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Elektrische Armprothese: Kostenübernahme durch Krankenkasse?

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Petra Nieweg
Stand: 26.11.2013

Krankenversicherung
Die medizinische Versorgung mit einer Prothese kann sehr teuer werden

Eine Krankenkasse muss die Kosten für eine teurere elektrische Unterarmprothese übernehmen, da es einem Versicherungsnehmer nicht zugemutete werden kann, eine günstigere und greifzangenähnliche Armprothese zu nutzen. Es muss sichergestellt werden, dass eine Prothese eine vorliegende Behinderung ausreichend ausgleicht. Das hat das Sozialgericht Heilbronn entschieden (Az. S 15 KR 4576/11).

Eine 24-jährige Frau, die ohne linken Unterarm zur Welt gekommen ist, beantragte bei ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme für eine elektrische Unterarmprothese, die insgesamt etwa 45.000 Euro kostet. Die Krankenversicherung war aber nur bereit eine günstigere Armprothese zu bezahlen, die circa 29.000 Euro gekostet hätte. Allerdings können mit dem günstigeren Modell nur drei Finger, ähnlich wie bei einer Greifzange, bewegt werden. Damit war die versicherte Frau nicht einverstanden und klagte vor Gericht.

Das Gericht gab der Frau recht und die Krankenkasse wurde verurteilt, die Kosten für die beantragte elektrische Armprothese zu übernehmen. Die günstigere Unterarmprothese gleiche die Behinderung der Klägerin nicht ausreichend aus. Während es mit der genehmigten Prothese nur möglich sei, drei Finger zu bewegen, habe die Klägerin mit dem teureren Modell die Möglichkeit, fünf Finger der Prothese aktiv zu nutzen. Dies ermögliche es der Klägerin zum Beispiel Gläser sicher mit der linken Hand zu nutzen. Außerdem könne Sie dann auch den Schlüssel- und Spitzgriff mit der Prothese durchführen. Somit sei gewährleistet, dass das Leben der Klägerin deutlich erleichtert wird. „Versicherte haben Anspruch auf eine Versorgung, die eine Behinderung genügend ausgleicht. In diesem Fall dient die teurere Armprothese nicht der Bequemlichkeit, sondern die Klägerin erhält damit ein Stück Lebensqualität zurück“, erklärt Rechtsanwältin Petra Nieweg.

Bildquelle: Peter_Franz/flickr/cc-by

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