nicht. Vielmehr treffen die Standesbeamten – oder im Rechtsstreit die Richter – die Entscheidung individuell für jeden Einzelfall. Dabei beziehen sie die Regelungen aus dem Namensrecht, das im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt ist, dem Personenstandsgesetz und zum Beispiel der Verwaltungsvorschrift zum Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen mit ein. Mit der Zeit haben sich einige Richtlinien etabliert. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dass der Vorname, den Sie sich für Ihr Kind ausgesucht haben, auch eingetragen wird, sollten Sie auf folgendes achten:

Kindeswohl darf nicht gefährdet sein

Der Name darf nicht offensichtlich dazu führen, dass das Kind später gemobbt oder beeinträchtigt wird. Namen wie „Störenfried“ oder „Gastritis“ haben Standesämter und Gerichte deshalb bisher immer abgelehnt. Auch Vornamen biblischen Ursprungs, die sich auf das Böse beziehen, wie „Kain“ oder „Satan“ sind nicht erlaubt. Dasselbe gilt für Namen, die das Kind lächerlich machen würden. So konnten sich Eltern nicht durchsetzen, die ihr Kind „Bierstübl“, „Nelkenheini“ oder „Crazy Horse“ nennen wollten.

Namen müssen eindeutig als Vorname erkennbar sein

Fantasie-, Orts-, Marken- oder Familiennamen werden in den allermeisten Fällen als Vornamen abgelehnt. Ausnahmen gibt es gelegentlich bei den Orts- und Familiennamen, wenn Sie belegen können, dass der Name in Ihrer Region auch als Vorname gebräuchlich ist. In jedem Fall werden Sie das aber wohl in einer längeren Auseinandersetzung mit dem Standesamt ausfechten müssen. Bisweilen einigen sich Paare und Ämter auf einen Kompromiss, indem Sie dem Wunschnamen einen Zweitnamen beifügen, der eindeutiger als Vorname erkennbar ist.

Einen Zweitnamen verlangen Standesbeamte oft auch dann, wenn der Erstname nicht eindeutig weiblich oder männlich ist. Zwar sind seit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2008 auch neutrale Vornamen wie „Kim“ oder „Andrea“ erlaubt, die sowohl männlich als auch weiblich sein können. In der Praxis ist die Forderung nach einem eindeutigen Zweinamen aber nach wie vor üblich.

Abkürzungen, Kosenamen und Titel sind als Vornamen nicht erlaubt

Im amerikanischen Sprachraum ist es durchaus üblich, Vornamen zu vergeben, die nur aus einem Buchstaben bestehen – also eigentlich Abkürzungen bestimmter Namen sind. In Deutschland ist das nicht erlaubt. Sie dürfen Ihr Kind also gern „Justin“ nennen, nicht aber „J“.

Auch Titel wie „Prinzessin“ oder „Lord“ werden als Vornamen von den Standesbeamten nicht eingetragen. Gleiches gilt für Kosenamen wie „Schätzchen“. Abkürzungen langer Namen sind dagegen erlaubt, wenn Sie eigenständige Vornamen bilden. Statt „Annabella“ dürfen Sie also ruhigen Gewissens „Anna“ wählen oder Ihren Sohn statt „Johannes“ einfach „Hannes“ nennen.

Maximal fünf Vornamen sind erlaubt

Eine Frau, die Ihrem Kind 12 – und noch dazu sehr exotische – Vornamen geben wollte, scheiterte vor Gericht. Erlaubt sind in Deutschland heute maximal fünf Vornamen pro Person. Möchten Sie Namen vergeben, die durch einen Bindestrich verbunden sind, geht das nur für maximal zwei Namen. „Maximilian Christof Bastian Leander Jonas“ ist also erlaubt. „Maximilian-Christof-Bastian-Leander-Jonas“ dagegen wird nicht genehmigt.

Übrigens: Jeder Vorname Ihres Kindes kann zum Rufnamen werden. Früher mussten Sie dem Standesamt melden, welcher Name der Rufname werden sollte. Dieser wurde in der Geburtsurkunde unterstrichen und war für den Rest des Lebens verbindlich. Unterschrieb das Kind später als Erwachsener Dokumente und wollte dafür nicht alle Vornamen verwenden, musste es den unterstrichenen Namen benutzen. Heute kann Ihr Nachwuchs selbst entscheiden, welcher seiner Namen zum Rufnamen wird – und darf auch je nach Laune immer einen anderen seiner Vornamen wählen. Rechtlich sind alle Vornamen gleichwertig.

