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Mithaftung: Kein Warndreieck nach Nothalt aufgestellt


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Dr. Sonja Tiedtke, LL.M.
Stand: 04.12.2013

Autobahn
Wer einen Nothalt am rechten Fahrbahnrand einer Autobahn einlegen muss, sollte Warnblinker einschalten und zusätzlich ein Warndreieck aufstellen

Streift ein Sattelzug ein anderes Fahrzeug, das einen Notstopp auf dem rechten Fahrbahnrand einer Autobahn eingelegt und kein Warndreieck aufgestellt hat, erhält der Fahrzeughalter des haltenden Fahrzeuges nur 50 Prozent seines Schadens ersetzt. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 26 U 12/13).

Dem Fahrer eines Sattelzuges wurde während einer Fahrt auf der Autobahn plötzlich schlecht und er musste am rechten Fahrbahnrand halten, um zu erbrechen. Er schaltete die Warnblinkanlage seines Sattelzuges ein, stellte dafür aber kein Warndreieck auf, woraufhin ein anderer Sattelschlepper das haltende Fahrzeug streifte. Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers erstatte dem Geschädigten 14.500 Euro. Damit war er aber nicht einverstanden und der Besitzer des haltenden Sattelschleppers klagte auf eine volle Kostenübernahme des verursachten Schadens. Seiner Meinung nach müsse der Fahrer des streifenden Sattelschleppers für den verursachten Schaden in Höhe von 29.000 Euro aufkommen.

Das Gericht hat die Klage abgewiesen. Es sei nicht abzustreiten, dass die Betriebsgefahr des stehenden Sattelzuges dadurch deutlich erhöht wurde, weil es zum einen weit in die rechte Fahrspur der Autobahn hineingeragt habe und zum anderen, weil der Sattelschlepper unzureichend gesichert war. „Auch ein berechtigter Notstopp entbindet Verkehrsteilnehmer nicht davon, die nötigen Sicherungsmaßnahmen auszuführen. Der Kläger hat zwar die Warnblinkanlage eingeschaltet, allerdings reicht das nicht. Zusätzlich hätte er entweder ein Warndreieck aufstellen oder möglichst zügig weiterfahren müssen“, erklärt Rechtsanwältin Dr. Sonja Tiedtke.

Bildquelle: pppspics/flickr/cc-by

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