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Homeoffice: Die 10 wichtigsten Fragen zur Arbeit von zu Hause

Flexiblere Arbeitszeiten, keine störenden Kollegen und kein langer Arbeitsweg: Viele Angestellte träumen vom Homeoffice. Doch bei der Arbeit von zu Hause aus gibt es vieles zu beachten: Hier finden Sie Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen rund um die Arbeit von zu Hause aus!
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 25.04.2018
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Flexiblere Arbeitszeiten, keine störenden Kollegen und kein langer Arbeitsweg: Viele Angestellte beantragen bei Ihrem Arbeitgeber aus diesen Gründen Homeoffice. Doch bei der Arbeit von zu Hause aus gibt es Vieles zu beachten: Gibt es einen rechtlichen Anspruch darauf? Wer zahlt die Arbeitsmaterialien? Muss ich stets erreichbar sein? Wie sieht es mit der Unfallversicherung aus? Kann ich anfallende Kosten von der Steuer absetzen? Hier finden Sie alle Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um das Homeoffice.

Das Wichtigste in Kürze: Homeoffice
  • Einen rechtlichen Anspruch auf Homeoffice gibt es nicht.
  • Wer von zu Hause aus arbeitet, muss sich – wie jeder andere Angestellte auch – an das Arbeitszeitgesetz halten.
  • Halten Sie Ihre individuellen Regelungen schriftlich fest: So kommt es später nicht zu Streitigkeiten mit dem Chef!

1. Habe ich einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice?

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab, dass sich etwa 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland mehr Zeit im Homeoffice wünschen. Wenn sich Ihre Arbeit auch von zu Hause aus erledigen lässt, können Sie zwar einen Antrag auf Homeoffice – auch Telearbeit genannt – stellen, doch ob dieser bewilligt wird, hängt ganz von Ihrem Chef ab. Einen rechtlichen Anspruch auf Zeit im Homeoffice gibt es hierzulande nicht, wobei Deutschland hinter anderen EU-Staaten zurückbleibt. In den Niederlanden wurde beispielsweise im Juli 2015 ein gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice eingeführt.

Ihr Arbeitgeber hat gemäß § 106 Gewerbeordnung (GewO) ein Weisungsrecht. Dieses berechtigt ihn dazu, den „Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher zu bestimmen“. Das bedeutet, dass er grundsätzlich festlegen kann, wann und wo Sie arbeiten und welche Tätigkeiten Sie ausführen, solange Sie dadurch nicht zu sehr eingeschränkt werden („nach billigem Ermessen“). Da auch der Ort Ihrer Arbeit diesem Weisungs- oder Direktionsrecht unterliegt, kann der Chef Ihren Antrag auf Homeoffice problemlos ablehnen.

Anders sieht es natürlich aus, wenn in Ihrem Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder in einem Tarifvertrag die Möglichkeit der Arbeit von zu Hause aus vorgesehen ist. Dann können Sie sich auf ihren vertraglichen Anspruch berufen und Homeoffice durchsetzen.

2. Kann mein Chef Homeoffice anordnen?

Nein, ebenso wenig wie Sie als Arbeitnehmer ein Recht auf Homeoffice haben, hat Ihr Chef ein Recht darauf, eine „Zwangsversetzung“ an den heimischen Schreibtisch anzuordnen. Ihr Arbeitgeber hat Ihre Privatsphäre zu respektieren und darf Sie deshalb nicht ohne Ihre Zustimmung bitten, künftig von zu Hause aus zu arbeiten.

3. Müssen die Regelungen zum Homeoffice schriftlich festgehalten werden?

Nein, die Schriftform ist nicht erforderlich. Sie können alle Konditionen Ihrer Tätigkeit im Homeoffice auch mündlich mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich, die einzelnen Regelungen schriftlich festzuhalten. So vermeiden Sie Missverständnisse und Konfrontationen.

Ihren Arbeitsvertrag müssen Sie für das Homeoffice nicht abändern lassen, doch empfiehlt es sich, eine Zusatzvereinbarung zu verfassen. Dies ist sowohl in Ihrem Interesse als auch in dem Ihres Arbeitgebers. Sprechen Sie direkt mit ihm und regeln Sie alle Bedingungen für das Homeoffice.

Folgende Regelungen sollten schriftlich festgehalten werden:

4. Welche Arbeitszeiten gelten im Homeoffice?

Grundsätzlich können Sie Ihre Arbeitszeiten im Homeoffice relativ frei mit Ihrem Chef vereinbaren. Nur an das Arbeitszeitgesetz müssen Sie sich – wie jeder andere Angestellte auch – halten. Sie müssen also beispielsweise dafür sorgen, dass Sie höchstens acht Stunden am Tag arbeiten. Eine Verlängerung auf zehn Stunden ist zwar möglich, doch müssen die zusätzlich geleisteten Stunden innerhalb von sechs Monaten abgegolten werden.

Auch Ihre üblichen Ruhezeiten und Pausen müssen Sie einhalten. Wenn Sie an einem Tag mehr als sechs Stunden arbeiten, ist eine Pause von mindestens 30 Minuten gesetzlich vorgeschrieben. Bei einer täglichen Arbeitszeit von über neun Stunden, müssen Sie Ihre Tätigkeit mindestens 45 Minuten lang pausieren. Bei den Ruhezeiten gilt, dass zwischen dem Feierabend und dem Arbeitsbeginn am nächsten Tag mindestens elf Stunden liegen müssen.

Ob Sie mit Ihrem Chef vereinbaren, dass Sie ausschließlich von zu Hause aus arbeiten oder ob Sie einen Teil der Woche im Unternehmen verbringen, bleibt Ihnen und Ihren Arbeitgeber überlassen. Rein sprachlich unterscheidet man hier zwischen zwei Arten des Homeoffice:

5. Muss ich im Homeoffice immer erreichbar sein?

Das Gesetz sieht hier keine klare Regelung vor. Stattdessen kommt es einzig und allein darauf an, was Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbart haben. Besteht Ihr Chef beispielsweise darauf, dass Sie stets erreichbar sind, wenn Sie im Homeoffice arbeiten, sollten Sie die Zeiten genau festhalten – und zwar schriftlich.

Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, haben Sie allerdings auch das Recht auf Pausen. Vielmehr noch: Sie müssen Ihre Pausen sogar einhalten, weil Sie sich auch im Homeoffice an das Arbeitszeitgesetz halten müssen. Da Ihnen die Gestaltung der Pausen selbst überlassen ist, müssen Sie während dieser nicht erreichbar sein. Um Konflikte zu vermeiden, sollten Sie mit Ihrem Chef aber nach Möglichkeit feste Pausenzeiten vereinbaren oder sich zur Pause abmelden und darauf hinweisen, ab wann Sie wieder erreichbar sind.

6. Darf mein Chef mich im Homeoffice besuchen?

Gerade bei Beschäftigten, die ausschließlich oder dauerhaft von zu Hause aus arbeiten, lassen sich viele Arbeitgeber ein Zugangsrecht zur Wohnung einräumen. Dies dient allerdings nicht vorrangig Ihrer Kontrolle: Vielmehr muss Ihr Arbeitgeber auch bei Angestellten, die im Homeoffice arbeiten, seinen Pflichten aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) nachkommen. Das heißt, dass er kontrollieren muss, ob Ihr Arbeitsplatz ordentlich ausgestattet ist und Ihre Gesundheit nicht durch falsches Licht, einen ungeeigneten Stuhl oder andere Missstände gefährdet ist.

Natürlich kann der Heimbesuch aber auch dazu dienen, um zu prüfen, ob Vertraulichkeitspflichten eingehalten werden. So kann Ihr Arbeitgeber beispielsweise kontrollieren, ob sensible Daten einfach so auf Ihrem Schreibtisch herumliegen und dementsprechend für Dritte einsehbar sind.

Doch keine Sorge: Selbstverständlich kann Ihr Chef nicht einfach überraschend bei Ihnen auf der Matte stehen. Er muss den Besuch zuvor ankündigen. Für Sie als Arbeitnehmer empfiehlt es sich, zuvor eine angemessene Ankündigungsfrist zu vereinbaren und diese auch schriftlich festzuhalten.

7. Wer übernimmt die Kosten für das Homeoffice?

Hier kommt es ein wenig darauf an, ob Sie nur ab und an ein Kundentelefonat von zu Hause aus führen oder ob Sie zu festen Zeiten und dauerhaft im Homeoffice arbeiten. Ist letzteres der Fall kommt in der Regel der Arbeitgeber für die Kosten, die für die Ausstattung des Arbeitsplatzes erforderlich sind, auf. Immerhin müsste er Ihnen PC, Schreibtisch und Co. auch an Ihrem eigentlichen Arbeitsplatz im Unternehmen zur Verfügung stellen.

