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Kurzfristige Beschäftigung: Worauf muss ich achten?

Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 26.06.2018
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Bei einer kurzfristigen Beschäftigung handelt es sich um eine geringfügige Beschäftigung - also um einen Minijob. Es gibt aber im Gegensatz zu einem 450-Euro-Job keine Einkommensobergrenze, sondern nur eine maximale Dauer von 90 Kalendertagen oder 70 Arbeitstagen. Lesen Sie hier alles Weitere, was Sie zu Ihrer kurzfristigen Beschäftigung wissen müssen.

Kurzfristige Beschäftigung: Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

Eine Beschäftigung gilt als kurzfristig, wenn sie die Dauer von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen nicht überschreitet.

Es gibt keine Einkommensgrenze wie beim geringfügig entlohnten Minijob.

Eine Rahmenvereinbarung regelt das Beschäftigungsverhältnis.

Mehrere kurzfristige Minijobs sind möglich, die Arbeitstage aus ihnen werden zusammengezählt.

Berufsmäßige Beschäftigungen können nie kurzfristig sein.

Das Einkommen aus der kurzfristigen Beschäftigung muss versteuert werden.

Welche Zeitgrenzen gelten bei kurzfristigen Beschäftigungen?

Die kurzfristige Beschäftigung zählt zu den geringfügigen Beschäftigungen – auch Minijobs genannt – und ist sozialversicherungsfrei. Sie war ehemals bekannt als 50-Tage-Job, da die zulässige Dauer bis Ende 2014 auf 50 Tage, beziehungsweise zwei Monate begrenzt war. Seit dem 1. Januar 2015 gelten andere Zeitgrenzen. Ein kurzfristiger Minijob muss von vornherein auf diese begrenzt werden und zwar auf maximal

Bei kurzfristigen Beschäftigungen ist es wichtig, dass die Befristung im Voraus geregelt wird. Das geht entweder vertraglich, oder mit Hilfe einer Rahmenvereinbarung, die die Arbeitseinsätze auf 70 Arbeitstage im Jahr beschränkt. Bei einigen Beschäftigungen ergibt sich die Kurzfristigkeit schon aufgrund ihrer Art und Weise, z. B. Erntearbeiten oder Aushilfstätigkeiten während der Vorweihnachtszeit.

Die Zeitgrenzen gelten für alle kurzfristigen Minijobs innerhalb eines Kalenderjahres aber auch für jahresübergreifende, wenn sie von vornherein auf drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet wurden.

Wird die Zeitgrenze überschritten, liegt keine kurzfristige, sondern eine regelmäßige Beschäftigung vor und es tritt ab Kenntnisnahme der Überschreitung Sozialversicherungspflicht ein. Handelt es sich allerdings aufgrund der Entgelthöhe um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (max. 5400 Euro/Jahr beziehungsweise 450 Euro/Monat), tritt dieser Fall nicht ein.

Beim kurzfristigen Minijob gibt es sonst keine Einkommensobergrenze. Es kommt also, anders als bei dem 450-Euro-Job, nicht auf den Verdienst an, sondern lediglich auf die geleisteten Arbeitstage.

70 Arbeitstage oder 90 Kalendertage?

Eine Beschäftigung zählt als kurzfristig, wenn sie nicht länger als 70 Arbeitstage oder drei Monate, beziehungsweise 90 Kalendertage dauert. Ob 70 Arbeitstage oder 90 Kalendertage gelten, hängt dabei ganz von der Anzahl der Arbeitstage pro Woche ab. Wenn nur ein Arbeitseinsatz innerhalb des beabsichtigen Zeitraums der kurzfristigen Beschäftigung weniger als fünf Tage in der Woche dauert, gelten maximal 70 Arbeitstage pro Jahr. Bei ausschließlichen Arbeitseinsätzen von mindestens fünf Tagen pro Woche dürfen Sie als Arbeitnehmer 90 Kalendertage (= drei Monate) eingesetzt werden.

Gut zu wissen: Ab dem 1. Januar 2019 gelten wieder die alten Zeitgrenzen für den kurzfristigen Minijob, und zwar maximal zwei Monate oder 50 Arbeitstage.