Was tun, wenn das Standesamt den Babynamen ablehnt?

Verweigert das Standesamt die Eintragung des Vornamens, den Sie sich für Ihr Kind ausgesucht haben, können Sie juristisch gegen diese Entscheidung vorgehen. Im ersten Schritt sollten Sie sich einen Namensgutachter suchen, der begründet, warum ihr Wunschname eintragungsfähig ist. Derzeit übernehmen solche Aufträge vor allem die Gesellschaft für deutsche Sprache und die Namensberatungsstelle an der Universität Leipzig. Das Gutachten prüft, ob der Name historisch oder in anderen Gegenden der Welt als Vorname üblich war oder ist und gibt eine Empfehlung zur Eintragung ab. Aber Vorsicht: Es handelt sich um unabhängige Gutachten. Das Ergebnis fällt also nicht zwingend zu Ihren Gunsten aus. Sprechen Sie am besten vorher mit den Gutachtern ab, wie Ihre Erfolgsaussichten stehen.

Dieses Gutachten legen Sie anschließend dem Standesamt vor. Oft führt das zu einer Einigung. Allerdings sollten Sie dazu zwei Dinge beachten:

Führt auch das Namensgutachten nicht zum Erfolg, können Sie Widerspruch einlegen und als letztes Mittel auch vor Gericht ziehen.

In diesem Fall sollten Sie allerdings einen Juristen zurate ziehen. Spätestens, wenn auch das Namensgutachten das Standesamt nicht überzeugt, brauchen Sie juristische Expertise, um Widerspruch und Klage so zu formulieren, dass sie Aussicht auf Erfolg haben. Dazu müssen Sie nicht viel Zeit und Geld in einen Anwalt vor Ort investieren. Genießen Sie stattdessen die Zeit mit Ihrem Neugeborenen und nutzen Sie zeitunabhängig und bequem von zu Hause aus die Telefon- und E-Mail-Beratung durch die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline.

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Welchen Nachnamen bekommt mein Kind?

Das kommt darauf an. Sind Sie verheiratet und haben sich für einen gemeinsamen Ehenamen entschieden, gilt dieser als Familienname, den automatisch auch Ihr gemeinsamer Nachwuchs bekommt.

Hat sich einer von Ihnen bei der Hochzeit für einen Doppelnamen entschieden – also den eigenen Nachnamen behalten, aber den des Partners angehängt oder vorangestellt – müssen Sie sich für einen der beiden Namen entscheiden. Ihr Kind darf nämlich nur einen Nachnamen tragen, den Doppelnamen können Sie nicht weitergeben.

Haben Sie das gemeinsame Sorgerecht, tragen aber unterschiedliche Nachnamen – zum Beispiel, weil Sie nicht verheiratet sind oder Ihre Familiennamen bei der Hochzeit behalten haben – entscheiden Sie ebenfalls gemeinsam, welchen der beiden Nachnamen Ihr Kind tragen soll.

Sind Sie dagegen allein sorgeberechtigt, bekommt Ihr Kind in aller Regel Ihren Nachnamen. Sie können allerdings im Einvernehmen mit dem anderen Elternteil auch entscheiden, dass dessen Name zum Nachnamen des Babys wird.

Wenn Sie zwischen unterschiedlichen Familiennamen wählen können, müssen Sie Ihre Entscheidung – ebenso wie den Vornamen Ihres Nachwuchses – innerhalb eines Monats nach der Geburt beim Standesamt melden.

Kann mein Kind seinen Namen später ändern lassen?

Der Name soll einen Menschen eindeutig identifizieren. Den Behörden ist er deshalb heilig und eine Namensänderung nur unter ganz bestimmten, strengen Bedingungen erlaubt.

Vorname ändern lassen

Den Vornamen ändern zu lassen, ist eine langwierige Angelegenheit und in Deutschland nur selten von Erfolg gekrönt. Nur in absoluten Ausnahmefällen, wenn der Name nachweislich eine enorme Belastung für die Person ist, stimmen Behörden einer Namensänderung zu. Wenn der Vorname also zu anstößigen Wortspielen, Mobbing und Anfeindungen führt, kann das ein Grund für eine Namensänderung sein.

Leichter haben Sie es mit einem Antrag auf Änderungen Ihres Vornamens, wenn Sie:

In jedem Fall müssen Sie die Namensänderung schriftlich beantragen – in der Regel beim zuständigen Standesamt, das kann aber von Bundesland zu Bundesland variieren. Fügen Sie dem Antrag eine ausführliche Begründung bei, warum der Name geändert werden muss, und ergänzen Sie gegebenenfalls auch ärztliche oder psychologische Gutachten, wenn sie vorliegen.

