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Kurzerkrankungen

Stand: 08.02.2016

Ständige und sich für einen längeren Zeitraum wiederholende Kurzerkrankungen können das Arbeitsverhältnis nicht nur gefährden, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch zur arbeitsgeberseitigen Kündigung führen (BAG 10.12.2009, 2 AZR 400/08; 01.03.2007, 2 AZR 217/06).

Nach dem dreistufigen Prüfungssystem des Bundesarbeitsgerichts bedarf es für eine krankheitsbedingte Kündigung auf der ersten Stufe einer negativen Gesundheitsprognose (10.12.2009, 2 AZR 400/08; 01.03.2007, 2 AZR 217/06). Es müssen objektive Tatsachen vorliegen, welche die Besorgnis weiterer Erkrankungen im bisherigen Umfang befürchten lassen. Häufige Kurzerkrankungen in der Vergangenheit können dabei von dem Arbeitgeber als Indiz für eine entsprechende zukünftige Entwicklung herangezogen werden.  Auf der zweiten Stufe wird sodann geprüft, ob die prognostizierten Fehlzeiten in der Zukunft zu einer erheblichen Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen führen und dem Arbeitgeber hierdurch unzumutbare wirtschaftliche Belastungen entstehen 10.12.2009, 2 AZR 400/08; 01.03.2007, 2 AZR 217/06). Diese Beeinträchtigungen können sowohl in Betriebsablaufstörungen als auch in zu erwartenden Lohnfortzahlungskosten liegen. Schließlich erfolgt auf der dritten Stufe eine Interessenabwägung dahingehend, ob dem Arbeitgeber die Beeinträchtigungen nicht mehr zuzumuten sind (10.12.2009, 2 AZR 400/08; 01.03.2007, 2 AZR 217/06). In diese Gesamtabwägung sind auch der Grund der Erkrankungen, die Dauer des Arbeitsverhältnisses, das Alter und der Familienstand des Arbeitnehmers sowie bestehende Personalreserven des Arbeitnehmers mit einzubeziehen.

Zu kam das BAG in seiner Entscheidung vom 23.01.2014, 2 AZR 582/13 zu dem Ergebnis, dass häufige Kurzerkrankungen sogar eine außergerichtliche Kündigung begründen können, bei der die Kündigungsfrist von zwei Wochen gemäß § 626 Abs. 2 BGB unbeachtlich ist.

Wie hilft der Telefon-Anwalt?

1. Fakten sammeln
Unsere erfahrenen Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen verschaffen sich zunächst einen Überblick über den Sachverhalt. Dazu werden Sie Ihnen möglicherweise folgende Fragen stellen:
  • Kündigung
  • häufige Kurzerkrankungen
  • negative Gesundheitsprognose
  • Beeinträchtigung betrieblicher Interessen
  • Interessenabwägung
2. Tatbeständen zuordnen
Anhand des eben geklärten Sachverhalts werden die Telefonanwälte Ihr Anliegen einem Problemkreis zuordnen können. Dabei kommen die Berater unter anderem zu folgendem Ergebnis:
  • Rechtsanwalt prüft, ob eine häufige Erkrankung in diesem Sinne vorliegt.
  • Rechtsanwalt prüft, ob eine etwaige Kündigung dem dreistufigen Prüfungssystem des BAG standhält.
3. Rechtspositionen ableiten
In dieser Phase des Gesprächs werden Ihre ganz individuellen Rechte bestimmt. Jetzt kann Ihnen der Telefonanwalt genau sagen, was Ihnen zusteht und auf was Sie bestehen können. Dabei treffen die Berater auch ganz konkrete Aussagen wie zum Beispiel:
  • Nach Überprüfung der Kündigung unter Zugrundelegung des Prüfungssystems des BAG erscheint eine krankheitsbedingte als unwirksam.
  • Die Wirksamkeit der krankheitsbedingten Kündigung erscheint zweifelhaft.
4. Handlungsoptionen aufzeigen
Zum Abschluss des Gesprächs klärt der Telefonanwalt mit Ihnen, welche weiteren Schritte für Sie im konkreten Fall sinnvoll und notwendig sind. Mögliche Empfehlungen können sein:
  • Sie können gegen die Kündigung im Wege einer Kündigungsschutzklage vorgehen.
  • Diese müssen Sie innerhalb von drei Wochen nach Erhalt beim Arbeitsgericht einlegen.

Maßgebliche Urteile

In seinen Entscheidungen vom 10.12.2009, 2 AZR 400/08 und 01.03.2007, 2 AZR 217/06 hat das BAG erkannt, dass häufige Kurzerkranken zu einer ordentlichen Kündigung berechtigen können. Dieses ist von einer negativen Gesundheitsprognose, einer erheblichen Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen und einer Interessenabwägung, die eine Fortsetzung als unzumutbar erscheinen lässt, abhängig.

Darüber hinaus hat das BAG am 23.01.2014 sogar entschieden, dass häufige Kurzerkrankungen sogar eine außerordentliche Kündigung begründen können.


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   | Stand: 04.11.2017
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