Kurzfristige Beschäftigung: Was ist eine Rahmenvereinbarung?

Eine Rahmenvereinbarung regelt den beabsichtigten Rahmen der kurzfristigen Beschäftigung. Der Vorteil daran ist, dass durch sie die Zeitgrenzen einer kurzfristigen Beschäftigung flexibel ausgeschöpft werden können. Die Arbeitszeit kann in einer Rahmenvereinbarung auf drei Monate, beziehungsweise 70 Arbeitstage im Jahr begrenzt werden, wobei die Arbeitseinsätze gelegentlich und unregelmäßig stattfinden. Ist die Beschäftigung dauerhaft oder regelmäßig, gilt sie nicht als kurzfristige Beschäftigung. Eine Beschäftigung ist dann regelmäßig, wenn sie von vornherein auf ständige Wiederholung ausgerichtet ist und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden soll.

Bei der Rahmenvereinbarung müssen auch vorhergehende Beschäftigungen berücksichtigt werden, da insgesamt nur 70 Arbeitstage im Laufe eines Kalenderjahrs zulässig sind. Die Rahmenvereinbarung wird in der Regel für längstens 12 Monate geschlossen. Dabei bietet sich die Dauer eines gesamten Kalenderjahres an), weil in diesem Fall nicht auf anrechenbare Vorbeschäftigungszeiten geachtet werden muss. Sie müssen Ihren Arbeitgeber bei einer Beschäftigung innerhalb eines Rahmenvertrags aber immer darüber informieren, wenn Sie in der arbeitsfreien Zeit für andere Arbeitgeber tätig sind. Ist das der Fall, reduzieren sich die zulässigen Einsätze dementsprechend.

Nach Ablauf der Beschäftigung kann nach mindestens zwei Monaten Pause anschließend eine neue Rahmenvereinbarung getroffen werden.

Kann ich mehrere kurzfristige Minijobs im Jahr ausüben?

Mehrere kurzfristige Beschäftigungen sind möglich, allerdings werden die Arbeitstage aus diesen zusammengezählt. Bei der Zusammenrechnung ist zu beachten, dass die geltenden Zeitgrenzen auf das gesamte Kalenderjahr bezogen sind und auch nicht durch mehrere kurzfristige Minijobs überschritten werden dürfen, da ansonsten mit dem Folgetag der Überschreitung die Sozialversicherungspflicht eintritt. Bei Ausübung von mehreren kurzfristigen Minijobs innerhalb eines Kalenderjahres müssen Sie daher die bereits geleisteten Arbeitstage aus vorhergehenden kurzfristigen Minijobs beachten. Das gilt auch, wenn Sie zeitgleich mehreren kurzfristigen Beschäftigungen nachgehen, also Sie mit einem Arbeitgeber eine Rahmenvereinbarung über ein ganzes Kalenderjahr geschlossen haben und in Ihrer arbeitsfreien Zeit für einen anderen Arbeitgeber in Form einer kurzfristigen Beschäftigung arbeiten.


Ein Beispiel zum Verständnis: Frau Müller ist im Sommer einer kurzfristigen Beschäftigung in einem Biergarten nachgegangen und hat in diesem Rahmen bereits 43 Arbeitstage gearbeitet. Sie wird im November desselben Jahres als Aushilfe über die Adventszeit in einem Restaurant kurzfristig angestellt. In ihrem zweiten Minijob muss daher auf die anrechenbare Vorbeschäftigungszeit geachtet werden und sie darf nicht mehr als 27 Arbeitstage eingesetzt werden, weil sie sonst die Grenze von 70 Arbeitstagen im Laufe des Kalenderjahres überschreitet. Der zweite Minijob wäre in diesem Fall keine kurzfristige Beschäftigung mehr und die Sozialversicherungspflicht würde ab dem Folgetag der Überschreitung eintreten.


Gut zu wissen: Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung neben einer kurzfristigen Beschäftigung ist ohne weiteres möglich, solange man diese nicht beim selben Arbeitgeber ausübt. Beide Beschäftigungen werden nicht zusammengerechnet.

