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Soforthilfe vom Anwalt

Bonuszahlung: Versteuerung und Anspruch

Erhalten Sie als Arbeitnehmer eine Bonuszahlung, so liegen steuerlich gesehen Einnahmen aus nicht selbstständiger Arbeit vor.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 06.08.2018
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Bonuszahlungen sollen Mitarbeiter motivieren und gute Arbeit belohnen. Diese Einmalzahlung ist zumeist ein variabler Anteil des monatlichen Gehalts. Doch lauern bei Bonuszahlungen immer wieder Stolperfallen, die Sie mit dem richtigen Know-how aber gut umgehen können. Lesen Sie hier, wann Sie einen Anspruch auf Bonuszahlung haben und wann Sie Ihre Bonuszahlung versteuern müssen – oder auch nicht.

Das Wichtigste zur Bonuszahlung

Anspruch auf Bonuszahlung: Per Gesetz haben Sie keinen Anspruch. Es gibt aber Möglichkeiten, wie Sie dennoch an eine Bonuszahlung kommen können.

Bonuszahlung versteuern: Bonuszahlungen werden dem monatlichen Gehalt zugerechnet. Daher erhöht sich durch Bonuszahlungen Ihr Steuerbetrag.

Steuern sparen: Bei Bonuszahlungen können Sie durch Gutscheine oder andere „Goodies“ einen gewissen Freibetrag geltend machen. .

Wann habe ich einen Anspruch auf Bonuszahlung?

Einen rein rechtlichen Anspruch auf eine Bonuszahlung haben Sie als Mitarbeiter eines Unternehmens leider nicht. Es gibt allerdings drei Gesichtspunkte, unter denen Sie eine Bonuszahlung beanspruchen können.

1. Sehen Sie in Ihrem Arbeitsvertrag nach!

Oft genügt ein Blick in Ihren Arbeitsvertrag, um zu sehen, woran Sie sind. Das gilt auch für Bonuszahlungen. Sind in Ihrem Arbeitsvertrag Bonuszahlungen erwähnt, können Sie sich darauf berufen.

2. Gibt es eine betriebliche Übung?

Ist es in Ihrem Betrieb bereits zur Gewohnheit geworden, dass Sie regelmäßig eine Bonuszahlung erhalten, können Sie sich nach drei Jahren darauf berufen. Häufig umgehen Arbeitgeber diesen Anspruch aber, indem Sie Privilegien wie eine Bonuszahlung ausschließlich unter dem Vorbehalt der Freiwilligkeit gewähren. Häufig versuchen Arbeitgeber sich selbst mit einer Klausel zum sogenannten Freiwilligkeitsvorbehalt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ein Hintertürchen offen zu halten. Dadurch könnten Sie eine Bonuszahlung, die sie sonst gewährt haben, theoretisch in Zukunft verweigern.

Gut zu wissen: Das Bundesarbeitsgericht erklärte diese Klausel aber 2007 für unzulässig (Az. 10 AZR 825/06). Dieser pauschale Freiwilligkeitsvorbehalt widerspreche nämlich der Zusage auf Teilnahme am Bonussystem und sei daher unverständlich sei und genüge dem Transparenzgebot daher nicht genüge.

3. Ist der Gleichbehandlungsgrundsatz gewahrt?

Erhalten Ihre Kollegen in derselben Position für dieselben Aufgaben eine Bonuszahlung, Sie selbst jedoch nicht? Dann könnte hier ein Verstoß gegen den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (AGG) vorliegen. Hier kann Ihnen ein Anwalt helfen, Ihre Ansprüche geltend zu machen. Kontrollieren Sie also genau, ob Sie eventuell Bonuszahlungen erhalten müssten, von denen Sie noch gar nichts wissen. Schließlich wäre es ärgerlich, sollte Ihnen Geld durch die Finger rinnen, das Ihnen eigentlich zusteht.

Wie werden Bonuszahlungen versteuert?

Wer eine Bonuszahlung erhält, der freut sich erst einmal über das Geld. Oft ist die Enttäuschung groß, wenn am Monatsende von der Bruttozahlung netto aber nicht mehr viel übrig bleibt. Das hat folgenden Grund: Bonuszahlungen erhöhen das Gesamtbruttogehalt und damit auch die Berechnungsgrundlage für die Steuern und Sozialabgaben.

Rechtlicher Hintergrund: Erhält ein Arbeitnehmer eine Bonuszahlung, so liegen steuerlich gesehen Einnahmen aus nicht selbstständiger Arbeit vor. Diese Zahlungen unterliegen dem Lohnsteuerabzug. Jedoch wird bei der Ermittlung der einzubehaltenden und abzuführenden Lohnsteuer diese Zahlung nicht als laufender sondern als sonstiger Bezug von Arbeitslohn behandelt.

Erklärung: Der Steuersatz steigt in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen oder Vermögen. Die sonst wegen eben dieser Progression einbehaltene Lohnsteuer wäre viel zu hoch. Sie als steuerpflichtiger Arbeitnehmer müssten entgegen der gesetzlichen Grundkonzeption in solchen Fällen immer eine Steuererklärung einreichen, um die zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückerstattet zu bekommen.

Dementsprechend wird die Bonuszahlung eben nicht - wie bei laufenden Bezügen üblich - auf einen Jahresarbeitslohn hochgerechnet, sondern so behandelt, als wäre sie gleichmäßig während des gesamten Jahres zugeflossen. Dadurch wird der anzuwendende Steuersatz, der natürlich auf die gesamte Bonuszahlung anzuwenden ist, angemessen ermittelt.

Kann ich Bonuszahlungen von der Steuer absetzen?

Eine generelle Begünstigung oder gar einen Freibetrag gibt es im Einkommensteuerrecht nicht mehr. Es gibt aber auch Möglichkeiten, steuerfreie Boni zu erhalten. Dies ist dann allerdings nicht in Form von einer Auszahlung möglich – wohl aber durch Dienstleistungen, Waren oder Rabatte, die Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten können. Dieser Rabatt darf jährlich 1080 Euro betragen, ohne dass Sie diesen versteuern müssen. Auch Waren oder Naturalien wie Benzin- oder Warengutscheine sind möglich. Diese dürfen aber einen Wert von 44 Euro nicht überschreiten, um steuerfrei zu bleiben.

Bonuszahlung: Beratung durch einen Anwalt

Bei Bonuszahlungen sollten Sie genau hinsehen. Zum einen, wenn es um Ihren Anspruch geht und zum anderen, sollten Sie Kostenfallen bei der Steuer vermeiden. Damit am Ende von Ihrem Bonus etwas übrig bleibt, geben Ihnen die selbstständigen Kooperationsanwälte gerne Rechtsberatung. Ganz schnell und unkompliziert am Telefon oder schwarz auf weiß per E-Mail.

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