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Kein Schadenersatz bei Fahren auf der Gegenfahrbahn

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Frank Böckhaus
Stand: 02.12.2013

GeisterfahrerEigentlich selbstverständlich: Geisterfahrer verlieren ihren Schadenersatzanspruch

Eine Radfahrerin ist für einen Unfall vollkommen selbst verantwortlich, wenn sie entgegen der Fahrtrichtung fuhr. Bei so einem gravierenden Verstoß gegen ihre Sorgfaltspflichten im Verkehr kann sie nicht den Unfallgegner in die Pflicht nehmen, stellte das Amtsgericht München in einem Urteil klar (Az. 345 C 23506/12).

An der Kreuzung einer Hauptstraße sind die Spuren der kreuzenden Straße durch eine Verkehrsinsel getrennt. Eine Radfahrerin bog links ab und sparte sich das Umfahren der Verkehrsinsel, indem sie ein Stück auf der falschen Spur entgegen der Fahrtrichtung fuhr. Dabei kam ihr jedoch ein Auto entgegen und wurde von diesem erfasst. Sie erlitt dabei mehrere Prellungen am Rücken und größere Blutergüsse.

Die Radlerin war der Meinung, dass ihr dennoch ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.500 Euro zustehe und verlangte von der Autofahrerin, die Hälfte des Schadens zu übernehmen. Schließlich ginge von ihrem Auto eine Betriebsgefahr aus, wonach ein Autofahrer auch bei korrektem Verkehrsverhalten eine Teilschuld trage. Die Autofahrerin zahlte aber nicht, da es die Geschädigte war, die als Geisterfahrerin unterwegs war. Daher erhob die Radfahrerin Klage.

Für das Amtsgericht München aber war die Schuld der Radfahrerin so gravierend, dass der Autofahrerin allein aus der Tatsache, Auto gefahren zu sein, keine Teilschuld auferlegt werden kann. „Eine Haftung allein aufgrund der Betriebsgefahr des Autos entfällt in diesem Fall vollkommen“, erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus. Die Radfahrerin sei bewusst auf der falschen Spur gefahren und habe damit in Kauf genommen, dass ihr Verkehrsteilnehmer entgegen kommen können. Diese hätten nicht mit der groben Sorgfaltspflichtverletzung eines Geisterfahrers zu rechnen.

Bild: thienzieyung/flickr.com/cc-by

 

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