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Soforthilfe vom Anwalt

Arbeiten trotz Krankschreibung: Die 6 wichtigsten Fragen

Dürfen Sie erkrankt arbeiten, oder müssen Sie sich "gesundschreiben" lassen? Wir klären die wichtigsten Fragen zur Arbeit trotz Krankschreibung.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 18.06.2018
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Sie wurden wegen schwerer Grippe für längere Zeit als arbeitsunfähig bescheinigt, fühlen sich aber bereits nach wenigen Tagen wieder fit und möchten trotz Krankschreibung arbeiten gehen? Ob Sie sich dafür eine Gesundschreibung ausstellen lassen müssen, wie sich das auf Ihren Versicherungsschutz auswirkt und was es sonst noch zu beachten gilt, wenn Sie trotz Krankschreibung arbeiten möchten: Lesen Sie hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Arbeiten trotz Krankschreibung: Das Wichtigste auf einen Blick

Die Dauer Ihrer Krankschreibung beruht immer auf einer Prognose Ihres Arztes. Dabei kann es natürlich vorkommen, dass diese Einschätzung nicht zutrifft und Sie schon früher wieder arbeiten könnten.

In diesem Fall sollten Sie zunächst mit Ihrem Arbeitgeber Kontakt aufnehmen und ihm die Lage schildern, denn letztendlich entscheidet er in einem solchen Fall, ob Sie wieder arbeiten dürfen.

Der Versicherungsschutz bleibt in jedem Fall bestehen und wird nicht durch die Tatsache beeinträchtigt, dass Sie eigentlich krankgeschrieben sind.

Wie gehe ich vor, wenn ich trotz Krankschreibung wieder arbeiten gehen möchte?

Sind Sie erkrankt und vorübergehend nicht in der Lage, zur Arbeit zu gehen, sind Sie dazu verpflichtet, dies unverzüglich Ihrem Arbeitgeber zu melden. Sind Sie über mehr als drei Tage hinweg krankheitsbedingt arbeitsunfähig, müssen Sie sich nach gesetzlicher Frist von Ihrem Arzt ein Attest ausstellen lassen. Manche Arbeitgeber fordern sogar bereits ab dem ersten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung. Wie Sie am besten bei einer Arbeitsunfähigkeit vorgehen und welche Stolperfallen Sie vermeiden sollten, finden Sie hier: Krankschreibung - Infos und Rechtsberatung.

Eine ärztliche Bescheinigung über Ihre Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich kein Arbeitsverbot. Da die Bescheinigung lediglich eine ärztliche Einschätzung über die Dauer Ihrer Erkrankung darstellt, kommt es durchaus vor, dass sich krankgeschriebene Arbeitnehmer bereits vor Ende der Krankschreibung wieder fit und arbeitsfähig fühlen.

In der Regel reicht es, wenn Sie dann mit Ihrem Chef Kontakt aufnehmen und ihm versichern, nach eigener Einschätzung wieder arbeitsfähig zu sein. Die Entscheidung, ob Sie trotz Krankschreibung arbeiten dürfen, trifft nämlich letztendlich der Arbeitgeber: Er wird Sie voraussichtlich auf Ihre Diagnose ansprechen und weitere Fragen bezüglich Ihrer Erkrankung stellen, um einschätzen zu können, ob Sie wieder in der Lage sind, zu arbeiten. Dies ist auch durchaus sinnvoll, da der Arbeitgeber die Fürsorgepflicht trägt und für die Gesundheitsförderung seiner Mitarbeiter verantwortlich ist: Er muss einschätzen können, ob die Gefahr besteht, dass Sie Kollegen anstecken oder ob die Bedienung von Maschinen für Sie zumutbar ist.

Darf ich dem Arbeitgeber meine Arbeitsunfähigkeit einfach verschweigen?

Auf keinen Fall dürfen Sie vor Ihrem Arbeitgeber geheim halten, dass Sie aufgrund einer Krankheit leistungsbeeinträchtigt oder gar -unfähig sind. Im Gegenteil: Sind Sie erkrankt, müssen Sie Ihren Arbeitgeber unverzüglich über Ihre Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer informieren und sind verpflichtet, ihm eine vom Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Dies gilt vor allem dann, wenn das Risiko besteht, Ihre Genesung durch die Arbeit zu gefährden oder Ihren Zustand gar zu verschlimmern.

