Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Wildfliegen: Ewiger Konflikt zwischen Modellpiloten und Jägern?

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler
Stand: 22.04.2014

Wildfliegen ist die Alternative zum im Verein organisierten Modellflug. Damit ist nicht unbedingt illegales „Schwarzfliegen“ gemeint – vielmehr jener, der legal ohne jeglichen bürokratischen Aufwand betrieben werden kann. Werden also alle Kriterien für das genehmigungsfreie Fliegen beachtet – Modell unter 5 kg, ausreichend Abstand zu Wohngebieten oder Flughäfen, um nur einige zu nennen – spricht zunächst nichts gegen den freien Flug. Dennoch überschneiden sich in der Praxis häufig die Rechte jener, die den Raum gemeinsam nutzen. Konflikte zwischen Modellpiloten und Jägern kommen immer wieder auf, da eine oder beide Seiten die eigenen Rechte bzw. die des anderen nur unzureichend kennen.

Zur Jägerpflicht gehört es meist, bestimmte Abschussquoten zu erfüllen. Daher ist sein Recht auf Jagdausübung vor bestimmten Beeinträchtigungen geschützt und Jagdstörung kann bestraft werden. Der Modellflug muss oft mit dem Vorwurf leben, das Wild des Jägers zu stören. „Grundsätzlich kann der Modellflug nicht als Jagdstörung im rechtlichen Sinne bezeichnet werden“, stellt Roland Hoheisel-Gruler, Rechtsanwalt für Jagdrecht, klar. Denn das Wild wird ebenso durch andere Waldbesucher verschreckt, wie etwa Pilzsammler, Mountainbiker, Reiter oder Spaziergänger, die zunächst einmal ebenso grundsätzlich berechtigt sind, Wald und Wiesen zu nutzen. Trotzdem: Die Nutzung des öffentlichen Raums regelt jede Gemeinde selbst. So kann sie beispielsweise zu bestimmten Zeiten das Betreten des Waldes aus Jagd- oder Naturschutzgründen verbieten, oder auch den Modellflug komplett untersagen.

Weist also ein Jäger den Modellpiloten in die Schranken, ist es zunächst wichtig zu wissen, wen man vor sich hat:

  • Ein Förster ist ein Mitarbeiter der Forstverwaltung. Er ist staatlicher Beamter und verfügt über hoheitliche Befugnisse, die in den jeweiligen Wald- und Forstgesetzen der Länder geregelt sind. In der Regel räumen Bundesländer den Forstschutzbeamten die Stellung von Polizei(vollzugs-)beamten ein. Ist etwa der Modellflug in bestimmten Gebieten explizit verboten, so kann er mit den ihm kraft Gesetzes zur Verfügung stehenden Mitteln gegebenenfalls auch durchsetzen. Dazu gehört das Recht der Feststellung der Personalien, und Weigerung oder Falschangaben eine Ordnungswidrigkeit darstellen.
  • Ist der Jäger gleichzeitig Grundstückseigentümer, so steht es ihm nach Belieben frei, den Modellflug zu dulden oder den Piloten eben von seinem Grundstück zu verjagen. Dass grundsätzlich jeder Modellflug auf privatem Grund das Einverständnis des Eigentümers voraussetzt, sollte ohnehin der verantwortungsbewusste Modellpilot wissen.
  • Ein Jagdpächter aber hat im jeweiligen Jagdbezirk lediglich das Recht (und die Pflicht), die Jagd auszuüben. Einem rechtmäßigen Waldbesucher steht er grundsätzlich als Privatperson gleichberechtigt gegenüber. Sein Jagdrecht berechtigt ihn nicht dazu, jemanden des Waldes oder der Wiese zu verweisen, weil etwa das Wild gestört werden könnte. Möchte der Jagdpächter einen Rechtsverstoß erkannt haben, steht es ihm frei – wie jedem anderen auch – Anzeige zu erstatten.

Gerade beim Wildfliegen sollte der Modellpilot stets über den Raum Bescheid wissen, den er nutzt. Natürlich ist nicht jedes Privatgelände eingezäunt oder die Gemeindeverordnung vor jeder Wiese mit einem Schild ausgestellt. Hier gilt es, sich vorab zu informieren, um Konflikte stets im Vorhinein aus dem Weg zu gehen. Vogelschutzgebiete und Naturschutzgebiete meidet man idealerweise gleich, denn sie können ein Komplettverbot für den Modellflug haben oder eine Genehmigungspflicht dafür erfordern. Eine bundesweite Übersicht für derartige Gebiete ist auf dieser Seite zu finden. „Bei der Suche nach geeigneten Aufstiegsgeländen zieht man idealerweise die jeweiligen Naturschutzbehörden oder Jagdbehörden zurate“, rät Rechtsanwalt Hoheisel-Gruler.