Leichter ist es seit November 2018, seinen Rufnamen zu ändern. Haben Sie mehrere Vornamen, galt früher der erste (oder unterstrichene) Vorname als Rufname. Das legten die Eltern bei der Eintragung des Namens im Standesamt fest und damit war er auch nicht mehr änderbar. Das ist jetzt anders: Seit 1.11.2018 können Sie die Reihenfolge Ihrer Vorname beliebig ändern. Eine Begründung müssen Sie dafür nicht vorbringen. Stellen Sie bei Ihrem Geburtsstandesamt einen entsprechenden Antrag. Dann wird die Reihenfolge der Namen dort und in Ihrem Personalausweis geändert. Möglich wird das durch eine Änderung im Personenstandsgesetz.

Nachnamen ändern lassen

Den Nachnamen ändern zu lassen, ist etwas einfacher und geht meist auch schneller – jedenfalls, wenn die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind. Zunächst gibt es Lebenssituationen, in denen die Änderung des Familiennamens ohnehin vorgesehen oder zumindest möglich ist. Bei einer Eheschließung zum Beispiel können die Partner sich für einen gemeinsamen Ehenamen entscheiden, den dann auch alle gemeinsamen Kinder bekommen, die in der Ehe geboren werden. Auch wenn Sie ein Kind adoptieren, werden Sie dessen Nachnamen in Ihren eigenen Familiennamen ändern lassen.

Darüber hinaus gibt es Sonderfälle, in denen eine Änderung des Nachnamens ebenfalls möglich ist:

Wollen sie zum Beispiel heiraten und bringen bereits Kinder mit in die Ehe, die auch bei Ihnen leben, ist es möglich, deren Nachnamen anzupassen. So sollen Sie die Möglichkeit bekommen, auch nach außen sofort als eine Familie sichtbar zu werden, indem Sie alle denselben Familiennamen tragen. Juristisch nennt sich diese Namensänderung „Einbenennung“. Sie darf nur von einem Standesbeamten oder Notar durchgeführt werden. Aber Vorsicht: Heiraten Sie nicht den anderen Elternteil der Kinder, teilen sich aber das Sorgerecht, brauchen Sie dessen Einwilligung, wenn Sie den Nachnamen der Kinder ändern lassen wollen.

Eine Änderung des Nachnamens ist auch möglich, wenn sich das Sorgerecht für das Kind ändert. Ein Beispiel: Bisher haben Sie sich das Sorgerecht für Ihren Sohn mit dem Vater des Kindes geteilt. Sie waren nicht verheiratet, aber der Junge trug den Familiennamen seines Vaters. Jetzt allerdings ging die Beziehung unschön in die Brüche, Sie haben das alleinige Sorgerecht bekommen. In diesem Fall können Sie eine Änderung des Nachnamens beantragen, damit Ihr Sohn heißt wie Sie. Aber Achtung: Für diese Änderung haben Sie ab dem Zeitpunkt, an dem sich das Sorgerecht ändert, nur drei Monate Zeit.

Eine weitere Möglichkeit, den Nachnamen zu ändern, besteht, wenn der Name eine große Belastung ist – zum Beispiel, weil Ihr Kind oder Sie deswegen gemobbt oder persönlich verletzt werden. Auch wenn der Name sehr schwer zu schreiben oder auszusprechen ist oder wenn er keine eindeutige Identifizierung möglich macht, weil Sie ständig verwechselt werden, können Sie einen Antrag auf Namensänderung stellen. Das gilt auch für ausländische Nachnamen, die auf diese Weise „eingedeutscht“ werden.

Namensrecht: Beratung durch einen Anwalt

Namensänderungen durchzusetzen ist in Deutschland schwierig. Ertragen Sie Ihren eigenen Namen nicht mehr oder möchten, dass Ihr Kind doch einen anderen Namen trägt, lassen Sie sich am besten vorab beraten. Nur so können Sie abwägen, wie Ihre Erfolgsaussichten stehen, welche Schritte nötig sind, um sich durchzusetzen und wo Sie möglicherweise zusätzliche Hilfe brauchen. Die selbstständigen Kooperationsanwälte helfen Ihnen gern. In der Telefon- und E-Mail-Beratung durch einen Anwalt erreichen Sie sie fast rund um die Uhr bequem von zu Hause aus.

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