Eine Art „Miete“ können Sie von Ihrem Chef verlangen, wenn er Ihnen keinen Arbeitsplatz in den Firmenräumen zur Verfügung stellen kann und Sie daher gezwungen sind, von zu Hause aus zu arbeiten. In diesem Fall – der in der Praxis jedoch eher selten ist – können Sie von Ihrem Arbeitgeber eine monatliche Kostenpauschale für Nutzung, Energie und Heizkosten verlangen. Auch die Reinigung und sonstige Unterhaltskosten können Sie Ihrem Arbeitgeber zumindest anteilig in Rechnung stellen.

8. Kann ich die Kosten für das Homeoffice von der Steuer absetzen?

Ja, die Kosten für das Homeoffice können Sie auch von der Steuer absetzen, allerdings nur wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

Was die zweite Voraussetzung angeht, sind die Gerichte sehr streng. Das Arbeitszimmer darf kein Durchgangszimmer sein. Außerdem darf das Büro nur mit einem Schreibtisch, einem Stuhl und einem Bücherregal oder Aktenschrank ausgestattet sein. Steht etwa eine Schlafcouch oder gar ein Fernseher im Arbeitszimmer, wird dieses als privates Wohnumfeld ausgelegt. In diesem Fall können Sie die Kosten nicht von der Steuer absetzen (Urteil vom Bundesfinanzhof vom 27. Juli 2015, Az. GrS 1/14).

Sind beide Bedingungen gegeben, können Sie die Kosten komplett von der Steuer absetzen. Dazu zählen die Kosten für das Mobiliar, die Arbeitsmaterialien und auch die Renovierung Ihres Arbeitszimmers. Miete, Heiz- und Stromkosten können anteilig angerechnet werden.

Bei geringer Tätigkeit im Homeoffice – also dann, wenn das Homeoffice nicht den „beruflichen Mittelpunkt“ darstellt – gilt ein Höchstbetrag von 1.250 Euro pro Jahr, der von der Steuer abgesetzt werden kann.

9. Bin ich im Homeoffice unfallversichert?

Ja, auch wenn Sie von zu Hause aus arbeiten, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Allerdings gibt es hier Einschränkungen, denn Sie können nur dann einen Arbeitsunfall geltend machen, wenn dieser sich bei der eigentlichen Ausübung Ihrer Tätigkeit ereignet hat.

Der Weg zur Toilette oder zur Kaffeemaschine wäre beispielsweise bei einer Tätigkeit im Büro ebenfalls unfallversichert – im Homeoffice jedoch nicht. Immerhin kann ein Arbeitgeber die Risiken, die in einer Privatwohnung lauern, nicht beeinflussen (BSG-Urteil vom 5. Juli 2016, Az. B 2 U 5/15).

10. Kann mein Vermieter mir das Homeoffice verbieten?

Auf den ersten Blick mag diese Frage ein wenig realitätsfern erscheinen, doch wenn Ihre Homeoffice-Tätigkeit mit Kundenbesuchen verbunden ist, kann Ihr Vermieter durchaus Einwände dagegen vorbringen.

Sollten Sie ab und an einmal einen Kunden bei Ihnen in der Wohnung empfangen, wird der Vermieter wohl kaum etwas dagegen unternehmen können. Gehen Kunden allerdings regelmäßig bei Ihnen ein und aus, entspricht das nicht der vertragsgemäßen Nutzung einer Privatwohnung. In diesem Fall müssen Sie mit einer Abmahnung rechnen.

Homeoffice bringt viele Vorteile mit sich, birgt aber auch ein hohes Konfliktpotenzial. Gerade seitens der Arbeitgeber herrscht häufig Skepsis: Arbeiten Sie wirklich während der vereinbarten Zeit? Was passiert, wenn Sie einmal nicht erreichbar waren? Was ist, wenn bei Ihnen zu Hause das Internet ausfällt und Sie nicht im Homeoffice arbeiten können? Sollte es zu Streit mit Ihrem Chef kommen, stehen Ihnen die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline mit Rat und Tat per Telefon oder E-Mail zur Seite.

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