Navigationspunkt Hauptthema Unterthema Artikeltitel
Soforthilfe vom Anwalt

Firmenwagen: Wer haftet für Unfälle mit dem Dienstwagen?

Ein Firmen- oder Dienstwagen hat für die meisten Arbeitnehmer enorme Vorteile, solange Sie wissen, welche Kosten auf Sie zu kommen und was Sie beim Thema Haftung beachten müssen. Hier erfahren Sie alles, was Sie über Ihr Firmenfahrzeug wissen müssen.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 16.07.2018
Rechtsberatung per Telefon
zum Thema Dienstwagen
schnellgünstig
rechtssicher
Anwalt für Arbeitsrecht anrufen:
0900-1 875 003 170*
* 1,99 €/Min inkl. 19% MwSt. aus dem Festnetz der Deutschen Telekom (ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen)
Anwalt für Arbeitsrecht anrufen:
0900-1 875 003 170*
Rechtsberatung per Telefon
schnell
rechtssicher
günstig

Ein Firmenwagen kann sich für Angestellte richtig lohnen – ein neues, schickes Modell und keinerlei Kosten für Zulassung, Versicherung oder Werkstatt. Aber Vorsicht: Der Firmenwagen kann Sie schnell teurer kommen, als gedacht. Denn bei Unfällen kann es sein, dass Sie mithaften. Hier erfahren Sie alles, was Sie bei Ihrem Dienstwagen beachten müssen und wann Sie Unfallkosten tragen müssen.

Lohnt sich ein Firmenwagen für mich?

Die Begriffe Dienst- und Firmenwagen sind gesetzlich nicht genau definiert. Üblicherweise versteht man darunter einen Wagen, der sich in Besitz Ihres Arbeitgebers befindet – oder von diesem geleast wird – und den er Ihnen für dienstliche Fahrten zur Verfügung stellt. Viele Arbeitgeber stellen Ihren Angestellten als Ersatz für eine Gehaltserhöhung einen Firmenwagen zur Verfügung, der auch privat genutzt werden darf. Für Unternehmen ist diese Alternative sehr attraktiv, da aufgrund des gleichbleibenden Bruttogehalts auch die Lohnnebenkosten gleich bleiben, der Kauf steuerlich begünstigt wird und der Wagen zusätzlich noch im Rahmen der Betriebsausgaben abgeschrieben werden kann. Aber auch für Arbeitnehmer kann sich ein Firmenwagen durchaus lohnen, wenn die Steuerkosten, die daraus entstehen, nicht zu hoch sind.

Sie als Arbeitnehmer müssen Sich weder um TÜV, Zulassung oder Kundendienste kümmern und in vielen Fällen noch nicht einmal das Benzin selbst zahlen. Klingt toll. Dennoch gibt es einige Fallstricke, die den Firmenwagen doch zu einem teuren Vergnügen machen können.

Versteuerung des Dienstwagens

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen den Wagen nicht nur für dienstliche Zwecke zur Verfügung stellt, sondern Sie ihn auch privat nutzen dürfen, dann entsteht für Sie dadurch ein geldwerter Vorteil. Dieser muss bei der Steuer ausgeglichen werden. Die einfachste Methode ist die Ein-Prozent-Regelung. Bei dieser müssen Sie ein Prozent des Listenpreises Ihres Firmenwagens für die private Nutzung zuzüglich zu 0,03 Prozent des Listenpreises für jeden Entfernungskilometer zwischen Ihrer Wohnung und Ihrer Arbeitsstätte für die Steuer aufwenden. Hier gilt allerdings nur die einfache Strecke (nur Hinfahrt). In der Regel wird diese Summe Ihnen monatlich vom Gehalt abgezogen.

Aus diesem Grund spielt der Wert des Wagens eine Rolle bei der Entscheidung, ob sich ein Firmenwagen für Sie lohnen kann. Ist der Wagen im Verhältnis zu Ihrem Einkommen extrem teuer, haben Sie unter Umständen keinen Vorteil durch einen Firmenwagen.

Gut zu wissen: Sollte der nachträgliche Einbau von Sonderausstattung – zum Beispiel eines Navis – den Wert des Wagens erhöhen, bleibt der geldwerte Vorteil dennoch gleich.

Eine andere Methode, den geldwerten Vorteil zu versteuern, liegt im Führen eines Fahrtenbuches, mit dem der Anteil der privaten Nutzung ermittelt werden kann. Wie das Fahrtenbuch korrekt geführt wird und welche Vor- und Nachteile es birgt, können Sie genauer in unserem Artikel über das Fahrtenbuch nachlesen:

Fahrtenbuch: Mit korrekt geführtem Fahrtenbuch Steuern sparen

Nutzung des Dienstwagens

In der Regel müssen Sie eine Dienstwagenvereinbarung beziehungsweise einen Dienstwagenüberlassungsvertrag unterzeichnen. Folgende Punkte sollten in diesem unbedingt geregelt sein:

Besonders wichtig ist dabei der Punkt der Privatnutzung. Wenn diese nämlich ausgeschlossen ist, dürfen Sie den Wagen keinesfalls für Privatfahrten, sondern lediglich für dienstliche Fahrten verwenden.

Gut zu wissen: Die Fahrt zwischen Ihrer Wohnung und Ihrer ersten Arbeitsstätte gilt nicht als Privatfahrt. Sie sind der Erwerbsphäre zuzuordnen und deswegen dienstlich. Das entschied der Bundesfinanzhof (BFH, Urteil vom 6. Oktober 2011, Az. VI R 56/10). Wenn Sie also den Dienstwagen ausschließlich für rein dienstliche Fahrten und die Fahrt zwischen Ihrer Wohnung und Ihrer Arbeitsstätte verwenden, müssen Sie keine Privatnutzung versteuern.

