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Sonntagszuschlag: Was ist Ihre Sonntagsarbeit wert?

Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 09.04.2018
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Wer sonntags arbeitet, der erhält einen Sonntagszuschlag, oder? Nicht ganz. Denn Arbeitgeber sind rein rechtlich nicht dazu verpflichtet, Sonntagsarbeit entsprechend mit einem Zuschlag zu entlohnen. Lesen Sie in unserem Artikel alles, was Sie zum Sonntagszuschlag wissen müssen.

Das Wichtigste zum Sonntagszuschlag

Gesetzlicher Sonntagszuschlag: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Sonntagszuschlag.

Sonn- und Feiertage: An Feiertagen kann kein Sonntagszuschlag gezahlt werden.

Steuerfreiheit: Sonntagszuschläge bis 50 Prozent des Grundlohns sind steuerfrei.

1. Wann ist Sonntagsarbeit überhaupt erlaubt?

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) verbietet zwar grundsätzlich erst einmal die Arbeit an Sonn- und Feiertagen, doch benennt es auch Ausnahmen, an denen Sonntagsarbeit erlaubt ist. Laut § 10 ArbZG zählen dazu beispielsweise Pflegepersonal, Not- oder Rettungsdienste, Angestellte in der Gastronomie oder Mitarbeiter des Rundfunks.

Was Sie sonst zum Thema Sonntagsarbeit wissen müssen, finden Sie in unserem weiterführenden Artikel Sonn- und Feiertagsarbeit.

2. Sonntagszuschlag per Gesetz: Habe ich ein Recht auf Sonntagszuschlag?

Nicht jeder, der Sonn- und Feiertags arbeitet, hat einen Anspruch auf die Zahlung eines Zuschlages zur Arbeitsvergütung. Daher muss stets überprüft werden, ob überhaupt ein Anspruch auf die Zahlung von Sonntagszuschlag besteht.

Auch wenn es keinen gesetzlichen Anspruch auf den Sonntagszuschlag gibt: Es gibt im Großen und Ganzen drei Möglichkeiten, wie Sie trotzdem auf einen Zuschlag für Sonntagsarbeit pochen können.

Eine Möglichkeit ist die betriebliche Übung. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass Ihr Arbeitgeber freiwillig Sonntagszuschläge bezahlt und zwar schon so lange, dass sie zum betrieblichen Ablauf gehören – also sozusagen ein Gewohnheitsrecht. Allerdings ist es nötig, dass Ihr Arbeitgeber das bereits über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren getan hat. Sie können sich in einem solchen Fall dann darauf berufen und haben Anspruch auf einen Sonntagszuschlag. Das gilt übrigens auch dann, wenn Sie als neuer Mitarbeiter in einem Betrieb anfangen. Sind Sonntagszuschläge dort Teil der betrieblichen Übung, erhalten Sie diesen auch.

Natürlich können Sonntagszuschläge auch im Arbeits- bzw. Tarifvertrag festgeschrieben sein. Entsprechende Klauseln sind dann wirksam und Sie können sich jederzeit darauf berufen. Dabei verstößt es übrigens nicht gegen das Gleichbehandlungsgesetz, wenn Sie einen Sonntagszuschlag erhalten, Ihr Kollege aber nicht – solange Sie dies beispielsweise im Bewerbungsgespräch einzelvertraglich aushandeln. Anders ist es, wenn Ihr Arbeitgeber dies freiwillig jedem Arbeitnehmer zusagt, außer Ihnen. Die Rechtsprechung sieht dabei vor, dass Arbeitgeber, die fünf Prozent ihrer Mitarbeiter einen Sonntagszuschlag gewähren, diesen allen gewähren müssen.

Zuletzt gibt es auch Betriebsvereinbarungen, die den Mitarbeiter Sonntagszuschläge zusichern. Betriebsvereinbarungen sind Verträge, die zwischen Arbeitgebern und Betriebsrat geschlossen werden. Sie legen genau wie ein Tarif- oder Arbeitsvertrag die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien fest und gelten dann für alle Arbeitnehmer eines Betriebs – auch wenn der einzelne Arbeitnehmer keine Vertragspartei ist.

Rechtsanwalt
Weidemann

Tipp von Kooperationsanwalt Volker Weidemann

Sofern Sie als Arbeitnehmer vertraglich zur Sonn- und Feiertagsarbeit verpflichtet sind, sollten Sie schon bei Abschluss des Arbeitsvertrages über die Vergütung Ihrer Sonntagsarbeit verhandeln. Sie können sich schließlich erst sicher sein, dass für Sie ein Anspruch auf Sonntagszuschlag besteht, wenn Sie mit Ihrem künftigen Arbeitgeber darüber gesprochen haben. Im Übrigen werden Sonn- und Feiertagszuschläge steuerlich begünstigt.

Gut zu wissen: Eine Sonderregelung gilt für Oster- und Pfingstsonntag. Der Ostersonntag gilt nur in Brandenburg als offizieller Feiertag, der Pfingstsonntag ebenfalls. Müssen Sie also an einem dieser Sonntage arbeiten, erhalten Sie keinen Sonntagszuschlag. Hier würde dann ein eventueller Feiertagszuschlag fällig werden. Sonntags- und Feiertagszuschlag schließen sich aber aus.

3. Steuerfreier Zuschlag

Unter gewissen Voraussetzungen ist der Sonntagszuschlag steuerfrei. Sie erhalten die Zusatzzahlung also ohne den Abzug der Lohnsteuer auf eben jenen Betrag. Allerdings nur dann, wenn der Sonntagszuschlag unter 50 Prozent des regulären Grundlohns ist. Wird dieser Wert überschritten, fallen Steuern an.



Ein kleines Beispiel:

Sie müssen am Sonntag arbeiten und Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen einen Sonntagszuschlag. Sie erhalten einen Stundenlohn von 16 Euro und einen Sonntagszuschlag von 7,50 Euro. Müssen Sie Steuern bezahlen?

Nein. Erst wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen 50 Prozent des Grundlohns als Zuschlag bezahlt wären Sie steuerpflichtig. So können Sie sich über 7,50 Euro netto mehr pro Stunde freuen.



Achten Sie also vor dem Antritt einer neuen Stelle darauf, dass Sie bei der Sonntagsarbeit nicht draufzahlen müssen. Verhandeln Sie mit Ihrem Arbeitgeber eventuell individuell, wie Sie es vermeiden können, auf Ihren Sonntagszuschlag Steuern bezahlen zu müssen.

Gut zu wissen: Wie oben bereits erwähnt, sind Sonntagszuschläge nicht mit Feiertagszuschlägen vereinbar. Das ist auch im Rahmen der Lohnsteuer so. Da der Sonntagszuschlag bis 50 Prozent und der Feiertag bis 150 Prozent des Stundenlohns steuerfrei bleiben, greift an Sonntagen, die gleichzeitig gesetzliche Feiertage sind, die Regelung für Feiertage. Also 150 Prozent und nicht 200 Prozent.

Oftmals tritt die Problematik auf, ab wann der Sonntagszuschlag gezahlt wird, ob 0.00 Uhr sonntags oder erst mit Beginn der neuen Schicht, die am Sonntag beginnt. Hier und bei allen anderen Fragen zum Thema Sonntagszuschlag helfen Ihnen die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline gerne weiter.

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