Ihre Mitteilung soll dem Arbeitgeber ermöglichen, einzuschätzen, inwiefern ein Sicherheits- oder Gefahrenrisiko vorliegt und mit welchen Arbeitskräften er rechnen kann, damit er seiner Fürsorgepflicht nachkommen, auf Ihre gesundheitlichen Einschränkungen Rücksicht nehmen und im Zweifelsfall für eine Vertretung sorgen kann.

Im schlimmsten Fall könnte eine verheimlichte Arbeitsunfähigkeit auch für Sie selbst Konsequenzen haben: Wenn Sie beispielsweise trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung Maschinen bedienen und es zu einem Unfall kommt, kann es sein, dass Sie für etwaige Schäden haften müssen.

Kann der Arbeitgeber eine „Gesundschreibung“ fordern?

Viele Arbeitgeber gehen gern auf Nummer sicher, da sie diejenigen sind, die haften, wenn Sie trotz Krankschreibung arbeiten und dabei einen krankheitsbedingten Unfall am Arbeitsplatz erleiden. Vielen reicht daher eine bloße Selbsteinschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit nicht aus und sie fordern zusätzlich eine ärztliche Bestätigung. Eine gesetzlich geregelte Pflicht zur „Gesundschreibung“ gibt es zwar nicht – es ist aber das gute Recht Ihres Arbeitgebers, Sie zu einer ärztlichen Untersuchung aufzufordern, um sicherzugehen, dass Sie auch wirklich wieder voll einsatzfähig sind.

Kann der Arbeitgeber mich heimschicken, obwohl ich mich fit fühle und arbeiten möchte?

Ja: Zweifelt Ihr Arbeitgeber an Ihrer selbst eingeschätzten Arbeitsfähigkeit, darf er Ihnen die Arbeit verweigern, bis die Krankschreibung und damit auch die ärztliche Prognose der Arbeitsunfähigkeit endet. Manche Arbeitgeber lehnen grundsätzlich die Angebote der Mitarbeiter zur Arbeitsaufnahme trotz Krankschreibung ab – schließlich tragen sie die Verantwortung, wenn der krankgeschriebene Arbeitnehmer infolge seiner gesundheitlichen Einschränkung einen Unfall verursacht.

Erlischt der Versicherungsschutz, wenn ich trotz Krankschreibung arbeite?

Nein, Ihr Versicherungsschutz bleibt bestehen – und zwar sowohl der Schutz der gesetzlichen Kranken- als auch der Unfallversicherung. Erleiden Sie beispielsweise während der Arbeit einen Arbeitsunfall, ist dieser trotz Krankschreibung abgesichert. Dasselbe gilt für Unfälle auf dem Weg in die Arbeit: Auch diese werden vom Versicherungsschutz abgedeckt. Damit Sie oder Ihr Arbeitgeber nicht für etwaige Unfälle haften, sollten Sie allerdings Ihrer Mitteilungspflicht und Ihr Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nachkommen.

Was, wenn ich während der wiederaufgenommenen Arbeit merke, dass ich doch noch arbeitsunfähig bin?

Arbeiten Sie trotz Krankschreibung und stellen währenddessen fest, dass Sie doch noch nicht wieder fit und voll einsatzfähig sind, können Sie sich jederzeit wieder auf Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung berufen. Teilen Sie Ihrem Arbeitgeber mit, dass die Wiederaufnahme Ihrer Tätigkeiten eine Fehleinschätzung war, und kurieren Sie sich aus bis die Krankschreibung endet.

Arbeiten trotz Krankschreibung: Beratung durch einen Anwalt

Verweigert Ihnen Ihr Arbeitgeber die Wiederaufnahme Ihrer Arbeit, weil Sie krankgeschrieben sind? Oder haben Sie weitere Fragen zum Arbeiten trotz Krankschreibung? Die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline helfen am Telefon oder per E-Mail sofort weiter, sodass Sie Ihr weiteres Vorgehen rechtssicher gestalten und Ihrem Arbeitgeber gut informiert gegenübertreten können.

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