Was bedeutet Berufsmäßigkeit?

Eine kurzfristige Beschäftigung bei einem Entgelt von mehr als 450 Euro im Monat ist für Sie ausgeschlossen, wenn Sie als Aushilfe berufsmäßig tätig sind. Berufsmäßigkeit bedeutet, dass die Beschäftigung für Sie nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Mit anderen Worten: Sie gehören zum Personenkreis der Erwerbstätigen.

Berufsmäßigkeit aufgrund des Erwerbsverhaltens

Berufsmäßigkeit kann einerseits aufgrund des Erwerbsverhaltens angenommen werden. Diese Berufsmäßigkeit kann sich immer ergeben, also auch bei Studenten, Hausfrauen oder Schülern. Berufsmäßigkeit aufgrund des Erwerbsverhaltens wird angenommen, wenn die Beschäftigungszeiten 70 Arbeitstage bzw. drei Monate überschreiten. Es werden dabei alle Beschäftigungen angerechnet, in denen das Entgelt 450 Euro/Monat überschreitet.

Berufsmäßigkeit aufgrund des Status der Person

Berufsmäßigkeit kann allerdings auch im Status der Person begründet sein. Bei folgenden Personen ist Berufsmäßigkeit anzunehmen:

Kurzfristige Minijobs neben einer Hauptbeschäftigung sind grundsätzlich nicht berufsmäßig. Als Hauptbeschäftigung zählt jede Beschäftigung, die nicht geringfügig entlohnt und nicht kurzfristig ist.

Wie wird das Einkommen aus kurzfristigen Beschäftigungen versteuert?

Der Arbeitslohn aus kurzfristigen Beschäftigungen ist nach allgemeinen Vorschriften lohnsteuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen (ELStAM) oder unter bestimmten Voraussetzungen mit 25 Prozent pauschaliert werden. Die pauschale Versteuerung ist möglich, wenn

Die pauschale Versteuerung mit 25 Prozent lohnt sich allerdings nicht für jeden. Gerade bei Studenten bietet sich eine individuelle Versteuerung an, da die gezahlten Abgaben im Rahmen des Lohnsteuerausgleichs bis zum steuerlichen Grundfreibetrag von 9.000 Euro (Stand 2018) wieder zurück geholt werden können. Dafür muss lediglich am Ende des Jahres eine Steuererklärung abgegeben werden. Voraussetzung für die Rückerstattung ist, dass dem Arbeitgeber vor Jobantritt mitgeteilt wird, dass das Einkommen individuell versteuert werden soll. Studenten, die BAföG beziehen, müssen allerdings beachten, dass sie nicht über den Freibetrag von 5.400 Euro im Jahr hinzuverdienen dürfen – andernfalls müssen sie mit Abzügen rechnen.

Welche Beiträge muss ich zahlen?

Bei kurzfristigen Beschäftigungen müssen weder Sie als Arbeitnehmer, noch Ihr Arbeitgeber Beiträge zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, und Pflegeversicherung leisten. Für den Arbeitgeber besteht allerdings eine Beitragspflicht zur gesetzlichen Unfallversicherung, bei der er den Minijobber selbstständig anmelden muss. Darüber hinaus sind von ihm Beiträge zu den Umlagen U1 (Krankheit) und U2 (Schwangerschaft), sowie zur Insolvenzgeldumlage zu entrichten.

Kurzfristige Beschäftigung: Beratung durch einen Anwalt

Eine kurzfristige Beschäftigung bietet die Möglichkeit, in einem relativ kurzen Zeitraum viel Geld zu verdienen, ohne dass dabei umfassende Lohnabzüge in Kauf genommen werden müssen. Das macht ihn besonders bei Schülern und Studenten attraktiv. Stolpersteine ergeben sich aus den Zeitgrenzen oder durch die Berufsmäßigkeit, die eine kurzfristige Beschäftigung ausschließt. Um diesen Stolperfallen aus dem Weg zu gehen oder Ihre individuelle Situation zu klären, helfen Ihnen gerne die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline. Die meisten Fragen lassen sich innerhalb weniger Minuten klären.

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