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Vorausvermächtnis

Stand: 17.10.2016

Die zentrale Regelung zum Vorausvermächtnis findet sich in § 2150 BGB Bürgerliches Gesetzbuch): "Das einem Erben zugewendete Vermächtnis (Vorausvermächtnis) gilt als Vermächtnis auch insoweit, als der Erbe selbst beschwert ist".

Das Vorausvermächtnis ist rechtlich selbständig und unabhängig von der Erbenstellung. Diese auf den ersten Blick nicht einfach nachvollziehbare Bestimmung besagt, dass der Erbe vorab und vor der Auseinandersetzung zwischen den ürigen Erben ein Vermächtnis erhält, das er sich nicht auf seinen Erbteil anrechnen lassen muss. Im übrigen gelten dann im Prinzip alle weiteren, das Vermächtnis betreffenden Regeln. Der Anspruch auf das Vermächtnis richtet sich gegen alle Erben, auch gegen den Vorausvermächtnisnehmer als Erben selbst. Diese Regelung kann komplizierte erbrechtliche Probleme nach sich ziehen. Wichtig ist vor allem die Abgrenzung zu Teilungsanordnungen. Oftmals muss ein Testament erst dem wirklichen Willen des Erblassers entsprechend ausgelegt werden.

Fragen zum Vorausvermächtnis beantworten Ihnen gern die im Erbrecht tätigen Rechtsanwälte der Deutschen Anwaltshotline.

Wie hilft der Telefon-Anwalt?

1. Fakten sammeln
Unsere erfahrenen Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen verschaffen sich zunächst einen Überblick über den Sachverhalt. Dazu werden Sie Ihnen möglicherweise folgende Fragen stellen:
  • Wie ist das Testament auszulegen?
  • Wollte der Erblasser einen bestimmtem Erben besonders begünstigen oder sollte der zugewendete Gegenstand auf den Erbteil angerechnet werden?
  • Wie hoch ist der Wert des Vorausvermächtnisses im Verhältnis zum gesamten Nachlass?
2. Tatbeständen zuordnen
Anhand des eben geklärten Sachverhalts werden die Telefonanwälte Ihr Anliegen einem Problemkreis zuordnen können. Dabei kommen die Berater unter anderem zu folgendem Ergebnis:

Das Vorausvermächtnis ist vor der eigentlichen Erbauseinandersetzung zu erfüllen und bringt Ihnen daher einen Vorteil gegenüber den anderen Miterben.

3. Rechtspositionen ableiten
In dieser Phase des Gesprächs werden Ihre ganz individuellen Rechte bestimmt. Jetzt kann Ihnen der Telefonanwalt genau sagen, was Ihnen zusteht und auf was Sie bestehen können. Dabei treffen die Berater auch ganz konkrete Aussagen wie zum Beispiel:

Sie können das Vorausvermächtnis entweder gegenüber den übrigen Erben geltend machen oder Erbe und Vorausvermächtnis ausschlagen, um den Pflichtteil zu erhalten.

4. Handlungsoptionen aufzeigen
Zum Abschluss des Gesprächs klärt der Telefonanwalt mit Ihnen, welche weiteren Schritte für Sie im konkreten Fall sinnvoll und notwendig sind. Mögliche Empfehlungen können sein:

Benachteiligt Sie das Vorausvermächtnis und gehören zum Kreis der pflichtteilsberechtigten Miterben, können Sie die Erbschaft und das Vermächtnis ausschlagen und Ihren Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsanspruch gegen die Erben geltend machen.

Maßgebliche Urteile

Im Unterschied zur Teilungsanordnung, die die auf Auseinandersetzung gerichtet ist, erwirbt der Miterbe durch ein Vorausvermächtnis einen über seine Erbquote hinausgehenden Vermögensvorteil (BGH, NJW 1998/682).


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