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Fehlende Motorradschuhe: Mitverschulden bei Unfall?


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 17.12.2013

Motorrad
Ein Helm ist für Motorradfahrer Pflicht - Motorradstiefel dagegen nicht

Motorradfahrer sind nicht verpflichtet Motorradstiefel zu tragen, um das Verletzungsrisiko zu verringern. Kommt es bei einem Unfall zu Verletzungen an den Füßen oder Beinen, kann einem Motorradfahrer kein Mitverschulden an den Unfallfolgen angelastet werden. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg entschieden (Az. 3 U 1897/12).

Als ein Motorradfahrer an einem Parkplatz vorbeifuhr, war gerade ein Pkw dabei rückwärts aus einer Parklücke auszuparken. Der Fahrer des Pkw hat das Motorrad so stark gerammt, dass der Motorradfahrer schwere Verletzungen davon getragen hat. Sein rechter Unterschenkel musste amputiert werden. Zum Unfallzeitpunkt hatte der Mann unter anderem einen Motorradhelm, eine Motorradjacke, Handschuhe, Arbeitshose und Sportschuhe getragen. Er ging vor Gericht und forderte vom Autofahrer 45.000 Euro Schadensersatz. Der Autofahrer dagegen war der Meinung, dass das Unfallopfer Motorradstiefel hätte tragen müssen, um somit Verletzungen möglichst zu vermeiden. Der Geschädigte habe somit ein Mitverschulden an den Unfallfolgen zu tragen.

Das Gericht hat zugunsten des Motorradfahrers entschieden, weil dieser nicht verpflichtet gewesen sei, Motorradstiefel zu tragen. „Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die vorschreibt, dass Motorradfahrer zwingend Motorradstiefel tragen müssen“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos. Dem Motorradfahrer hätte ein Mitverschulden angelastet werden können, wenn er „diejenige Sorgfalt außer Acht“ gelassen hätte, die ein Verkehrsteilnehmer aufbringen muss, um Schäden an der eigenen Person zu vermeiden. Dies könne man dem Geschädigten laut Gericht aber hier nicht vorwerfen, da nicht ersichtlich sei, auf welche Art von Motorradschuhen sich diese Sorgfalt zur Vermeidung von Schäden bezieht.

Bildquelle: timparkinson/flickr/cc-by

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