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Namensänderung: Wann Sie Ihren Vornamen oder Nachnamen ändern lassen können

Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 13.06.2019
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Nicht jeder klangvolle Name ist in Deutschland als Vorname erlaubt. Und nicht mit jedem Namen, der erlaubt ist, möchten Sie sich ein Leben lang herumschlagen. Unter welchen Umständen Sie Ihren Vor- oder Familiennamen ändern lassen können und wie Sie dafür vorgehen müssen, lesen Sie bei uns.

Der Name soll einen Menschen eindeutig identifizieren. Den Behörden ist er deshalb heilig und eine Namensänderung nur unter ganz bestimmten, strengen Bedingungen erlaubt.

Vorname ändern lassen

Den Vornamen ändern zu lassen, ist eine langwierige Angelegenheit und in Deutschland nur selten von Erfolg gekrönt. Nur in absoluten Ausnahmefällen, wenn der Name nachweislich eine enorme Belastung für die Person ist, stimmen Behörden einer Namensänderung zu. Wenn der Vorname also zu anstößigen Wortspielen, Mobbing und Anfeindungen führt, kann das ein Grund für eine Namensänderung sein.

Aber Vorsicht: Tragen Sie mehrere Vornamen, werden Sie kaum Erfolg haben, wenn Sie einen davon loswerden wollen. Die zuständige Behörde wird dann in aller Regel argumentieren, dass Sie ja einfach einen der anderen Vornamen als Rufnamen wählen können. Das war nicht immer so: Früher legten die Eltern nach der Geburt nicht nur die Namen, sondern auch deren Reihenfolge und damit den Rufnamen fest. Heute aber stehen alle Vornamen gleichberechtigt nebeneinander und Sie können selbst frei wählen, welchen Sie hauptsächlich nutzen wollen. Eine Streichung eines Vornamen werden Sie nur dann durchsetzen können, wenn er nachweisbar untragbar ist. Wenn jemand also zum Beispiel Adolf oder Osama heißt, wird die Behörde einer Namensstreichung höchstwahrscheinlich zustimmen.

In jedem Fall müssen Sie die Namensänderung schriftlich beantragen – in der Regel beim zuständigen Standesamt oder dem Bürgeramt, das kann aber von Bundesland zu Bundesland variieren. Fügen Sie dem Antrag eine ausführliche Begründung bei, warum der Name geändert werden muss, und ergänzen Sie gegebenenfalls auch ärztliche oder psychologische Gutachten, wenn sie vorliegen.

Nachnamen ändern lassen

Den Nachnamen ändern zu lassen, ist etwas einfacher und geht meist auch schneller – jedenfalls, wenn die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind. Zunächst gibt es Lebenssituationen, in denen die Änderung des Familiennamens ohnehin vorgesehen oder zumindest möglich ist.

Neuer Name nach Heirat

Bei einer Eheschließung zum Beispiel können die Partner sich für einen gemeinsamen Ehenamen entscheiden, den dann auch alle gemeinsamen Kinder bekommen, die in der Ehe geboren werden. Das kann der Geburtsname des Mannes oder der der Frau sein. Auch wenn Sie ein Kind adoptieren, werden Sie dessen Nachnamen in Ihren eigenen Familiennamen ändern lassen.

Neuer Name nach Scheidung

Wenn Sie bei einer Heirat den Namen Ihres Partners angenommen haben, können Sie das bei einer Scheidung wieder rückgängig machen. Dafür müssen Sie beim Standesamt Ihres Wohnorts persönlich einen Antrag stellen und können dann Ihren Geburtsnamen wieder annehmen. Beantragen Sie diese Namensänderung nicht, bleibt ihr ehemaliger Ehename auch nach der Scheidung ihr rechtsgültiger Nachname. Sie können ihn aber bei einer erneuten Heirat zugunsten des neuen Ehenamens ablegen, wenn sie das möchten.

Neuer Name für Kinder aus einer früheren Beziehung

Wollen Sie heiraten und bringen bereits Kinder mit in die Ehe, die auch bei Ihnen leben, ist es möglich, deren Nachnamen anzupassen. So sollen Sie die Möglichkeit bekommen, auch nach außen sofort als eine Familie sichtbar zu werden, indem Sie alle denselben Familiennamen tragen. Juristisch nennt sich diese Namensänderung „Einbenennung“. Sie darf nur von einem Standesbeamten oder Notar durchgeführt werden. Aber Vorsicht: Heiraten Sie nicht den anderen Elternteil der Kinder, teilen sich aber das Sorgerecht, brauchen Sie dessen Einwilligung, wenn Sie den Nachnamen der Kinder ändern lassen wollen.