Wer im Konflikt zwischen Modellpilot und Jäger letztlich recht hat, ist daher stets eine individuelle Frage. Oftmals ist auch keine detaillierte Klärung oder Abwiegung der Rechte beider Seiten nötig, die friedliche Koexistenz wird in der Praxis durch persönliche Absprachen und gegenseitiges Verständnis arrangiert. Schließlich überschneiden sich die Wirkungsgebiete von Modellflieger und Jäger nicht gänzlich: Denn Modellflug findet nie im Wald und höchstens am Wald statt. Auch sind Modellpiloten zeitlich flexibel, während Jäger nur zu bestimmten Zeiten aktiv sind. „Gegenseitige Rücksichtnahme und ebensolches Verständnis sind daher oft die bessere Lösung als ein aufwendiger Rechtsstreit“, so der Anwalt.

Telefonberatung:
Jetzt anrufen unter0900-1 875 000-19
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler   |Hier klicken





Rechtsbeiträge über Öffentliches Recht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Gemeindeverordnung

Stadt möchte 75% der Straßenbaukosten abwälzen | Stand: 17.04.2013

FRAGE: Die Situation ist folgende:Die Stadt möchte nach gut 40 Jahren unsere Straße neu bauen.Es ist eine Anliegerstraße von den wir 75% der Kosten übernehmen sollen.Es gibt einige Häuse...

ANTWORT: Straßenausbaubeiträge hat in der Regel der Eigentümer eines Grundstücks und nicht der Erbpächter zu tragen. Dies allerdings nur im Verhältnis zur Stadt. In den Erbpachtverträge ...weiter lesen

Erschließungskosten - Amt verlangt Zahlung | Stand: 03.02.2012

FRAGE: Wir haben uns im Dezember 2010 ein Haus in Neckargemünd in einem gewachsenen Wohngebiet gekauft (Baujahr 1954). Straßen und Versorgungs- /Entsorgungssystem sind vorhanden, sollen nun aber erneuer...

ANTWORT: Die Regelungen zum Erschließungsrecht sind kompliziert und für den Laien nicht immer leicht nachzuvollziehen. Ich will versuchen Ihnen die Grundlagen zu verdeutlichen.Es wird grundsätzlic ...weiter lesen

Eigentum Einfamilienhaus - Gemeinde verlangt Auskünfte zu Vermietungszeiträumen | Stand: 23.10.2011

FRAGE: Wir sind Eigentümer eines Einfamilienhauses in XXXXX, das von uns zum Zwecke der Einkunftserzielung im Jahr 1994 angeschafft, erweitert und modernisiert wurde. Aufgrund jahrelanger umfangreicher Bauarbeite...

ANTWORT: 1. Ausgehen müssen Sie bei der steuerlichen Ermittlung grundsätzlich von einer umfassenden Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen, deren Verletzung - anders als etwa im Strafrecht - auch z ...weiter lesen


Telefonberatung:
Jetzt anrufen unter0900-1 875 000-19
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.213 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 17.10.2017
Vielen Dank für die Ausführliche Kompetente Beratung. Bei weiteren Unklarheiten gerne wieder.

   | Stand: 17.10.2017
Ich werde anwaltshotline weiterempfehlen und bei Bedarf auch nutzen

   | Stand: 16.10.2017
Nach einer Kündigung wollte mein Arbeitgeber ein Paragraphen wissen, in dem etwas sehr explizites stand. Nach langer Suche im Internet etc. habe ich nun die Anwaltshotline genutzt. Super Beratung mit verständlichen Erklärungen. Innerhalb von 10 Sekunden wurde ich an einen Anwalt geleitet. Vielen Dank für die super tolle und schnelle Hilfe!! Nur zu Empfehlen, immer wieder gern!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-19
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Öffentliches Recht | Baurecht (öffentliches) | Öffentliches Recht | Strafrecht | Gemeindeordnung | Gemeindesatzung | Jugendschutz | Kommunalabgaben | Kommunalabgabengesetz | Kommunalrecht | Kommunalverfassung | Kommunalwahlgesetz | Leinenzwang | Stadtordnung | Verbundvertrag | Verordnung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-19
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen