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Arbeit und Beruf

Abfindung

24.01.2017 /
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG

Einer der größten Irrtümer des deutschen Arbeitsrechts ist ein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung bei einer Kündigung. Ist von einer Abfindung die Rede, so handelt es sich es stets eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Wird aber eine Abfindung an die Bedingung geknüpft, keine Kündigungsschutzklage zu erheben, wozu der gekündigte Arbeitnehmer drei Wochen Zeit hat, so stehen ihm 0,5 Monatsverdienste pro Beschäftigungsjahr gesetzlich zu.

Die Abfindung kann für beide Seiten die bessere Lösung nach einer Kündigung sein. Der Arbeitgeber erspart sich einen kostenintensiven und risikoreichen Rechtsstreit und der Arbeitnehmer wird für den verlorenen Arbeitsplatz entschädigt, den er womöglich ohnehin nicht mehr wollen würde.

Entscheidet sich der Arbeitnehmer aber zu klagen und gewinnt den Kündigungsschutzprozess, kann er einen sogenannten Auflösungsantrag stellen, wenn er dennoch nicht zurück möchte. Ist das Gericht der Ansicht, dass die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist, verpflichtet es den Arbeitgeber, dem Kläger einer Abfindung zu zahlen, anstatt ihn weiterzubeschäftigen.

Darüber hinaus können Arbeitsverträge oder Tarifverträge eine Abfindung einräumen, die unabhängig davon, ob eine Kündigung wirksam ist oder nicht, gezahlt werden müssen.

Da es keinen rechtlichen Anspruch auf die Abfindung gibt, ist auch die Höhe der Einmalzahlung grundsätzlich Verhandlungssache. Dabei wird der Betrag beeinflusst von der Erfolgsaussicht einer möglichen Kündigungsschutzklage, Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit und Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Steht also eine Abfindung in Aussicht, sollte diese stets mit Hilfe eines Rechtsanwalts für Arbeitsrecht ausgehandelt werden, der alle Faktoren, die für eine Abfindung sprechen, berücksichtigt.

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