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Sicherungspflichten bei einer Fahrradtour

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Frank Böckhaus
Stand: 25.03.2014

GruppentourAuch in der Gruppe fahren Radler eigenverantwortlich

Veranstalter einer Fahrradtour, die in der Gruppe gefahren wird, haben nicht die Pflicht, den Straßenverkehr auch für einzelne Nachzügler zu sichern. So hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 6 U 80/13).

Ein Schützenverein organisierte eine Fahrradtour, die von Sicherungsposten begleitet wurde. Diese sperrten größere, verkehrsreiche Straßen ab, um der Gruppe ein gefahrloses Überqueren zu ermöglichen. Wegen einer Panne löste sich ein Teilnehmer von der Gruppe, der daraufhin eine Landstraße ohne die Sicherung überqueren musste. Dabei missachtete er die Vorfahrt eines Fahrzeugs und wurde erfasst. Aufgrund schwerer Kopfverletzungen liegt der Fahrradfahrer seitdem im Koma. Seine Prozessvertretung ist der Auffassung, dass der Organisator der Fahrradtour, also der Verein, eine Mitschuld am Unfall trägt, da die Sicherungsposten die Straßensperre aufrechterhalten hätten müssen. Ein Schmerzensgeld in Höhe von 200.000 Euro soll daher angemessen sein.

Das Oberlandesgericht Hamm konnte jedoch keine Pflichtverletzung seitens des Veranstalters erkennen und wies die Klage ab. Die vorgenommenen Sicherheitsvorkehrungen entsprachen den einschlägigen Verkehrsvorschriften. Die Landstraße hätte also nicht auch für jeden einzelnen Radler gesperrt werden müssen. „Als Nachzügler hatte der Teilnehmer damit rechnen müssen, dass die Sicherung nicht extra für ihn aufrechterhalten wird“, erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus. Vielmehr hätte der Radfahrer selbst die Verkehrsregeln beachten müssen, davon sind die Oberlandesrichter überzeugt. Und die Organisatoren hätten darauf vertrauen können, dass einzeln fahrende Teilnehmer selbstständig die Kreuzungen überqueren. Ihnen könne man daher kein Mitverschulden anlasten.

 

Bild: Oak Park Cycle Club/flickr.com/cc-by-sa

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