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Zigarette anzünden während Autobahnfahrt ist grob fahrlässig

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Frank Böckhaus
Stand: 14.03.2014

Rauchen im AutoRauchen im Auto: Kann nicht nur zu gesundheitlichen Problemen führen

Zündet sich ein Autofahrer eine Zigarette an und verursacht daraufhin einen Unfall, kann er wegen grober Fahrlässigkeit seinen Versicherungsschutz verlieren. So hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschieden (Az. 23 U 108/94).

Der Fahrer eines Pkws war mit 130 km/h auf der Autobahn unterwegs und versuchte, sich eine Zigarette anzuzünden. Dabei kam er von der Fahrbahn ab und streifte eine Leitplanke. Den Blechschaden wollte der Raucher von seiner Vollkaskoversicherung reguliert haben. Die aber weigerte sich, dafür aufzukommen – er hätte den Unfall grob fahrlässig verursacht.

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main teilte diese Auffassung und wies die Klage des Versicherungsnehmers ab. Er habe durchaus grob fahrlässig gehandelt, indem er den Straßenverlauf auf der Autobahn außer Acht ließ. Daher war es für das Gericht letztlich unerheblich, worauf seine Unachtsamkeit beruhte. Ob der Versuch, bei 130 km/h auf der Autobahn eine Zigarette anzuzünden, grob fahrlässig ist, sei schließlich irrelevant.

Der Vorwurf der groben Fahrlässigkeit werde auch nicht mit einem sogenannten Augenblicksversagen entkräftet. „Dieses ist lediglich dazu geeignet, unter Umständen eine Geschwindigkeitsüberschreitung zu rechtfertigen, um einem Fahrverbot zu entgehen“, erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus. Das Gericht betonte, dass hier selbst ein kurzes, augenblickliches Versagen grob fahrlässig bleibe. Denn die gefährliche Situation einer Autobahnfahrt erfordere eine entsprechende Aufmerksamkeit. Die beklagte Versicherung sei daher zu Recht von einer Leistung befreit.

 

Bild: andydr/flickr.com/cc-by

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