Wer haftet bei Unfällen?

Dass der Arbeitgeber immer für Schäden am Dienstwagen aufkommen muss, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Es gibt einige Fälle, in denen der Chef die Haftung für Unfallschäden keinesfalls übernimmt. Zum Beispiel, wenn der Schaden entstanden ist, weil sie grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt haben. Aber auch, wenn bei einer Privatfahrt ein Schaden entsteht, obwohl Sie das Fahrzeug nicht privat hätten nutzen dürfen.

Sie trifft keine Schuld am Unfall

Wenn sie mit dem Dienstagen unverschuldet in einen Unfall verwickelt werden – weil Ihr Unfallgegner beispielsweise die rote Ampel übersehen hat – haften Sie selbstverständlich auch nicht für den Schaden an dem Firmenwagen. Diesen hat die Versicherung des Unfallgegners voll zu begleichen.

Sie tragen eine Mitschuld am Unfall

Sollte ein Unfall durch Ihr Mitverschulden oder gar durch Ihre alleinige Schuld entstehen, kommt es darauf an, wie hoch der Grad Ihres Verschuldens ist. Bei grober Fahrlässigkeit – wenn Sie beispielsweise alkoholisiert gefahren sind – haften Sie für den Schaden am Wagen selbst. Zumindest, soweit es Ihnen finanziell zuzumuten ist. Sollte die entstandene Schadenshöhe den Wert Ihres Einkommens stark übersteigen, dann müssen Sie nur anteilig für den Schaden aufkommen.

Entstand der Unfall zwar durch Ihre Mitschuld, aber ohne grob fahrlässiges Verhalten ihrerseits, dann muss unterschieden werden, ob Sie eventuell nur leicht fahrlässig gehandelt haben. Leichte Fahrlässigkeit liegt beispielsweise vor, wenn der Unfall aufgrund einer Unachtsamkeit passiert ist – dazu kann zum Beispiel das Rutschen auf Glatteis zählen. In diesen Fällen haften Sie gar nicht für den Schaden. Ihr Arbeitgeber muss für diesen allein aufkommen.

Bei mittlerer Fahrlässigkeit sieht es aber anders aus. Diese liegt beispielsweise vor, wenn Sie geringfügig zu schnell gefahren sind oder sich nicht an die vorgeschriebenen Sicherheitsabstand gehalten haben. In diesen Fällen müssen Sie den Schaden anteilig mitbezahlen. Hier greift die sogenannte begrenzte Arbeitnehmerhaftung. Ist der Firmenwagen Vollkasko versichert, müssen Sie in der Regel die Selbstbeteiligung aus Ihrem eigenen Geldbeutel bezahlen.

Wichtiger Tipp: Regeln Sie unbedingt vor Übernahme eines Dienstwagens, wie hoch die Selbstbeteiligung ist und ob der Wagen vollkaskoversichert ist. Denn: Es gibt keine gesetzliche Regelung, die Ihrem Arbeitgeber vorschreibt, wie er den Wagen zu versichern hat. Es kann daher gut sein, dass er sich gegen Vollkasko entscheidet. Aber keine Panik. Das Bundesarbeitsgericht entschied, dass Dienstwagenfahrer auch ohne Vollkasko Versicherung nur in der Höhe der üblichen Selbstbeteiligung haften (Az. 8AZR 66/82). Im Rahmen der Vollkasko beläuft sich der übliche Selbstbehalt ungefähr auf 500 Euro, maximal aber 1000 Euro.

Es ist übrigens auch nicht zulässig, dass Ihr Arbeitgeber eine Klausel in den Fahrzeugüberlassungsvertrag schreibt, die Sie für alle fahrlässigen Unfallschäden voll haftbar macht.

Der Unfall passiert auf einer unerlaubten Privatfahrt

Wenn Sie den Firmenwagen auch privat nutzen dürfen, müssen Sie auch da nur einen Anteil des Schadens tragen. Anders verhält es sich, wenn Sie den Wagen unerlaubt für eine Privatfahrt genutzt haben, obwohl er nur für dienstlich veranlasste Fahrten vorgesehen war. In diesem Fall haften Sie tatsächlich voll für den verursachten Schaden. Mit der Nutzung des Fahrzeugs für private Zwecke verstoßen Sie nämlich vorsätzlich gegen Ihre Pflichten und müssen Ihrem Arbeitgeber den Schaden daher komplett erstatten (BAG, Urteil vom 02.12.2016/ Az. 5 K 684/16.KO).

Firmenwagen: Beratung durch einen Anwalt

Um Rechtsstreit und hohe Kosten zu vermeiden, klären Sie die wichtigsten Punkte lieber mit Ihrem Arbeitgeber ab, bevor Sie den Dienstwagenüberlassungsvertrag unterschreiben. Nicht selten versuchen Arbeitgeber durch den Vertrag die Haftung für Unfälle auf Ihre Mitarbeiter abzutreten. Lassen Sie daher Ihren Dienstwagenüberlassungsvertrag vor Unterzeichnung von einem Anwalt gegenchecken. Die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline überprüfen Ihren Vertrag bei einem Telefongespräch oder per E-Mail. So können Sie sich mit ein paar Euro am Ende vielleicht ein kleines Vermögen sparen.

Digitaler Assistent
Digitalen Assistenten starten
Rechtsbeiträge über Arbeitsrecht:

Der Dienstwagen - Haftung und Entzug
E-Mail Beratung
Fragen zum Thema
Dienstwagen?
Anwalt kostenlos anfragen
Anwalt für Arbeitsrecht anrufen:
0900-1 875 003 170*
Rechtsberatung per Telefon
schnell
rechtssicher
günstig