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Einfaches und qualifiziertes Arbeitszeugnis: Was steht mir zu?

Das Arbeitszeugnis stellt einen der häufigsten Streitpunkte nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses dar. Ein Zeugnis begleitet Sie ein Leben lang, deshalb lohnt es sich auch, eine Ergänzung oder für eine Berichtigung eines negativen oder unvollständigen Zeugnisses zu beanspruchen.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 04.04.2018
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Das Arbeitszeugnis stellt einen der häufigsten Streitpunkte nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses dar. Ein Zeugnis begleitet Sie ein Leben lang, deshalb lohnt es sich auch, um eine Ergänzung oder für eine Berichtigung eines negativen oder unvollständigen Zeugnisses zu kämpfen.

Arbeitnehmer haben selbst bei nur kurzfristiger Tätigkeit Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, entschied 2001 das Landesarbeitsgericht (Aktenzeichen: 4 Sa 1485/00). Zu beachten ist, dass der Anspruch auf das Arbeitszeugnis auch der Verjährung unterworfen ist. Der Anspruch verjährt gemäß § 195 BGB nach 3 Jahren – es sei denn in Tarifverträgen sind kürzere Fristen festgelegt. Fristbeginn der Verjährung nach § 195 BGB ist nach Ablauf des laufenden Kalenderjahres, in dem der Anspruch auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses entstanden ist. Man unterscheidet das einfache und das qualifizierte Zeugnis.

Das einfache Arbeitszeugnis

Das einfache Zeugnis enthält keine Angaben über Führung und Leistung des Arbeitnehmers, es bestätigt nur Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses. Im qualifizierten Zeugnis müssen daneben auch Angaben über Führung, Leistung und Verhalten des Arbeitnehmers gemacht werden. Alle Angaben in Zeugnissen müssen nach der Rechtsprechung in ihren Aussagen wahr und wohlwollend formuliert werden und dürfen keine versteckten Symbole enthalten. Diese Formulierungen sind oft Streitthema, da sie oft das Gegenteil von dem besagen, was man als Laie meinen könnte. Eine Klage auf Erteilung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses oder Berichtigung eines falschen Arbeitszeugnisses kann vor dem örtlich zuständigen Arbeitsgericht eingereicht werden.

Das qualifizierte Arbeitszeugnis

Um ein qualifiziertes Zeugnis handelt es sich, wenn neben den Angaben über Art und Dauer der Tätigkeit noch Angaben über Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis enthalten sind. Der Arbeitnehmer kann das Zeugnis vom Zeitpunkt der Kündigung an verlangen. Ein Zurückbehaltungsrecht des Arbeitgebers besteht nicht. Das qualifizierte Zeugnis hat folgende Bestandteile zu enthalten:

Auch das qualifizierte Arbeitszeugnis muss vollständig, wahr, klar und wohlwollend sein. Eine besondere Formvorschrift für das qualifizierte Zeugnis besteht jedoch nicht, es müssen lediglich die im Geschäftsleben üblichen Mindestanforderungen erfüllen, wie das Bundesarbeitsgericht bereits 1993 klarstellte (Aktenzeichen: 5 AZR 182/92).

Bei vielen Arbeitnehmern herrscht bei Erhalt eines qualifizierten Zeugnisses Unsicherheit über die genaue Bedeutung der einzelnen Formulierungen. Eine auf den ersten Blick gute Formulierung kann im Zusammenhang gesehen eine schlechte Bewertung ausdrücken. Dies kann erreicht werden durch verschiedene Formulierungstechniken wie z. B. die Negationstechnik: Gab ein Verhalten "keinen Anlass zu Beanstandungen" dann war nichts Lobenswertes dabei. Auch die Leerstellentechnik wird gerne verwendet: „Das Verhalten gegenüber Kollegen war einwandfrei". Hier wurden die Vorgesetzten weggelassen, was impliziert, dass das Verhalten gegenüber den Vorgesetzten gerade nicht einwandfrei war. Mehr zu den Formulierungen im Arbeitszeugnis erfahren Sie in unserem weiterführenden Artikel.

Welche Formulierungen der Arbeitgeber aber konkret verwendet und welches Beurteilungsverfahren er heranzieht steht ihm frei. Es muss nur seine Leistungsbeurteilung eindeutig erkennen lassen, entschied das Bundesarbeitsgericht.

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