Eine Änderung des Nachnamens ist auch möglich, wenn sich das Sorgerecht für das Kind ändert. Ein Beispiel: Bisher haben Sie sich das Sorgerecht für Ihren Sohn mit dem Vater des Kindes geteilt. Sie waren nicht verheiratet, aber der Junge trug den Familiennamen seines Vaters. Jetzt allerdings ging die Beziehung unschön in die Brüche, Sie haben das alleinige Sorgerecht bekommen. In diesem Fall können Sie eine Änderung des Nachnamens beantragen, damit Ihr Sohn heißt wie Sie. Aber Achtung: Für diese Änderung haben Sie ab dem Zeitpunkt, an dem sich das Sorgerecht ändert, nur drei Monate Zeit.

Wenn der Name eine psychische Belastung ist

Eine weitere Möglichkeit, den Nachnamen zu ändern, besteht, wenn der Name eine große Belastung ist – zum Beispiel, weil Sie deswegen gemobbt oder persönlich verletzt werden. Auch wenn der Name sehr schwer zu schreiben oder auszusprechen ist oder wenn er keine eindeutige Identifizierung möglich macht, weil Sie ständig verwechselt werden, können Sie einen Antrag auf Namensänderung stellen. Das gilt auch für ausländische Nachnamen, die auf diese Weise „eingedeutscht“ werden.

Namensänderung beantragen

Wie Sie eine Namensänderung beantragen, hängt davon ab, warum Sie den Namen ändern lassen wollen. Soll der Nachname zum Beispiel nach einer Heirat, Scheidung oder Adoption geändert werden, ist dafür das Standesamt zuständig. Wollen Sie den Vor- oder Nachnamen ändern lassen, weil Sie ständig verwechselt oder deswegen gemobbt werden, müssen Sie den Antrag bei der Namensänderungsbehörde stellen. In den meisten Fällen ist das das Bürger- oder Einwohnermeldeamt.

Das Amt prüft dann Ihren Antrag und fordert gegebenenfalls weitere Auskünfte von anderen Betroffenen (etwa Ihrem Ehepartner oder Kindern) an. Unter Umständen werden Sie auch aufgefordert, ein psychologisches Gutachten vorzulegen, in dem ein Experte erklärt, ob und warum Ihnen Ihr derzeitiger Name nicht mehr zuzumuten ist. Erst dann wird über Ihren Antrag entschieden. Dass kann wenige Wochen, aber auch gut länger als ein Jahr dauern.

Lehnt die Behörde eine Namensänderung ab, können Sie dagegen Widerspruch einlegen. Bleibt es bei der Ablehnung, können Sie klagen.

Das kostet die Namensänderung

Eine Namensänderung kostet immer Geld. Bei der Heirat sind die Kosten bereits von den Verwaltungskosten für die Eheschließung abgedeckt. In den meisten anderen Fällen zahlen Sie das extra. Wollen Sie den Namen ändern lassen, weil er sie belastet, können Kosten von bis zu 1.022 Euro entstehen. Wie hoch genau die Verwaltungsgebühr ist, hängt vom Aufwand ab. Wenn die Rechtslage unklar ist oder die Behörde weitere Zuarbeiten von anderen Ämtern oder zum Beispiel Ihren Verwandten einholen muss, steigt Ihre Rechnung. Die genaue Höhe variiert dabei von Gemeinde zu Gemeinde. Grundsätzlich aber ist der Höchstbetrag gedeckelt:

Änderung des Vornamens: maximal 255 Euro Änderung des Nachnamens: maximal 1.022 Euro

Gut zu wissen: Zahlen müssen Sie selbst dann, wenn Ihr Antrag auf Namensänderung abgelehnt wird! Zwar wird dann nur ein relativ geringer Teil der tatsächlichen Kosten fällig, aber ganz gratis ist auch ein erfolgloser Antrag nicht. Es ist deshalb ratsam, die zuständige Behörde anzurufen und sich über Ihre Erfolgsaussichten zu erkundigen, bevor Sie einen offiziellen Antrag stellen.

Ist Ihr Antrag auf Namensänderung erfolgreich, müssen Sie danach alle Ausweispapiere ändern lassen. Personalausweis und ggf. Reisepass müssen auf Ihren neuen Namen ausgestellt werden. Auch das kostet Geld. Denken Sie auch daran, die Krankenversichertenkarte und Kredit- und EC-Karten schnellstmöglich ändern lassen. Das ist aber in den allermeisten Fällen kostenlos möglich.

Namensänderung: Beratung durch einen Anwalt

Namensänderungen durchzusetzen ist in Deutschland schwierig. Ertragen Sie Ihren eigenen Namen nicht mehr oder möchten, dass Ihr Kind doch einen anderen Namen trägt, lassen Sie sich am besten vorab beraten. Nur so können Sie abwägen, wie Ihre Erfolgsaussichten stehen, welche Schritte nötig sind, um sich durchzusetzen und wo Sie möglicherweise zusätzliche Hilfe brauchen. Die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline helfen Ihnen gern. In der Telefon- und E-Mail-Beratung erreichen Sie sie fast rund um die Uhr bequem von zu Hause aus.

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