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Benachrichtigung der Versicherung bei Erkrankung im Ausland


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold
Stand: 17.03.2014

Wer im Ausland ernsthaft erkrankt, muss möglichst sofort die Notrufzentrale seiner Versicherung in Deutschland informieren. Kann diese nämlich nicht die medizinische Behandlung im Ausland von Anfang an organisatorisch begleiten, dürfte es dem Betroffenen später schwer fallen, die Notwendigkeit der medizinischen Maßnahmen im Einzelnen zu beweisen - und damit seine Ansprüche aus der Auslandskrankenversicherung wirksam geltend zu machen. Das hat das Amtsgericht München in einem bereits rechtskräftigen Urteil klargestellt (Az. 273 C 32/13).

Im vorliegenden Fall bekam ein bayerischer Urlauber im afrikanischen Kamerun nachts plötzlich Bauch- und Magenkrämpfe, musste sich dann erbrechen und erlitt schließlich einen Kreislaufzusammenbruch. Für die sieben Tage andauernde stationäre Behandlung in der örtlichen Klinik musste er 3.265,57 Euro bezahlen. Dieses Geld wollte der Urlauber nun daheim von seiner Auslandskrankenversicherung zurückerstattet haben.

Allerdings zu Unrecht, wie die Richterin betonte. Zwar sind nach dem Vertrag mit der Auslandsreisekrankenversicherung die Kosten der notwendigen Heilbehandlung bei einer akut eintretenden Krankheit auf einer Auslandsreise zu erstatten. Doch der Mann konnte dem zahlungsunwilligen Versicherer zu Hause nur die Endrechnung und Unterlagen über die verabreichten Medikamente vorlegen. Die Klinik in Kamerun weigert sich nämlich, im Nachhinein sowohl den Arztbrief als auch die CT-Bilder, Laborbefunde und etwa EKG-Streifen rauszurücken. Womit für die Versicherung weder die eigentliche Diagnose ausreichend klar erkennbar ist noch die Notwendigkeit der in Rechnung gestellten Medikamente und Prozeduren.

Diesem Handicap wäre der Mann entgangen, wenn er - wie in den Versicherungsbedingungen ausdrücklich vorgeschrieben - sofort die Notrufzentrale seiner Versicherung in Bayern eingeschaltet hätte. War der Mann auf Grund seines Zustands dazu zunächst selber nicht in der Lage, hätten das zumindest seine Begleiter, die ihn auch ins Krankenhaus vor Ort gebracht haben, für ihn unternehmen müssen.

"So dass dann der medizinische Dienst der heimischen Versicherung die Behandlung logistisch und medizinisch aus der Ferne begleiten und den rechtzeitigen Rücktransport nach Deutschland von sich aus hätte organisieren können - einschließlich der Anforderung und Beschaffung aller notwendigen Behandlungsunterlagen", erklärt Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold den Münchener Urteilsspruch.

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