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Abschleppen bis in die Heimatwerkstatt wird nicht bezahlt

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Jörg-Matthias Bauer
Stand: 14.03.2014

Wer unterwegs einen Autounfall verursacht, hat dem Geschädigten auch die Kosten für das Abschleppen seines Wagens zu ersetzen. Aber nicht bis nach Hause, sondern nur bis zur nächstgelegenen, geeigneten Werkstatt. Darauf hat das Amtsgericht Ratingen bestanden (Az. 9 C 292/13).

Im konkreten Fall waren zwei Fahrzeuge auf der Autobahn zusammengestoßen, wobei der Wagen des unstreitig für das Malheur nicht haftenden Fahrers beschädigt wurde. Die Polizei nahm den Unfall auf und bestellte einen Abschleppdienst. Der brachte den beschädigten Wagen in die Heimatwerkstatt des Betroffenen. Und stellte 450 Euro dafür in Rechnung.

Eine Summe, die die Haftpflichtversicherung des Schuldigen allerdings nicht zahlen wollte. Eine entsprechende Vertragswerkstatt befand sich in unmittelbarer Nähe, und für den Weg dahin wären nur ein Drittel der Kosten angefallen - was die Versicherung höchstens zu zahlen bereit ist.

Und das laut nordrhein-westfälischem Richterspruch zu Recht. Zwar gehören die Ausgaben, die einem Geschädigten aus einem Verkehrsunfall durch das Abschleppen des Fahrzeugs entstehen, grundsätzlich zum ersatzfähigen Schaden. "Doch dafür ist einzig der erforderliche Geldbetrag zu erstatten - die Aufwendungen also, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten durfte", erklärt Rechtsanwalt Jörg-Matthias Bauer.

Im Normalfall aber ist davon auszugehen, dass jede Vertragswerkstatt in der Lage ist, eine entsprechende Reparatur nach einem Unfall fachgerecht durchzuführen. Womit dafür in der Regel jede nächstgelegene Werkstatt des Autoherstellers infrage kommt. Warum das weniger als drei Jahre alte Fahrzeug des Geschädigten zwingend in der Vertrauenswerkstatt daheim zu reparieren war, erschloss sich im konkreten Fall dem Gericht nicht.

Das Abschleppen bis zum Heimatort des Geschädigten ist laut gängiger Rechtsprechung ausnahmsweise nur dann gerechtfertigt, wenn andernfalls höhere Kosten angefallen wären - etwa zum späteren aufwendigen Abholen des Wagens oder wenn bei bestimmten Sonderausfertigungen eine besondere Sachkunde für die Reparatur in der Heimatwerkstatt erforderlich ist. Das traf hier aber nicht zu.

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