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13. Monatsgehalt: Was sie unbedingt beachten müssen

Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 18.05.2018
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Als 13. Monatsgehalt wird in der Regel das Weihnachtsgeld oder das Urlaubsgeld bezeichnet. Allerdings gibt es Unterschiede. Lesen Sie hier alles über das 13. Monatsgehalt.

Das Wichtigste zum 13. Monatsgehalt

Definition 13. Monatsgehalt: Das 13. Monatsgehalt soll eine Arbeitsleistung honorieren. Anders als eine Gratifikation wie das Weihnachtsgeld, das für Betriebstreue ausbezahlt wird.

13. Monatsgehalt bei Krankheit: Das 13. Monatsgehalt kann sich bei einer vorher festgelegten Anzahl von Fehltagen reduzieren. Hier lohnt sich ein Blick in den Arbeitsvertrag

13. Monatsgehalt und Steuern: Das 13. Monatsgehalt wird als Arbeitslohn versteuert. Weihnachts- und Urlaubsgratifikationen gelten dabei als sonstige Bezüge.

Um die 55 Prozent freuen sich einmal im jahr über ein 13. Monatsgehalt. Ein Großteil der Arbeitgeber bezahlt seinen Angestellten diese Zusatzleistung im November. Das hat zur Folge, dass das 13. Monatsgehalt im Volksmund mit dem Weihnachts- oder Urlaubsgeld gleichgesetzt wird. Allerdings stimmt das juristisch gesehen nur teilweise. Sie wären überrascht, was diese kleinen aber feinen Unterschiede für Sie bedeuten können.

Definition: Was ist das 13. Monatsgehalt genau?

Das 13. Monatsgehalt ist rein rechtlich gesehen eine freiwillige Zusatzleistung des Arbeitgebers – Sie haben also leider keinen gesetzlichen Anspruch darauf. Es wird entweder in einer Betriebsvereinbarung, im Arbeitsvertrag oder einem Tarifvertrag festgehalten. Darin ist auch geklärt, ob es sich bei dieser Zusatzleistung um eine Gratifikation wie zum Beispiel Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld handelt, oder um ein tatsächliches 13. Gehalt mit Entgeltcharakter.

Gut zu wissen: Eine Gratifikation dient in erster Linie dazu, unter anderem die Betriebstreue zu honorieren. Ein 13. Monatsgehalt hingegen soll Ihre erbrachte Arbeitsleistung belohnen. Das spielt zum Beispiel im Krankheitsfall eine Rolle. Denn dann kann sich das 13. Monatsgehalt verringern – eine Gratifikation hingegen nicht.

Wichtig ist außerdem, dass das 13. Monatsgehalt – egal in welcher Form – nicht zum Durchschnittsgehalt gezählt wird. So fließt es zum Beispiel nicht in die Berechnung Ihres Urlaubsentgeltes mit ein. Das regelt § 11 Bundesurlaubsgesetz (BurlG).

Drehen sich Ihre Fragen ausschließlich um das Weihnachtsgeld? Hier finden sie einen detaillierteren Artikel.

Wie wird das 13. Monatsgehalt versteuert?

Steuerrechtlich gilt das 13. Monatsgehalt als steuerpflichtiger Arbeitslohn. Unabhängig davon, ob es sich nun um Weihnachtsgeld oder um eine Zahlung mit Entgeltcharakter handelt. Auch spielt es keine Rolle, ob die Zahlung vertraglich festgelegt ist oder der Arbeitgeber Ihnen das Geld freiwillig bezahlt. Steuern müssen Sie anhand der Lohnsteuertabelle bezahlen.

Gut zu wissen: Die Lohnsteuer ist für Weihnachtsgeld nach den Regelungen für sonstige Bezüge zu erheben und bestimmt sich nach dem Zuflussprinzip. Das bedeutet, dass Sie erst Steuern bezahlen müssen, wenn Ihnen das Geld „zugeflossen“ ist. Wenn Ihr Arbeitgeber also versäumt es Ihnen noch am Jahresende auszubezahlen und dies erst im Januar des Folgejahres tut, müssen Sie es auch erst im Januar versteuern.

Gut zu wissen: Die Tarifverträge für den öffentlichen Dienst in Deutschland sehen ein 13. Monatsgehalt in Form von Weihnachtsgeld vor – und zwar sowohl der TVöD als auch der TV-L. Wie hoch dieses Weihnachtsgeld für Sie persönlich ist, können Sie einfach dem für Sie gültigen Tarifvertrag entnehmen.

Ist das 13. Monatsgehalt pfändbar?

Im Gegensatz zu einer Gratifikation wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld ist ein 13. Monatsgehalt mit Entgeltcharakter pfändbar. Dann damit ein sonstiger Bezug unpfändbar ist, muss er an ein einen bestimmten Zweck oder ein Ereignis geknüpft sein. Beim Weihnachtsgeld ist das dann eben das Weihnachtsfest – bei einem Urlaubsgeld dann der anstehende Urlaub. Ein solcher Zweck entfällt bei einem 13. Monatsgehalt, das die Arbeitsleistung honorieren soll und theoretisch das ganze Jahr über ausbezahlt werden könnte.

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Elterngeld: Spielt das 13. Monatsgehalt eine Rolle?

Das Elterngeld soll dazu dienen, den Lebensstandard auch während der Job-Pause halten zu können. Deshalb fließen regelmäßige Gehaltszahlungen in die Berechnung des Elterngeldes ein. Der Verdacht liegt also nahe, dass etwa Weihnachts- oder Urlaubsgeld und auch ein 13. Monatsgehalt in diese Berechnung mit einfließen. Schließlich ist einmal jährlich auch regelmäßig – oder?

Für Mütter und Väter gibt es leider schlechte Nachrichten. Erst 2017 hat das Bundessozialgericht in Kassel entschieden, dass Einmalzahlungen wie ein 13. Monatsgehalt sich nicht auf die Höhe des Elterngelds auswirken. Rechtlich wird das Zusatzeinkommen dann behandelt wie eine Erfolgsprämie (Az. B 10 EG 5/16 R).

Laut Elterngeldgesetz sollen sogenannte sonstige Bezüge nicht in die Berechnung des Elterngeldes einfließen. Steuerrechtlich gelten Weihnachts- und Urlaubsgeld als eben solche.

Gut zu wissen: Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber, ob ein etwaiges 13. Monatsgehalt nicht auf das ganze Jahr gleichmäßig verteilt werden sollte. In diesem Fall hätten Sie monatlich etwas mehr Geld in der Tasche, was sich positiv auf die Höhe des Elterngelds auswirkt.

Alles weitere zum Thema Elterngeld und ElterngeldPlus finden Sie hier.

Das 13. Monatsgehalt bei Kündigung

Was mit Ihrem 13. Monatsgehalt bei einer Kündigung passiert, lässt sich am besten anhand einer kleinen Geschichte veranschaulichen:

Nehmen wir einmal an, Ihr Arbeitgeber zahlt seinen Mitarbeitern das 13. Monatsgehalt jedes Jahr pünktlich im November. Arbeitsvertraglich ist festgelegt, dass es sich dabei um eine Zuwendung mit Entgeltcharakter handelt – also keine Gratifikation wie zum Beispiel Weihnachtsgeld. Sie sind aber unzufrieden in Ihrem Betrieb, weil Sie viel lieber flexible Arbeitszeiten hätten und auch die Projekte, mit denen Sie betraut wurden, motivieren Sie nicht mehr. Sie kündigen deshalb im August – also vor der Auszahlung des 13. Monatsgehaltes im November.

Komplett auf das Geld verzichten müssen Sie dann aber nicht. Da es vertraglich vereinbart ist, dass das 13. Monatsgehalt einen Entgeltcharakter hat, steht es Ihnen anteilig zu. Sie arbeiten im August noch, also stehen Ihnen acht Zwölftel der ursprünglichen Zusatzleistung zu. Hurra!

Anders verhält es sich dann bei einer Gratifikation wie dem Weihnachtsgeld. Hier haben Sie keinen anteiligen Anspruch. Wenn Sie im August das Unternehmen verlassen und Ihr Arbeitgeber das Weihnachtsgeld erst Ende November bezahlt, sehen Sie von davon nichts.

Wichtig für Sie: Diese beiden Situationen sind verallgemeinerte Möglichkeiten, wie es mit Ihrem 13. Monatsgehalt laufen kann. Im Endeffekt entscheidet Ihr Arbeitsvertrag darüber – zumindest wenn die dort festgehaltenen Klauseln rechtsgültig sind. Ungültige Regelungen werden zumeist aus Unwissenheit einfach akzeptiert. Wir prüfen die betreffenden Passagen gerne für Sie – rufen Sie uns einfach an.

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